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Countrymusik von der Waterkant

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Von: Detlef Kinsler

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Aller gute Dinge sind drei: Am kommenden Samstag tritt die Country-Sängerin Ann Doka erneut in der Aula des Gymnasiums am Riedberg auf und stellt bei der Gelegenheit auch ihre neue CD vor.
Aller gute Dinge sind drei: Am kommenden Samstag tritt die Country-Sängerin Ann Doka erneut in der Aula des Gymnasiums am Riedberg auf und stellt bei der Gelegenheit auch ihre neue CD vor. © Markus Reens

Kultur in der Aula startet wieder

In schöner Regelmäßigkeit findet in der Riedbergschule die "Kultur in der Aula" statt. Am Samstag, 2. April, ist die Singer/Songwriterin Ann Doka zu Gast und stellt ihr neues Album "House Of Change" vor. Sie ist mit ihrem New Country ein Beleg dafür, wie die Initiatoren der Reihe, die Freie Josua Gemeinde, ihre Veranstaltungen versteht. "Wir versuchen das stilistisch ziemlich breit anzulegen, ein buntes Programm zu machen, viele Musikarten nebst Kabarett anzubieten", erklärt Franz Biebl. "Sogar Oper hat hier schon funktioniert", freut er sich über ein interessiertes Stammpublikum, das aber längst nicht mehr nur aus der Nachbarschaft kommt.

Nach dem Konzert ein Glas Wein

"Kultur in der Aula" startete 2008 und war die Antwort auf die Frage, was der damals recht junge Stadtteil noch braucht. "Auffallend war, dass es keine kulturellen Angebote gab", erinnert sich Biebl und sorgte für Abhilfe. "Seither genießen es die Besucher, teilweise fußläufig die Veranstaltungen erreichen und dann ein Glas Wein trinken zu können." Was die Gäste auch goutieren, ist, dass die Gemeinde keinen Sakro-Pop anbietet. "Wir haben keine missionierende, sondern meist säkulare Künstler, also keine Prediger, aber solche mit Haltung", betont Biebl.

Selbst vierzehn Jahre nach der Premiere muss er feststellen: "Das kulturelle Angebot auf dem Riedberg hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert." Umso wichtiger sei es für ihn, weiter aktiv zu bleiben. "Für den Sommer sind wir in ersten Überlegungen zu Open Air-Veranstaltungen", sagt Biebl. "Wir sind gerade dabei eine mobile, ausschließlich mit Akku betriebene Anlage anzuschaffen."

Das ist noch Zukunftsmusik, mit dem Konzert von Ann Doka ist jetzt die veranstaltungsfreie Zeit wegen der Corona-Pandemie erst einmal vorüber. "Ann Doka trat bisher zwei Mal bei uns auf. Ich schätze an ihr sehr, dass sie einen Musikstil, Country, auf eine moderne Art und Weise interpretiert", schwärmt Biebl. "Ihre frische und mitreißende Musik macht sie so einem breiteren Publikum, über die Countryfan-Szene hinaus, zugänglich. Wir haben jetzt bereits zum zweiten Mal die Ehre, dass sie eine neue CD, vor kurzem in Nashville/Tennessee aufgenommen, im Rahmen von ,Kultur in der Aula' vorstellt. Ann Doka ist unkompliziert und ganz ohne Allüren. Wie Künstler drauf sind, das merkt man am besten am Stresspegel der Techniker beim Soundcheck und während des Konzertes. Bei Ann Doka war der Techniker bislang beide Male sehr entspannt."

Die seit sechs Jahren in Bremen lebende, aus Neu-Anspach stammende Sängerin und Gitarristin, gibt das Lob gerne zurück. "Meine Band und ich haben im Laufe der letzten Jahre schon ein paar Mal bei 'Kultur in der Aula' gespielt und wir waren immer begeistert von der familiären Stimmung vor Ort."

Lässig auf der Treppe

Es ist keine klassische Konfrontationssituation, wo ein Publikum fein säuberlich aufgereiht den Musikern auf einer erhöhten Bühne huldigt. Die Leute gruppieren sich lässig auf der Treppen um eine improvisierte Spielfläche. Das schafft Nähe und Intimität. Und das spielt Ann Doka in die Karten, denn in den Songs von "House Of Change" lässt die Musikerin ihre Zuhörer an ihren ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben. "Mein Albumname ,House Of Change' bezeichnet ja u.a. auch ein psychologisches Modell des schwedischen Psychologen Claes F. Janssen, das sich mit Veränderungsprozessen beschäftigt", erzählt Doka. Sie hat die ihren thematisiert, um mit sich ins Reine zu kommen. "Es besagt, dass der Mensch bei tiefgreifenden Veränderungen immer durch die vier Räume des House Of Change geht. Meine Botschaft ist: Geht den Weg durch alle vier Räume bis zum Ende, mit all seinen Widrigkeiten. Denn nur wer alle Höhen und Tiefen jedes Raums erlebt, wird mit der Veränderung und sich selbst ins Reine kommen. Und ich spreche aus Erfahrung", lässt sie wissen. DETLEF KINSLER

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