So soll die Bebauung auf dem Areal Römerstadt 126 - 134 einmal aussehen. Insgesamt werden neun Gebäude entstehen. Vorne, parallel zur Straße, ist eine Kita geplant. Etwas weiter links davon haben bereits die aktuellen Grabungen der Bodendenkmalpflege nach Überresten des römischen Stadt Nida begonnen. Vermutlich noch im Oktober werden die Bäume gefällt und die Ami-Baracken abgerissen.
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So soll die Bebauung auf dem Areal Römerstadt 126 - 134 einmal aussehen. Insgesamt werden neun Gebäude entstehen. Vorne, parallel zur Straße, ist eine Kita geplant. Etwas weiter links davon haben bereits die aktuellen Grabungen der Bodendenkmalpflege nach Überresten des römischen Stadt Nida begonnen. Vermutlich noch im Oktober werden die Bäume gefällt und die Ami-Baracken abgerissen.

Die Römer in Frankfurt

Damit Nida bleibt, wo Nida war

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Ortsbeirat, ABG und Denkmalamt setzen sich für Erhalt der römischen Geschichte an einen Tisch

Erst als Frank Junker, Geschäftsführer der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding, und Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamtes, zum dritten Mal versichert hatten, dass man sich in zwölf Monaten noch einmal mit dem Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) zusammensetzen werde, um über das weitere Vorgehen auf dem Areal "In der Römerstadt 126 - 134" zu diskutieren, lehnte sich auch das letzte Mitglied des Stadtteilgremiums mehr oder weniger entspannt in seinem Stuhl zurück.

Der Weg zu diesem Ergebnis in der Sitzung am Donnerstagabend war lang, zäh und emotional. Wenn auch weniger emotional, als sich manch einer vielleicht vorgestellt hatte. Waren es doch die Planungen für die Bebauung des knapp ein Hektar großen Areals in der Römerstadt durch die ABG und damit der Ort, an dem der Ortsbeirat sich seit fast 30 Jahren dafür einsetzt, die Reste der römischen Provinzhauptstadt Nida (circa 75 bis 280 n. Chr.) sicht- und erlebbar zu machen. "Es ist die letzte Möglichkeit im Stadtteil, mit der wir Nida präsentieren können", sagte Stephanie Mohr-Hauke (SPD).

191 Wohnungen und eine Kita

Eine Möglichkeit, die Frank Junker nicht ausschloss. Im Gegenteil. "Wir sträuben uns nicht dagegen, das, was dort gefunden wird, in die großzügige Freiflächengestaltung einzubeziehen. Die vorhandenen Funde werden in die Baukörper, in die geplante Tiefgarage oder Keller, integriert", sagte er. 191 Wohnungen, 75 Prozent öffentlich gefördert, sowie eine Kita plant die ABG auf dem Grundstück. Aufgeteilt auf neun Baukörper, bis zu sieben Stockwerke hoch.

Es handle sich allerdings zunächst um eine "grobe Planung", Details folgten dann, wenn die denkmalpflegerischen Arbeiten abgeschlossen seien. "Wenn wir wissen, was dort gefunden wird, folgt der nächste Schritt. Als ich davon sprach, dass die Planungen nicht mehr gestoppt werden können, meinte ich die Bebauung an sich. Nicht, dass die Pläne für diese schon fertig in der Schublade liegen", erklärte er am Tag nach der Sitzung. Deswegen gebe es bislang auch noch keinen Bauantrag, lediglich die Genehmigung für den Abriss der Baracken der US-Amerikaner liege vor. Ebenso wie die der Unteren Naturschutz Behörde, das Areal zu roden. Im Oktober werde damit begonnen.

Niemand weiß, was gefunden wird

Damit das Denkmalamt seine Arbeiten, rund drei Viertel wurden bereits untersucht, ausweiten kann. Zwölf Monate sind dafür veranschlagt. Was dort im Boden schlummere, wisse man jetzt noch nicht, sagte Andrea Hampel. Mit einer repräsentativen Bebauung sei aber nicht zu rechnen. "Die römische Provinz Nida hatte herausragende Gebäude, aber nicht auf diesem Gelände. Hier handelt es sich um eine Hinterhof-Situation", sagte sie. Was nicht heiße, dass die bereits vorhandenen Funde, wie ein Töpferofen, ein mittlerweile mit Sand verfüllter Keller sowie ein Brunnen, nicht weniger wertvoll seien. Wie sie es 1991 bei den ersten Funden bereits gesagt habe. Allerdings sei deren Erhaltung und Präsentation aufgrund des Erhaltungszustandes "nicht so leicht". Und: Die Entwicklung eines musealen Konzeptes nicht die Aufgabe des Denkmalamtes, sondern des Archäologischen Museums.

"Andere Städte würden sich über einen Töpferofen freuen. Ich habe mehr Begeisterung über die dortigen Funde erwartet", sagte Gesa Aden (Grüne). Die wäre durchaus vorhanden, so Hampel. Allerdings hege sie Zweifel daran, die Funde so präsentieren zu können, wie es sich der Ortsbeirat wünscht. Es gebe keine Hausgrundrisse oder zusammenhängende Strukturen.

Dabei seien die möglichen Funde auf dem Areal vielleicht gar nicht ausschlaggebend, warf Verena Rossow (Linke) ein. "Es ist unser Wille, Nida sichtbar zu machen. Unabhängig von dem, was gefunden wird", sagte sie und erhielt durchweg Zustimmung. Auch von Ortsvorsteherin Katja Klenner (CDU). "Uns ist es letztlich egal, ob sie dort etwas finden oder nicht. Es ist aber die letzte Fläche, auf der Nida sichtbar gemacht werden kann, und die ist uns heilig. Deswegen wünschen wir uns eine angemessene Präsentation", sagte sie und pochte noch einmal auf das von ABG und Denkmalamt zugesicherte Treffen. Sowie auf eine bessere Kommunikation. "Das heute war ein guter Anfang", sagte Klenner. jdi

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