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Ralf Trieber und sein Kollege von der Firma Trieber haben unlängst im Auftrag des Straßenbauamts die Verkehrsschilder am Dalles wieder aufgestellt. Zur Straße hin wird noch ein Zaun montiert, damit die Leute nicht durch die Rabatten über die Straße laufen.

Abkürzung verboten

Dalles-Umbau in Sindlingen soll die "Rentner-Diagonale" sperren

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Vor allem Menschen, die schlecht zu Fuß sind, nutzen den Einmündungsbereich von Huthmacher- und Farbenstraße, um die Sindlinger Bahnstraße zu überqueren. Doch das ist gefährlich. Blumenrabatte und Zaun sollen dieses Unterfangen künftig verhindern.

Frankfurt Die Pflasterarbeiten am Sindlinger Dalles sind abgeschlossen, die Straßen- und Verkehrsschilder stehen wieder. Was noch fehlt, ist die Bepflanzung - Teile des Platzes vor der Apotheke sind entsiegelt worden und sollen begrünt werden. Auch die Hülse für den Weihnachtsbaum, der dort im Zentrum von Sindlingen-Süd alljährlich aufgestellt wird, fehlt noch. Zur Straße hin soll ein Zaun errichtet werden. Damit soll unterbunden werden, dass Fußgänger ihre alten Wege beibehalten, also künftig durch die Rabatten trampeln, um die Sindlinger Bahnstraße dort im Einmündungsbereich von Huthmacher- und Farbenstraße zu überqueren.

Der Weg zur Ampel ist vielen zu weit

Denn diese gefährliche Praxis wird eifrig gepflegt. "Das ist eine Rentner-Diagonale", sagt Ortsbeirat Albrecht Fribolin (CDU). Er selbst habe schon eine Frau mit Rollator beobachtet, die in der Kurve die Fahrbahn der vielbefahrenen Sindlinger Hauptstraße überquert habe. Das Problem: Der Weg zu den ampelgeregelten Zebrastreifen an der Bushaltestelle neben dem Nahkauf-Markt beziehungsweise bei Samen-Schlereth an der Ecke zur Okrifteler Straße ist den meisten zu weit; seit Verkehrsinseln gesetzt wurden, um den Verkehr abzubremsen, werden diese von Fußgängern als Querungshilfen verstanden.

Mit dem Ergebnis der Pflasterarbeiten ist Ortsbeirat Fribolin zufrieden: "Wenn man entsiegeln will, gibt es keine andere Möglichkeit. Die Wegeverbindungen sind ja von den Zebrastreifen und der Apotheke vorgegeben." Was ihn immer noch wurmt, ist, dass das Straßenbauamt es unterlassen hat, die Pläne für den Umbau vor Beginn der Arbeiten in der Ortsbeiratssitzung vorzustellen. Denn eigentlich hat der Ortsbeirat beratende Funktion, weil seine Mitglieder die Situation in den jeweiligen Stadtteilen bestens kennen und den Planern in dem Amtsstuben im ein oder anderen Fall einen wichtigen Hinweis geben können.

Außerdem war die Bautätigkeit erst von einem Antrag Fribolins ausgelöst worden: Er hatte in einem Antrag lose Gehwegplatten vor der Apotheke bemängelt und um Abhilfe gebeten. Im Amt hat man die Notwendigkeit genutzt, um den kleinen Platz neu zu gestalten und ihn zu entsiegeln - zumal der Sindlinger Heimat- und Geschichtsverein den Vorstoß gemacht und vorgeschlagen hatte, Blumenkästen am alten Wegkreuz aufzustellen. Der Verein hat angeboten, die Neuanpflanzungen auch zu pflegen.

Schrägparkplätze

sind zu teuer

Die Idee Fribolins, den überdimensionierten Bürgersteig samt Verkehrsinsel in der Farbenstraße wegzunehmen und dort Schrägparkplätze anzulegen, ist indes vom Tisch. Die Arbeiten seien angesichts des relativ geringen Resultats von drei oder vier Parkplätzen zu teuer, heißt es seitens der Stadt. Die mit Verkehrsinsel ausgebaute Einmündung der Farbenstraße stammt noch aus der Zeit, als die westliche Werksbrücke der damaligen Hoechst AG noch täglich von Tausenden Autos genutzt wurde. Der früher öffentliche Fahrstreifen ist allerdings seit Jahrzehnten für den motorisierten Verkehr gesperrt.

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