Eine blaue Plane gegen den Regen soll die Trümmer schützen. FOTO: enrico sauda
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Eine blaue Plane gegen den Regen soll die Trümmer schützen.

Feuerteufel in Frankfurt unterwegs

Das lange Warten im Koreanischen Garten

  • VonNiklas Mag
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Vier Jahre nach Brandanschlag im Westend hat sich noch nichts getan - Schuld ist auch Corona

Während der Goetheturm schon wieder steht, geht es im ebenfalls 2017 abgebrannten Koreanischen Garten im Grüneburgpark weiterhin nur langsam vorwärts. So richtig kommt die Reparatur nicht in die Gänge. Noch immer ist der Koreanische Garten nicht zugänglich. Im August schaltete sich deshalb der Ortsbeirat ein: "Wir haben eine Anfrage gestellt, weil wir wissen wollen, wann es da weiter geht", erklärt Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Grüne) auf Anfrage. Und ob überhaupt konkret geplant wird.

Das Geld ist bereits eingestellt

"Wir wünschen uns außerdem, dass die umliegende Fläche schon wieder genutzt werden kann, auch wenn der Pavillon noch nicht wieder repariert ist." Die Mittel für die Reparaturen seien bereits seit einer Ewigkeit eingestellt, führt Gutmann aus, Corona habe die Arbeiten aber wohl zum Erliegen gebracht, weiß er. Der Garten sei dauerhaft geschlossen, das missfalle dem Gremium. "Wir sind sehr unzufrieden, dass das so lange dauert", sagt der Ortsvorsteher.

Monika Christann (Linke) hat die Thematik Ende des vergangenen Monats mit in die Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung genommen. Eine Antwort von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) folgte: "Im vergangenen Jahr 2020 sollte der abgebrannte Koreanische Morgentaupavillon wiederhergestellt und die sanierungsbedürftige Pflaumenlaube instand gesetzt werden", so Heilig. Dazu hätten Kunsthandwerker aus Korea kommen sollen, um die Arbeiten authentisch auszuführen. "Leider konnten die Koreaner aufgrund der Corona-Pandemie nicht einreisen. Auch die Anlieferung der erforderlichen Materialien aus Korea ist aktuell sehr problematisch", lautet die Erklärung der Dezernentin.

Sie macht weiterhin wenig Hoffnung darauf, dass der Garten - wie vom Ortsbeirat gefordert - auch vor der Fertigstellung wieder geöffnet werden kann: "Der Garten selbst wurde bereits von einer koreanischen Firma neu gestaltet. Im Zuge der Arbeiten an den Gebäuden sind hier jedoch Wiederherstellungsmaßnahmen und Anpassungsarbeiten erforderlich." Deshalb beabsichtige man, den Garten erst nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen wieder komplett zu öffnen. Wie lange das noch dauert, steht allerdings in den Sternen.

So lässt Heilig eine genaue Terminierung offen: "Wegen der Unwägbarkeiten können derzeit keine Angaben zum Beginn der Arbeiten gemacht werden."

Im Mai 2020 hatte der Ortsbeirat der Bau- und Finanzierungsvorlage zugestimmt. 564 000 Euro sind in der Vorlage für die Reparaturen und den Wiederaufbau des Pavillons veranschlagt, die wegen des Brandes vollständig von der Versicherung übernommen werden.

Auf dem Seeweg nach Frankfurt

"Die Bevölkerung hat ein großes Interesse am Koreanischen Garten und dessen Pavillons. Sie wünscht sich einen schnellen Wiederaufbau dieses einmaligen Bauwerks und eine baldige Wiedereröffnung", heißt es in der Vorlage. Die Baufirma sei vom koreanischen Konsulat ausgewählt worden. "Es müssen unter anderem die zerstörte Holzkonstruktion, das Dach, die Bodenplatten und die Mauern und die Fundamente erneuert werden. Dazu sind originale koreanische Baumaterialien erforderlich, die von Kunsthandwerkern in Korea hergestellt werden." Die vorgefertigten Bauteile sollten auf dem Seeweg nach Frankfurt kommen. Anschließend hätten die Kunsthandwerker den Morgentaupavillon im Grüneburgpark wieder errichten sollen - wäre da nicht die Pandemie gekommen. niklas Mag

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