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100-Milliliter-Grenze beim Handgepäck fällt: Warum für Passagiere jetzt alles viel einfacher werden soll

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Von: Erik Scharf

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Lange Schlangen am Security-Check sollen bald der Vergangenheit angehören. Am Flughafen Frankfurt ist bald eine neue Technologie für die Handgepäck-Kontrolle im Einsatz.

Frankfurt - Der Flughafen Frankfurt und das Gepäck - es ist in den vergangenen Wochen und Monaten wahrlich keine Liebesbeziehung gewesen. Während der Sommerferien stapelten sich die Koffer, es war schlicht nicht genügend Personal da, um das hohe Aufkommen nach dem Ende der Corona-Beschränkungen zu bewältigen.

Erst kürzlich sprach Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einem Interview offen über die Zustände. „Die Situation im Sommer war schlimm“, sagte er dem Stern. Denn nicht nur an der Gepäckausgabe, sondern auch beim Security-Check brauchten die Passagiere viel Gedul. Doch das Chaos soll sich am Flughafen Frankfurt nicht wiederholen. Einen Schritt in diese Richtung geht nun Flughafen-Betreiber Fraport.

In der USA sind die neuartigen Handgepäck-Scanner schon länger im EInsatz, wie hier am Flughafen Tampa/Florida.
In der USA sind die neuartigen Handgepäck-Scanner schon länger im EInsatz, wie hier am Flughafen Tampa/Florida. © Martha Asencio Rhine/Imago

Flughafen Frankfurt: Schnellere und bequemere Kontrollen bei Handgepäck durch neuen Scanner

Erst im November verkündete Fraport die Installation von weiteren Bagdrop-Automaten am Flughafen Frankfurt. „Die Schalter sind für eine Hybrid-Nutzung ausgelegt: für den traditionellen Check-in mit Personal, aber auch als reine Bagdrop-Schalter zur automatischen Gepäckaufgabe“, sagt ein Sprecher der Fraport gegenüber fnp.de.

Jetzt soll es den Passagieren auch beim Handgepäck einfacher gemacht werden. Schnellere und bequemere Kontrollen durch neuartige Gepäckscanner erwarten die Reisenden am Flughafen Frankfurt ab Januar 2023. Das teilte Fraport am Donnerstag (24. November) mit.

Flughafen Frankfurt: Obergrenze von 100 Millimeter pro Flüssigkeit fällt

Die Scanner sollen den Gästen das Leben erleichtern, weil sie Flüssigkeiten und elektronische Geräte künftig nicht mehr extra auspacken müssen. Auch die bislang gültige Obergrenze von 100 Millilitern pro Flüssigkeitsbehälter fällt dann, wie das Luftamt Süd der Regierung Oberbayern mitteilte. Vor allem unerfahrene Passagiere haben bislang an den Kontrollstellen für Zeitverluste gesorgt, wenn sie in ihrem Handgepäck die Flüssigkeiten nicht vorsortiert hatten.

Die Geräte durchleuchten das Handgepäck mit der aus der Medizin bekannten Technik der Computer-Tomographie (CT). Statt nur weniger Aufsichtsbilder liefern sie ohne Tempoverlust Hunderte Aufnahmen des Gepäckstücks, was am Kontrollschirm dreidimensionale Ansichten und die schichtweise Durchleuchtung des Tascheninhalts ermöglicht. Auch feste und flüssige Sprengstoffe können von den Geräten erkannt werden. Die Flüssigkeitsbeschränkungen im Luftverkehr waren 2006 zur Terrorabwehr eingeführt worden.

Flughafen Frankfurt: Zwei Testgeräte der neuartigen Handgepäck-Scanner im Einsatz

Am Flughafen Frankfurt sind derzeit zwei Testgeräte im Einsatz. Die Bundespolizei konnte sich lange nicht zu einer Zulassung der neuen Technik durchringen, die bereits in den USA, aber auch in EU-Staaten wie Irland, den Niederlanden oder Estland erprobt ist. Noch Ende 2019 hatte die Bundespolizei erklärt, dass die Geräte „nach bisherigem Kenntnisstand“ keinen operativen Mehrwert aufwiesen.

Die deutsche Luftverkehrsbranche fordert seit langem schnellere Passagierkontrollen ohne Sicherheitsverlust. Die heutigen Verfahren binden nach Ansicht des Flughafenverbands ADV zu viele Ressourcen und stellen eine „ernstzunehmende Belastung sowohl für den reisenden Bürger als auch für die Volkswirtschaft“ dar. „Wir begrüßen die neue Technik sehr“, erklärte eine Sprecherin der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa gegenüber der dpa. (esa/dpa)

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