Die Mitautoren Christina Treutlein und Philipp Sturm vor dem Musterhaus im Burgfeld 136.
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Die Mitautoren Christina Treutlein und Philipp Sturm vor dem Musterhaus im Burgfeld 136.

Römerstadt: Neues Frankfurt

Das neue Buch zum Musterhaus

  • vonOscar Unger
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Ernst-May-Gesellschaft legt über 150 Seiten zu seiner Geschichte vor

Es ist ein Haus, wie es tausende andere gab, und doch gut 90 Jahre nach seinem Bau in Frankfurt absolut einmalig ist: das Ernst-May-Reihenhaus im Burgfeld 136. Jahr für Jahr wird es von Architekturinteressierten aus der ganzen Welt, von vielen Studenten und Schulklassen besucht. Bis Corona kam und das Musterhaus des Neuen Frankfurt für den Publikumsverkehr schloss.

Den Lockdown gut genutzt

"Wir haben die Zeit des Lockdown dafür genutzt, ein häufig angefragtes Buchprojekt voranzutreiben", sagt Philipp Sturm, der Geschäftsführer der Ernst-May-Gesellschaft. So kann nun zehn Jahre nach Eröffnung des May-Hauses die langwährende Lücke - das Fehlen einer umfassenden Dokumentation des Gebäudes - geschlossen werden. Der Titel: "Mayhaus - Das Musterhaus zum Neuen Frankfurt".

Das im Stuttgarter Verlag avedition jetzt erschienene Buch erklärt auf 152 Seiten anhand aktueller Fotografien sowie erstmalig publizierten historischen Plänen die Funktionen des Musterhauses. Über die Textebene, die sich von der Stadt über die Siedlung und dann die Straße in das Gebäude hinein zoomt, wird das gesamte Raumprogramm des May-Hauses inklusive seiner Frankfurter Küche bauhistorisch und soziokulturell eingeordnet. Die Autoren Christina Treutlein, Philipp Sturm, Elisa Lecointe, Ulrike May und Annika Sellmann befassten sich eingängig mit der Materie der Siedlung, des Hauses, der Räume und den Gärten und erarbeiteten so die Texte, die das Haus - innen und außen - sowie seine Umgebung umfassend darstellen. Außerdem wurden in verschiedenen Archiven historische Aufnahmen und Pläne recherchiert, die nun zum Teil erstmalig der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Fotografien von Simon Keckeisen, Absolvent der HfG Offenbach, wurden im Sommer 2020 erstellt und zeigen das Haus als Ganzes sowie dessen interessante Details.

Gleich mehrere Unterstützer

Die Publikation konnte entstehen dank der Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Wüstenrot Stiftung und der Frankfurter Dezernate für Kultur und Wissenschaft sowie für Planen und Wohnen. Alle Besucher können sich künftig tiefergehend mit dem Gebäude sowie dessen architekturhistorischen und gesellschaftspolitischen Kontext befassen. Die Publikation gibt es im May-Haus für 22 Euro. Im Handel kostet das Buch 24 Euro.

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