In den 1940er-Jahren badeten die Nieder-Eschbacher noch in einem Betonbecken, 2021 ist dies mit Edelstahl ausgekleidet. Und auch die Umkleiden aus Holz sind weg.
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In den 1940er-Jahren badeten die Nieder-Eschbacher noch in einem Betonbecken, 2021 ist dies mit Edelstahl ausgekleidet. Und auch die Umkleiden aus Holz sind weg.

75 Jahre FNP

Das Schwimmen ist des Eschbäjers Lust

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute: Nieder-Eschbach.

Badespaß hat in Nieder-Eschbach Tradition. Die Geschichte des Freibades an der Heinrich-Becker-Straße reicht dabei zurück bis ins Jahr 1930, als der Gemeinderat des damals noch eigenständigen Dorfes beschloss, ein Schwimmbad zu bauen. Denn bislang hatten die Eschbäjer in einem Wasserloch geplanscht, gespeist aus der Quelle an den Reedbergen. Die übrigens bis heute sprudelt und in den Mühlbach fließt.

So um 1917, wird sich erzählt, seien die ersten Wagemutigen die Böschung hinunter gerutscht ins kühle Nass. Irgendjemand soll dann auf die Idee gekommen sein, ein Schwimmbad zu bauen.

Zugleich wurden mit dem Bauprojekt die zahlreichen arbeitslosen Nieder-Eschbacher in den 1920er-Jahren beschäftigt. Dann ging es ganz schnell. Am 6. Januar 1930 erfolgte der Beschluss des Gemeinderates und schon am 11. Juni wurde das Bad eingeweiht.

Familienkarten kosteten zwei Reichsmark, eine Einzelkarte zwanzig Pfennige.

Wer nicht aus Nieder-Eschbach kam, musste etwas tiefer in die Tasche greifen, drei Reichsmark kostete die Jahreskarte für auswärtige Badegäste.

Mit den Jahren veränderte sich das Aussehen des Bades, vom Moorbad wurde es nach und nach zu einer richtigen Badeanstalt, wie das Bild aus den 1940er Jahren zeigt. Auch in der Nachkriegszeit war das Bad sehr beliebt und zog zahlreiche Besucher an, in den 1950ern wurde es renoviert und 1954 wieder eröffnet. Vom "Quellwasser-Schwimmbad in Nieder-Eschbach im herrlichen Wiesengrund" schrieb die Frankfurter Neue Presse damals.

Ende der 1960er Jahre schließlich folgte der wohl größte Umbau in der Geschichte des Nieder-Eschbacher Freibades - knapp 1,5 Millionen Mark nahm die Gemeinde dafür in die Hand. Am 15. Mai 1969 wurde es eingeweiht, das Becken ist das gleiche wie heute. Und auch den Sprungturm, mit Ein- und Drei-Meter-Brett, gab es damals schon. Die jüngste Sanierung liegt erst wenige Monate zurück - das einstige Betonbecken ist jetzt mit Edelstahl ausgekleidet.

Renovierungen und Umbauten änderten jedoch nie etwas daran, dass das Freibad einen dörflichen Charme behielt. Trotzdem drohte ihm wegen geringer Besucherzahlen 2003 das Aus. Nur der DLRG-Ortsgruppe ist es zu verdanken, dass in Nieder-Eschbach weiter geschwommen werden kann. Sie übernahmen die Wasseraufsicht - bis heute. Weil sie wissen, welche Bedeutung dieses Bad für den Stadtteil hat. jdi

Die nächste Folge der Serie

Morgen sehen sie auf der Süd-Seite die Rennbahn in Niederrad. Alle bisher erschienen Folgen finden Sie gebündelt auf www.fnp.de/stadtteilgeschichte

Badespaß hat in Nieder-Eschbach Tradition.

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