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Cowboy Klaus, Kuh Rosi und das Gold, das aus dem Weltraum kam

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Von: Alexandra Flieth

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Zog die jungen Zuhörer in seinen Bann: Stefan Graf bei seiner Lesung in der Goldkammer FOTO: sauda
Zog die jungen Zuhörer in seinen Bann: Stefan Graf bei seiner Lesung in der Goldkammer © sauda

Lesung unterm Sternenzelt - Am Ende durften alle selber schürfen

Für Stefan Graf vom Ensemble des Schauspiels Frankfurt ist es eine Premiere: Lesungen, erzählt er, habe er schon gegeben, aber noch nie vor so jungem Publikum und mit Maske. Und auch der Besuch in der Goldkammer im Westend ist für den Schauspieler etwas Neues. Dort nämlich präsentiert er an diesem Nachmittag das Kinderbuch "Cowboy Klaus und die Gold-Rosi" von Eva Muszynski und Karsten Teich.

Leseeule lud ein

Anlass ist die Aktion "Die Leseeule fliegt" der Stadtbücherei Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Frankfurt und der Frankfurter Neuen Presse als Medienpartner, die es Kindern ermöglicht, spannenden Geschichten an ungewöhnlichen Orten zu lauschen.

Und die Goldkammer ist ein solch ungewöhnlicher Ort, ein 2019 eröffnetes Museum im Kettenhofweg 27, an dem anhand von 500 Exponaten aus 6000 Jahren Menschheitsgeschichte das Edelmetall und dessen Bedeutung auch für unsere heutige Technik nachgezeichnet wird. Doch bevor die rund 30 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis acht Jahren in Gruppen durch das Museum laufen, wartet zunächst die Geschichte von "Cowboy Klaus" und der "Gold-Rosi" auf sie. Und die handelt, wie sollte es anders sein, natürlich von der Suche der Protagonisten nach Gold im Wilden Westen.

Gelesen wird im Rothschildraum, der auch als Veranstaltungsraum genutzt wird und in dem Goldbarren aus der Sammlung der berühmten Frankfurter Bankiersfamilie ausgestellt werden. Das Weltall mit seinen unendlichen Weiten ziert die Wände des Saals. "Das kann man so einstellen und war der Wunsch der Stadtbücherei", erzählt Antje Bornmann, die kaufmännische Leiterin des Museums. Und das Weltall soll auch später noch einen wichtigen Aspekt dieses Nachmittags einnehmen. Die Geschichte, die Stefan Graf gekonnt mit wechselnden Stimmen zum Besten gibt, erzählt von Cowboy Klaus, der Kuh Rosi und dem Schwein Lisa, die sich auf die Suche nach Gold begeben und dabei am Ende erkennen, dass die Freundschaft und das gemeinschaftliche Erleben eines Abenteuers viel wertvoller sind als das Edelmetall.

Mit dem Fahrstuhl ins Bergwerk

Zum Thema Gold haben sich auch die jungen Zuhörer schon so ihre Gedanken gemacht. So erzählt ein Mädchen, dass ihr Papa einen Goldzahn im Mund habe, ein Junge weiß, dass Gold auch in Handys vorkommt und dass es selten ist. Wie selten genau, darüber erfahren die Knirpse im Anschluss an die Lesung mehr bei der Führung. Es dauert nur ein paar Minuten, doch die Fahrt mit dem Fahrstuhl vom Erdgeschoss in das Kammersystem des Museums simuliert den Weg hinunter in ein Bergwerk auf eine Tiefe von 870 Metern - auch wenn es am Ende nur ein Stockwerk ausmacht. Genauso beginnt die Führung der Kinder und ihrer Eltern in der Goldkammer, die von Antje Bornmann übernommen wird. Am Ausgang des Fahrstuhls wartet sie auf die Mädchen und Jungen und ihre Begleitung. Die Tür geht auf und die Kinder mit ihren Eltern tauchen ein in die Welt des Goldes.

Die Wände der Gänge sind in Anlehnung an ein Bergwerk mit Gesteinsplatten bedeckt, dank neuester Technik vermitteln Simulationen gleich zu Beginn den Weg des Edelmetalls auf die Erde. Denn das Gold kommt ursprünglich aus dem Weltall und wurde vor langer Zeit durch Meteoriten auf die Erde gebracht, erklärt Bornmann den Kindern. Sie bringt ihre Gruppe in einen Raum, in dem durch eine digitale Simulation zu sehen ist, wie zwei Sterne miteinander kollidieren. "Die Energie, die sich aus dem Zusammenstoß der Sterne entwickelt braucht es, um Gold entstehen zu lassen", erklärt sie es den Mädchen und Jungen.

Auf der Suche nach Gold dringe man heute tief in die Erde vor, sagt sie weiter. Dort nämlich habe sich das Edelmetall abgesetzt, als die Meteoriten bereits vor mehreren Milliarden Jahren auf die damals noch ganz anders strukturierte Erde getroffen seien. Ist es vor ein paar Jahrhunderten noch so gewesen, dass Gold in höher gelegenen Erdschichten abgebaut wurde, könne man auch aufgrund der technischen Möglichkeiten heute immer tiefer gehen - in Bergwerken in Südafrika zum Beispiel bis zu 4000 Metern, erzählt sie weiter und macht damit auch deutlich, dass Gold nur eine endliche Ressource ist.

Und doch haben auch die Mädchen und Jungen am Ende der Veranstaltung die Chance auf ein kleines Stückchen Gold - sie dürfen sich einmal beim Goldwaschen ausprobieren. Und natürlich soll es für die Nachwuchs-Goldschürfer dabei ein kleines Erfolgserlebnis geben: In jeder der vorbereiteten Goldschalen ist ein hauchdünnes Plättchen des Edelmetalls versteckt. Da lohnt sich die Suche. Alexandra Flieth

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