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Diese Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, er stimmt zu 80 Prozent mit dem SARS-Coronavirus überein.

Wie sich Frankfurt vorbereitet

Coronavirus: Vorsicht - ja, Panik - nein

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In Frankfurt gibt es bisher noch keinen bestätigten Krankheitsfall - doch die Vorbereitungen laufen.

  • In Frankfurt gibt es bisher noch keinen bestätigten Coronavirus-Fall
  • Die Stadt Frankfurt bereitet sich jedoch auf alles vor
  • Die Devise zum Coronavirus lautet: Vorsicht - ja, Panik - nein

Frankfurt -Das Coronavirus SARS-CoV-2 kommt näher. "Es ist eine Pandemie", sagt Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Das heißt, es gibt Epidemien auf mehr als einem Kontinent. Asien und Europa sind derzeit die beiden Erdteile. Am schlimmsten in Europa ist derzeit Italien vom Coronavirus betroffen.

"Wir können so viele Krankenhausbetten zur Verfügung stellen, wie benötigt werden", versicherte Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor der Uniklinik in Frankfurt. Notfalls könnten auch andere Häuser Isolierstationen einrichten. Denn wer wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus muss, wird strikt von anderen Patienten ferngehalten.

Coronavirus: In den meisten Fällen verläuft eine Infektion glimpflich

In den meisten Fällen verlaufe eine Infektion glimpflich. Soll heißen: "Sie können sich so verhalten, wie Sie sich sonst auch verhalten, wenn Sie sich unwohl fühlen", so Graf. Also im Zweifel einen Tag zu Hause bleiben, bei Bedarf mit dem Hausarzt telefonieren, gegebenenfalls in die Sprechstunde gehen, sich vielleicht auf Corona testen lassen. Ansonsten: Meist dürfte die Krankheit wie eine normale Erkältung oder Grippe verlaufen und von selbst wieder verschwinden. Gottschalk glaubt denn auch nicht, dass das plötzliche Aufflammen der Krankheit in Italien - in der Lombardei - wirklich damit zu tun hat, dass sich dort viele Menschen infiziert hätten. "Corona verbreitet sich nicht explosionsartig." Die Krankheit werde nur festgestellt, weil gezielt getestet wird. Unerkannte Krankheitsfälle könnte es auch in Hessen, womöglich in Frankfurt, schon gegeben haben.

Der beste Schutz gegen Corona ist der gleiche wie gegen jede andere Infektionskrankheit auch: Hände waschen, seltener als sonst Hände schütteln, niemanden anhusten, in ein Taschentuch niesen oder husten. Elementare Hygiene könne die meisten Infektionen vermeiden, sagt auch Prof. Dr. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt. Corona sei, wie Gottschalk versichert, auch nicht besonders gefährlich. Etwa drei Prozent der Patienten sterben. Meist, wie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagt, Patienten, die schon alt seien, ein geschwächtes Immunsystem oder keine Widerstandskraft mehr haben.

Schon seit Wochen Gerüchte über Fälle in Frankfurt - aber kein bestätigter Fall

In Frankfurt gab es Majer zufolge noch keinen bestätigten Fall. "Es gibt seit sechs Wochen täglich Gerüchte", so Majer. Zuletzt hieß es, bei einer Auslandsbank solle es einen Fall gegeben haben. Es sei aber nicht auf Corona getestet worden.

In einem solchen Fall jedoch, wenn der Test positiv ist, also Corona festgestellt wird, muss nicht nur der betroffene Kranke isoliert werden. Auch seine Arbeitskollegen werden dann getestet. Wer positiv ist, also das Virus verbreiten kann, muss für zwei Wochen in Quarantäne. Sofern die Patienten nicht freiwillig zu Hause blieben, im Hausarrest, alleine, müssen sie in Einrichtungen zusammengefasst werden. Dafür gibt es in Frankfurt jedoch noch keine Vorbereitungen.

Die Tests für ganz Hessen werden in den Laboren der Unikliniken Frankfurt und Marburg vorgenommen. Ärzte in Praxen oder Krankenhäusern nehmen bei Verdachtspatienten Abstriche aus dem Rachen. Die Proben werden mit Taxi oder Kurier in eines der beiden Labore gebracht. Zurzeit besteht eine Kapazität von 200 Tests pro Tag. "Dies kann ausgeweitet werden", sagt Sandra Ciesek.

Mögliches Einfallstor für Infektionskrankheiten ist immer der Flughafen. Hinsichtlich des Coronavirus sagt René Gottschalk da jedoch: "Noch mehr verschärfen kann man gar nicht." In den Flugzeugen werden an die Passagiere sogenannte Einreisekarten zur Selbstauskunft verteilt. Diese würden über die Fluggesellschaften an das Gesundheitsamt in Frankfurt weitergeleitet und dort anschließend geprüft. Für den Fernbus- und den Bahnverkehr werde die Einführung ebenfalls diskutiert, doch Dr. Antoni Walczok von der Infektiologie des Gesundheitsamts geht nicht davon aus, dass die strenge Vorprüfung auch für diese Reisenden realisiert wird.

von Thomas J. Schmidt

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