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Anne Korten und Mehmet Iyigün zeigen einen der neuen Becher.

Mehrwegsystem

"Cup 2 gether" geht an den Start: Über 40 Cafés machen mit!

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Mehr als 40 Cafés gehen jetzt mit dem Mehrwegbecher-System "Cup 2 gether" in Bornheim und im Nordend an den Start, um Papp- und Plastikmüll zu vermeiden. Weitere Stadtteile könnten im Sommer dazukommen.

Draußen ist es sonnig und warm. Endlich! Deshalb hat sich Elijah Romanus im Glauburg-Café in der Glauburgstraße auch gleich einen grünen Becher ausgesucht, um mit seinem Bruder das System „Cup 2 gether“ zu bewerben. „Grün ist die Farbe des Frühlings, der Hoffnung und meiner Augen“, sagt Elijah und schmunzelt. „Und es wird endlich Zeit, etwas gegen diese Flut von Einwegbechern zu tun, die hinterher alle im Müll landen.“

Elijah gehört zu den rund 150 Testern, die seit gestern auf Initiative des gemeinnützigen Unternehmens „Lust auf besser leben“ und der Kommunikationsagentur „Von wegen“ das neue Mehrwegsystem „Cup 2 gether –Besser Bechern rund um die Berger“ in 40 Cafés im Nordend und in Bornheim ausprobieren. Nach einer mehrmonatigen Versuchsphase bewerten sie das System dann in Form von Fragebögen.

Etwa ebenso viele Anhänger sind zugleich als Botschafter in den beiden Stadtteilen unterwegs, um das neue System mündlich und im Internet zu bewerben. „Wir konnten unter unseren Stammgästen schon bis zu 30 Tester gewinnen, die sich online anmelden, ihr Heißgetränk bei uns im bunten Mehrwegbecher abholen und zusammen mit einer hölzernen Pfandmarke in einem anderen Café zum Spülen abgeben“ freut sich Lena Iyigün, Mitinhaberin des Glauburg-Cafés.

Zu den Cafés und Geschäften, die „Cup 2 gether“ unterstützen, gehören im Nordend das Glauburg- und das Strandcafé in der Koselstraße, in Bornheim das Kaufhaus West und die Bio-Metzgerei Spahn in der Berger Straße. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Einwegbecher bei uns im Abfall gelandet sind“, erinnert sich Anna Korten, ehemalige Mitarbeiterin im Glauburg-Café.

Deshalb wollte man im Strandcafé schon vor einem Jahr diesen Müllbergen den Kampf ansagen. „Wir haben bei uns einfach keine Einwegbecher mehr ausgegeben und konnten dann keine Gäste bedienen, denen die Zeit fehlte, um ihr Heißgetränk aus der Tasse zur trinken“, sagt die Inhaberin Lisa Ott. „Deshalb bin ich richtig froh, dass wir jetzt auch eilige Gäste und sicher auch viele Tester und Botschafter gewinnen können.“

Auch Anna Korten wäre sofort als begeisterte Testerin und Botschafterin dabei, müsste sie nicht aus beruflichen Gründen nach Düsseldorf umziehen. Immerhin gibt es dort ein ähnliches System, genannt „Cup for Cup“. „Auch in Berlin, Kassel und Freiburg werden in Cafés Mehrwegbecher ausgegeben, diese und andere Städte dienten uns als Vorbilder“, sagt Marlene Haas, Geschäftsführerin von „Lust auf besser leben“. Mit Unterstützung des Wirtschafts- und Energiereferats Frankfurt, der FES, „Cleanffm“ und der Postcode-Lotterie konnte ihr Unternehmen die 40 teilnehmenden Cafés und Geschäfte mit mehreren 100 Bechern in verschiedenen Farben von Pink bis Grau ausrüsten.

Für Transport und Logistik konnte das Startup-Unternehmen „Sachen auf Rädern“ gewonnen werden. „Derzeit müssen wir einige Teilnehmer noch dafür sensibilisieren, dass es sich um ein Pfandleihsystem handelt, bei dem man die Becher wieder zurückbringen sollte“, sagt Haas. Im Sommer könnten die Innenstadt, das Bahnhofsviertel oder das Gallus als weitere Stadtteile hinzukommen.

Ein Hanauer Unternehmen stellt die Becher aus dem geschmacksneutralen Kunstharz Lignin her. Übrigens: Die graue Farbvariante wurde extra mit angedeutetem Rippenmuster geliefert – sollte jemand Lust auf Ebbelwei „to go“ bekommen.

Als Tester anmelden: Anmeldungen als Tester und Boschafter sind im Internet unter möglich.

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