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Damit die jungen Bäumchen nicht verdursten

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Von: Alexandra Flieth

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Angelika Remmert gießt eine Mispel. Aus dem Setzling wird ein kleinwüchsiger Baum mit krummem Stamm und breiter Krone, der essbare Früchte trägt und früher weit verbreitet war. FOTO: Maik Reuß
Angelika Remmert gießt eine Mispel. Aus dem Setzling wird ein kleinwüchsiger Baum mit krummem Stamm und breiter Krone, der essbare Früchte trägt und früher weit verbreitet war. FOTO: Maik Reuß © Maik Reuß

Frankfurter Naturschützer haben Spritzmobil gebastelt

Es ist ruhig in der Schwanheimer Düne - bei den warmen Temperaturen ist auf den Wiesen nur das Zirpen von Heuschrecken zu hören. Hin und wieder laufen Spaziergänger den Weg entlang. Plötzlich jedoch ertönt das Motorengeräusch des roten Traktors des Vereins Wildwiesen und durchbricht mit seinem Tuckern die Stille. "Wilma" haben sie das Fahrzeug genannt. Felix Heller, Gründer und Mitglied des Vereinsvorstandes, fährt damit auf die Streuobstwiese, die er und seine Mitstreiter seit gut eineinhalb Jahren auf dem Gelände des Naturschutzgebietes pflegen. Rund 900 Quadratmeter ist die Fläche groß, die der Verein von einer Familie geschenkt bekam, die von dem Engagement der Akteure gehört hatte. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und setzt sich für Artenvielfalt von Flora und Fauna ein. Die Mitglieder pflegen Wiesenflächen im Frankfurter Westen, auf denen der Natur freier Lauf gelassen wird.

Auch im Winter viel Arbeit

Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern wurde besagtes Gelände in der Schwanheimer Düne in den Wintermonaten 2021 zunächst von Brombeersträuchern befreit. Mittlerweile ist es ein Ort, an dem Kleintiere wie Vögel, Igel oder Insekten sich wohlfühlen sowie Gräser und Blumen sprießen dürfen. Auch alte und neu gepflanzte Obstbäume haben ausreichend Platz zum Wachsen und Gedeihen. Doch gerade bei den jungen Obstbäumen sei eine regelmäßige Bewässerung besonders wichtig, damit die Wurzeln stark werden und den neugepflanzten Bäumen Stabilität geben, erklärt Felix Heller.

Da es derzeit nicht wirklich danach aussieht, dass es ausreichend regnet, haben sich die Naturschützer überlegt, wie sie die Bäume alternativ mit genügend Wasser versorgen können und ein Spritzmobil zusammengebastelt. Denn eine direkte Anbindung an das Wassernetz gibt es an diesem Ort in der Schwanheimer Düne nicht. Die Teile für das Spritzmobil befinden sich auf einem Anhänger, der am roten Traktor befestigt ist. Darauf geladen sind Pumpe, Schlauch und Stromerzeuger.

Das Wasser selbst stammt aus einem 1000-Liter-Tank, der auf der Streuobstwiese steht und derzeit noch gefüllt ist. "Das Prinzip ist vergleichbar mit dem von alten Anhängern der Feuerwehr, auf denen eine Pumpe transportiert wurde", erklärt Heller und baut seine Version des Spritzmobils zusammen. Kurze Zeit darauf fließt das erste Wasser, wenn auch nicht mit gehörigem Druck, sondern ganz zart aus dem Schlauch.

Angelika Remmert, die seit Anfang des Jahres eines von insgesamt derzeit 32 aktiven Mitgliedern ist und sich für die Ziele des Vereins starkmacht, hält den Schlauch an einen jungen Apfelbaum der Sorte Kloppenheimer Streifling, die zu den alten Sorten des Kulturapfels zählt. "Die jungen Bäume haben wir vom Main-Äppel-Haus Streuobstzentrum Lohrberg gekauft. Es sind alte Apfelsorten, aber auch Birne, Kirsche und Mispel haben wir gepflanzt", so Heller weiter. "Insgesamt drei junge Obstbäume haben wir auf dieser Streuobstwiese neu gesetzt, weitere sechs auf unserer zweiten Wiesenfläche, die wir hier in der Schwanheimer Düne haben."

Mitstreiter gesucht

Zweimal wöchentlich sollen die Bäume nun bewässert werden. Diese Aufgabe werde durch die Mitglieder übernommen, so der Vereinsvorsitzende weiter.

Und davon sucht der Verein noch weitere, die sich für Natur und Umwelt engagieren möchten. Zwei Euro im Monat beträgt der Mitgliedsbeitrag. Neben der Pflege der beiden Wiesenflächen in der Schwanheimer Düne, sorgt der Verein sich unter anderem auch um eine rund 4 500 Quadratmeter große Wildblumenwiese im Höchster Stadtpark, für die sie einen Patenschaftsvertrag mit dem Grünflächenamt abgeschlossen haben. Dort treffen sich die Mitglieder, etwa auch jährlich zum Ende des Sommers hin, zu einer traditionellen "Mahd" mit der Sense. Alexandra Flieth

Einsatz für die Natur

Weitere Infos zum Verein und seinen Aktivitäten gibt es unter www.wildwiesen.de/

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