1. Startseite
  2. Frankfurt

DAK-Report: Vermehrt Mädchen wegen Angststörungen in Klinik

Kommentare

Laut einer DAK-Statistik ist die Zahl der Krankenhaus-Behandlungen von Mädchen wegen Angststörungen stark gestiegen. Verantwortlich dafür sei laut Experten unter anderem die Corona-Pandemie.

Frankfurt - Nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit belasten die jüngsten Krisen vor allem sehr stark die psychische Gesundheit weiblicher Jugendlichen. Dieses Ergebnis geht aus einer Analyse des Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit in Hessen hervor.

Doppelt so viele Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren seien im Jahr 2022 wegen Angststörungen stationär behandelt worden, wie noch im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie. Zudem gab es mehr Behandlungen wegen Essstörungen und Depressionen. Hochgerechnet auf alle Jugendlichen in der Altersgruppe wurden laut DAK-Auswertung 2022 in Hessen rund 750 Mädchen wegen Angststörungen und Depressionen im Krankenhaus behandelt.

Junge Frau vor dem Schrankspiegel
Angststörungen sind am weitesten verbreitet. Der dgppn zufolge entfallen 15,4 der Diagnosen auf Angststörungen wie Panikattacken, Angst vor weiten Plätzen etc. Bei Betroffenen ist das Angstgefühl so übermächtig, dass es den Alltag immens einschränkt. Beschwerden wie Herzrasen, Schwitzen und Zittern zählen zu den Symptomen einer Angststörung. (Symbolbild) © Imago

„Die massive Zunahme von schweren Ängsten und Depressionen bei Mädchen ist alarmierend“, sagt Britta Dalhoff, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Hessen. „Unsere Auswertung zeigt, dass die anhaltenden Krisen die junge Generation stark belasten.“ Dalhoff fordert eine Präventionsoffensive, um die psychische Gesundheit junger Menschen zu stärken und Familien zu unterstützen.

Wir befinden uns in einer Mental-Health-Pandemie, deren Auswirkungen erst nach und nach sichtbar werden.

Prof. Christoph U. Correll, Berliner Charité

DAK-Report Angststörung: Mehrere Faktoren für Angststörung verantwortlich

Auch Ärztevertreter sind besorgt: „Wir befinden uns mitten in einer Mental-Health-Pandemie, deren Auswirkungen erst nach und nach sichtbar werden“, sagt Prof. Christoph U. Correll, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Berliner Charité.  Neben der Pandemie seien der Ukraine-Krieg sowie die Angst um die wirtschaftliche Zukunft und um unseren Planeten Faktoren, die zusammen kommen, sagt laut DAK der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach. Es sei Aufgabe der Politik, junge Menschen wieder zukunftssicherer zu machen.

Laut DAK-Report seien Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 häufiger betroffen als gleichaltrige Jungen. Von 900 Jugendlichen, die mit einer Angststörung stationär behandelt wurden, waren 750 Mädchen, erläuterte die DAK. Bei Schulkindern im Alter zwischen 10 und 14 Jahren zeige sich ein ähnliches Bild. (Stefanie Lipfert)

Auch interessant

Kommentare