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Das beste Suppenrezept stammt aus dem Mittelalter

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Von: Katja Sturm

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Kochduell: Markus Grund (rechts) trat auch gegen seine Frau Barbara Avedikian (hinten) an.
Kochduell: Markus Grund (rechts) trat auch gegen seine Frau Barbara Avedikian (hinten) an. © rüffer

Beim 14. Niederräder Suppenfest traten Hobbyköche, Vereine und Schule gegeneinander an

Auch die Wikinger kochen ihr eigenes Süppchen. Doch in der Menge, die sich an diesem Samstag im Außenbereich der Paul-Gerhardt-Gemeinde versammelt hat, fallen sie auf. Marlis Diener-Stang hat für den gemeinsamen Auftritt beim Niederräder Suppenfest braune Kopfbedeckungen entworfen, die, mit einer Schoko-Münze in der Mitte, an Helme erinnern, und Chefköchin Vesna Perikic trägt wie ihr Mann Zeyeko mittelalterliche Kleidung.

Bei der Premiere unter Druck

Hinter dem Grüppchen verbirgt sich das Team der Ökumenischen Teestube der gastgebenden evangelischen und der katholischen Gemeinde Mutter vom Guten Rat. Doch weil Vesna Perikic entschied, ein Gericht nach Art der nordischen Seefahrer zu kochen, wurde das Outfit angepasst.

„Wir sind zum ersten Mal in dieser Zusammensetzung dabei“, verrät Diener-Stang. Dabei stehe man unter Druck. Ihr Vorgänger als Kirchenvertreter hatte zuletzt den dritten Platz in dem Wettbewerb belegt, der mit dem Fest verbunden ist. Diesen Titel müsse man bestätigen. Pfarrerin Claudia Vetter-Jung von der Paul-Gerhardt-Gemeinde gibt sich zuversichtlich: „Wir sind die Besten.“

Das Konzept ist einfach, aber überzeugend. Zwei Stunden lang wird an den elf Ständen, die diesmal von 14 Angemeldeten aufgebaut wurden, gekocht. Dann muss jedes Team die Löffel weglegen. Die Besucher dürfen sich für je zwei Euro eine Schüssel abholen und mit dieser von einem Topf zum anderen wandern und kosten. Nach einer Stunde wird darüber abgestimmt, welches Angebot am schmackhaftesten war. Dafür wird das Geschirr einfach vor dem jeweiligen Namensschild gestapelt, und wer die meisten Schüsseln auf sich vereinigt hat, hat gewonnen.

Barbara Avedikian und ihr Mann Markus Grund tragen zudem einen familieninternen „Battle“ aus. Beide sind leidenschaftliche Hobbyköche, haben den Gewölbekeller des Elternhauses zu einem professionellen Studio und gemütlichen Gastraum ausgebaut, in den sie Freunde zu genüsslichen Stunden einladen.

Auch am „Perfekten Dinner“ nahm das Ehepaar schon teil. Barbara Avedikian belegte bei der TV-Show vor drei Jahren in der Konkurrenz mit einem Promi-Koch den zweiten Platz, ihr Gatte wurde vor acht Jahren Dritter.

„Ich wollte schon immer mal beim Suppenfest mitmachen“, sagt Markus Grund. Doch bis zu diesem Jahr hat es der Stadtteilbewohner nie geschafft. Als klar war, dass es endlich klappen könnte, wollte Barbara Avedikian ihren Partner begleiten. Schnell kam die Idee auf, zwei verschiedene Suppen zu machen und sich so auch miteinander zu messen.

Knoblauch, Linsen oder Gulasch

So brodeln in der hintersten Ecke des engen Areals gleich zwei Speisen unter dem Logo von „Ave-Grund-Genuss“, so der gemeinsame Markenname, der mit einem Hundebild verbunden ist. „Das ist Souris, unser Border Collie“, erklärt das Frauchen, während sie ein cremiges Knoblauchsüppchen mit Rote-Bete-Espuma kreiert. Dem Vierbeiner würde das Produkt ihres direkten Gegners, eine Szegediner Gulaschsuppe, vermutlich besser munden.

Eine erste Wahl hat die „Linsensuppe à la Lea“ schon gewonnen. Beim Jugendtreff „Break 14“, der zusammen mit dem Caritas-Quartiersmanagement, dem Jugendtreff Mainfeld und dem Jugendtreff der Paul-Gerhardt-Gemeinde Veranstalter des Suppenfestes ist, hat sie sich gegen alle anderen Suppen, die dort in den vergangenen Wochen gemeinsam zubereitet wurden, durchgesetzt. Jetzt geben die Teenager und Erfinderin Lea Hibinger, die als studentische Hilfskraft in der Kulturwerkstatt arbeitet, ihr Bestes, um diesen Erfolg zu toppen.

Doch andere Angebote finden mehr Zustimmung. Barbara Avedikian landet mit 39 Schüsseln punktgleich mit dem Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“ auf dem dritten Platz und damit vor ihrem Mann Markus. Auf einen klaren Triumph mit 53 Schüsseln vor der KGS Niederrad (41) dürfen die Wikinger anstoßen.

Der Wettbewerb war allerdings verzerrt: Nicht jeder Gast hatte von allen Suppen etwas abbekommen.

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