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Da hatten alle einen lichten Moment

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Von: Alexandra Flieth

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Sie sind unter uns: Einen Hauch von Science-Fiction verströmten die Experimente der Otto-Hahn-Schüler zum Thema Licht. Dabei ging es nicht um Zukunfts-Fiktionen sondern naturwissenschaftliche Gesetze. FOTO: leonhard hamerski
Sie sind unter uns: Einen Hauch von Science-Fiction verströmten die Experimente der Otto-Hahn-Schüler zum Thema Licht. Dabei ging es nicht um Zukunfts-Fiktionen sondern naturwissenschaftliche Gesetze. © hamerski

Spektakuläre Eröffnung des Festprogramms an der Otto-Hahn-Schule

Auf dem Schulhof der Otto-Hahn-Schule (OHS) in ist es an diesem Abend stockfinster, selbst die Bewegungsmelder sind ausgeschaltet, damit es so auch so bleibt. Zumindest vorerst. Die Mädchen und Jungen der Kooperativen Gesamtschule im Urseler Weg 27 haben gemeinsam mit ihren Lehrern in den vergangenen Monaten ein ganz besonderes Spektakel vorbereitet, das nun präsentiert und sprichwörtlich "Licht ins Dunkel" auf den Schulhof bringen soll. Anlass ist die 1250-Jahr-Feier des Stadtteils, der erstmals im Jahr 772 eine urkundliche Erwähnung fand. An den Feierlichkeiten des Festjahres 2022 beteiligt sich auch die OHS.

Unter dem Motto "Lichtblicke" hat die Gesamtschule zu einer ungewöhnlichen Zeit und bei sternenklarem Himmel Besucher auf ihr Gelände geladen und läutet mit ihrer Aktion das Festjahr ein. Die Idee hierzu sei inspiriert von der Luminale - der Biennale für Lichtkunst in Frankfurt, erzählt Olaf Reisinger, Mitorganisator und Lehrer für Geschichte, Politik und Deutsch. Zunächst habe es verschiedene Ansätze gegeben, darunter die Idee zu einem historischen Stadtrundgang und auch die, Häuser im Stadtteil zu illuminieren. Entstanden ist nun ein von Naturwissenschaften und Kunst geprägter Rundgang über das Schulgelände, der sich rund um die vielfältigen Erscheinungsformen von Licht mit seinen Verwendungsmöglichkeiten dreht. "Wir möchten als Schule im Stadtteil sichtbar sein", sagt Reisinger.

"Für den Rundgang sind etwa 30 Minuten eingeplant", so Anna Muthig, Lehrerin an der OHS. Seit geraumer Zeit sei die Teilnahme an den "Lichtblicken" ausgebucht. Die Besucher konnten sich online für ein Zeitfenster anmelden - insgesamt vier davon gibt es. Für jede Gruppe werden fluoreszierende Armbänder in vier unterschiedlichen Farben bereitgestellt, um sie im Dunkeln besser auseinanderzuhalten. Schüler sind für die Führungen zu den einzelnen Stationen zuständig - rund 160 Besucher werden über den Abend verteilt erwartet. Es gilt die 2G-Regelung plus Maske.

MINT-Fächer als Schwerpunkt

Die OHS, die einen Schwerpunkt auf die naturwissenschaftlichen Fächer sowie auf Mathematik, Informatik und Technik (MINT) legt, ist seit Ende 2020 Teil des nationalen Excellence-Netzwerkes MINT-EC. Gleich an der ersten Station präsentieren Schüler des Leistungskurses Chemie, aber auch Mädchen und Jungen aus den MINT-Klassen Experimente zum Thema Licht. Hinter Schutzvorrichtungen aus Kunststoff sind vier Versuchsanordnungen aufgebaut, die von den Schülern des Chemie-Leistungskurses zusammen mit Lehrer Jens Salzner vorgeführt werden.

Diese drehen sich unter anderem um Farbstoffe, die fluoreszierend sind und zum Beispiel in der Medizin eingesetzt werden, "etwa um Gefäße sichtbar zu machen", erklärt es Salzner. Ein zweites Experiment stellt das "Prinzip des Glühwürmchens" in den Mittelpunkt. Erzeugt wird ein helles Leuchten mit speziellen Chemikalien wie Luminol, das, so der Lehrer weiter, beispielsweise in der Forensik für die Sichtbarmachung von Blut Verwendung finde. Noch spektakulärer aber sind die Butan-Seifenblasen, die so manchen Besucher zum Staunen bringen. Denn diese besonderen Seifenblasen brennen, wenn sie angezündet werden. Nicht irgendwo, sondern auf den Händen der Schüler. Doch keine Angst, Verbrennungen haben sie nicht zu befürchten. "Die Hände wurden vorher angefeuchtet", sagt Salzner. Die erzeugte Flamme erstickt dadurch sofort wieder.

Das Leuchten der Textmarker

Auch die jüngeren Schüler der MINT-Klassen stellen Versuche vor, zum Beispiel zur Frage, welche Farben sich wirklich neonfarbenen Textmarkern befinden oder wie der Inhalt von Kältepacks in Wasser reagiert. Bei beiden Anordnungen sind die Besucher sogar aufgefordert, es selbst einmal auszuprobieren.

Eine Videoinstallation vom Leistungskurs Kunst der Schule ist mittlerweile auch einer Außenwand des Gebäudes zu sehen, außerdem eine Lichtshow mit animierten Figuren und Elementen, die auf dem roten Platz des Schulhofs auf den Boden projiziert wird. Und auch ein "Grünes Klassenzimmer" gibt es, das es von außen zu bestaunen gilt: Motive aus der Biologie werden mit Licht in Szene gesetzt. Am Ende des Rundgangs steht fest, die OHS hat Licht in den Stadtteil gebracht.

Weitere Infos zum Festprogramm des Jubiläums gibt es unter www.1250nieder-eschbach.de im Internet. Alexandra Flieth

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