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Auf den Anhänger passen vier Transportkisten, die von den Fahrern aufgeladen werden.

DHL Express testet neue Elektro-Lasträder

Mit dem „Cubicycle“ Pakete zustellen

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Immer mehr Frankfurter bestellen online. Die Lieferfahrzeuge blockieren oft die Straßen. Mit neuen Elektro-Rädern will DHL die Zustellung umweltfreundlich bewerkstelligen.

Zeit sparen und Kohlendioxid: Diese Strategie verfolgt DHL Express mit elektrisch unterstützten Frachträdern, Cargobikes genannt. Gestern wurde die neue Generation vorgestellt: „Cubicycles“. Zwei der avantgardistischen Räder, die seit gestern in Frankfurt im Einsatz sind, werden jetzt zwei Monate lang getestet. Peter Hahn, Leiter der DHL-Express-Niederlassung in Frankfurt, kann sich vorstellen, einen beträchtlichen Teil der Frachtzustellung auf neue Räder des Typs Cubicycle zu übertragen. „Ob wir fünf nehmen werden oder zehn oder 15, sehen wir in zwei Monaten“, sagte er.

Neu und in der zweimonatigen Testphase sind nicht nur die Räder. Neu ist auch das Ladeprinzip. DHL Express, eine weltweit tätige Tochter des einst behäbigen Staatskonzerns Deutsche Post, testet es zeitgleich in Frankfurt und in Utrecht (Niederlande).

Das Konzept des City-Hubs: Ein Anhänger wird mit bis zu sechs der Transportboxen beladen und an einen sicheren, zentralen Ort gebracht. Dort laden die Radfahrer die bis zu 165 Kilogramm schweren Boxen problemlos auf ihr vierrädriges Cubicycle. Denn die Boxen haben Rollen, der Anhänger Schienen. Alles ist genau aufeinander abgestimmt.

„Wir wachsen zweistellig“, sagte Tobias Wider, bei DHL Express Deutschland Bereichsleiter. „Vor allem der Online-Handel bringt neue Kunden.“ Und zwar nicht nur Geschäftskunden, sondern vor allem Privatkunden, die nur ein Päckchen wollen – bei DHL Express ausgeliefert am nächsten Tag. Mit Autos mit Verbrennungsmotor sei dies jedoch nicht zu schaffen. Jedenfalls nicht, wenn Städte wie Stuttgart ein Diesel-Fahrverbot erlassen.

Seit 2014 ist DHL auf dem Elektro-Rad unterwegs. Das neue Modell ist noch größer, stärker und teurer als das alte Cargo-Bike. „Cubicycles kosten 10 000 Euro“, sagt Wider. Dennoch ist er überzeugt: Über die gesamte Lebensdauer sind sie günstiger als Kleintransporter, wie sie derzeit meist eingesetzt werden. Die tollen Räder mit den vier Reifen hat DHL mitentwickelt. In den Niederlanden sind sie seit 2015 unterwegs. Ein Akku unterstützt den Fahrer beim Treten, maximal 50 Kilometer lang. Schnell sind die drei Meter langen und ohne Box 59 Kilogramm schweren Räder auch. 40 km/h ist der Fahrer Janos Dobai bereits gefahren.

Der Clou steckt in den Transportboxen. Sie haben die Grundmaße einer DHL-Palette, wiegen leer 40 Kilo und messen einen Kubikmeter. Bis zu 125 Kilo Last können sie aufnehmen. „Das sind 70 Pakete“, rechnet Hahn. Das, was ein Fahrer in einer Schicht ausliefern kann. Die Fahrer haben nichts mit dem Einsortieren der Ladung zu tun. „Das geschieht morgens bei uns in Raunheim“, sagt Hahn. Mit der Ladung erhält der Fahrer eine Liste aller Adressen.

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