Links ist das Wasserspiel mit der Fontäne gut zu erkennen. Ansonsten bestimmen Stein und Beton den Cronberg-Platz. FOTO: jülich
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Links ist das Wasserspiel mit der Fontäne gut zu erkennen. Ansonsten bestimmen Stein und Beton den Cronberg-Platz.

Sachsenhausen

Klimaschutz in Frankfurt: Das Wasserspiel allein genügt nicht

  • VonNiklas Mag
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Klimaschutz ist in Frankfurt weiter ein bestimmendes Thema. Im Fokus steht auch der sich aufheizende Cronberg-Platz. Doch er fehlt im Investitionsprogramm der Stadt.

Frankfurter Plätze sollen langfristig grüner werden, so viel ist klar. An einigen Stellen im Norden der Stadt tut sich bereits etwas. So kämpft auf dem Riedberg eine Klimaschutzinitiative gemeinsam mit dem Ortsbeirat dafür, den Riedbergplatz schattiger zu machen, in Bergen-Enkheim hingegen gibt es Ärger, denn die Schelmenspieler wünschen sich die Begrünung statt mittig lieber am Rand des Schelmenburgplatzes, um diesen künftig für ihr Theaterstück nutzen zu können (wir berichteten).

Doch wie sieht es südlich des Mains aus? Auch hier gibt es die eine oder andere von Stein bestimmte Fläche, die etwas Grün, mehr Natur vertragen könnte. So zum Beispiel der Walther-von-Cronberg-Platz am Deutschherrnufer. Der Vorsteher des Ortsbeirates 5, Christan Becker (CDU), findet, dass dort durchaus Handlungsbedarf besteht: "Es ist nicht nur der Walther-von-Cronberg-Platz, auch der Carl-von-Noorden-Platz fällt mir da beispielsweise ein", sagt er auf Anfrage. "Das sind Stellen, an denen aktuell noch viel zu viel versiegelt ist. Ich denke, da kann für die Aufenthaltsqualität einiges getan werden."

Klimaschutz in Frankfurt: Viel zu viel ist noch versiegelt

Wobei diese immer Hand in Hand mit dem Klimaschutz gehen müsse: "Bänke, die aufgestellt werden, schaffen zwar auch Aufenthaltsqualität, aber bei einem Umbau in Zukunft müssen beide Aspekte zusammenfließen", findet Becker.

Einen konkreten Antrag zur Umgestaltung des Walther-von-Cronberg-Platzes gebe es im Ortsbeirat 5 bisher nicht. "Wir haben in unserem Koalitionsvertrag stehen, dass die Plätze überarbeitet werden müssen", schildert der Ortsvorsteher. Bei dem Thema hat allerdings die Stadt den Hut auf und bis zu einer Umgestaltung des Walther-von-Cronberg-Platzes könnte es noch eine ganze Weile dauern: "Der Cronberg-Platz findet sich nicht in der Investitionsprogrammplanung der Stadt für eines der Sonderprogramme, die das Stadtplanungsamt verantwortet", teilt Martin Hunscher, Leiter des Stadtplanungsamtes, mit. Dazu würde etwa das Programm "Schöneres Frankfurt" gehören.

Auch in der Ausbau- und Instandsetzungsplanung der liegenschaftsverwaltenden Ämter würde der Walther-von-Cronberg-Platz derzeit keine Rolle spielen. "Ein spezielles Investitionsprogramm für den klimaangepassten Umbau bestehender Stadtplätze wurde politisch bisher nicht beschlossen", betont Hunscher.

Klimaschutz in Frankfurt: Der Hochmeister des Deutschen Ordens

Da das Integrierte Stadtentwicklungskonzept nicht nur Handlungsempfehlungen und Leitlinien für die Arbeit des Stadtplanungsamtes, sondern für eine Vielzahl von Ämtern formuliere, hätten sich mittlerweile mehrere Ämter zusammengetan: "Unter Federführung des Grünflächenamtes erarbeiten das Amt für Straßenbau und Erschließung, das Umweltamt und das Stadtplanungsamt gemeinsam ein Handbuch für die klimaangepasste Gestaltung von Stadtplätzen im Neubau sowie in Bestandssituationen."

Ziel sei es, Kriterien für eine Priorisierung von Umbauentscheidungen zu entwickeln. Der Prozess sei bisher jedoch nicht abgeschlossen, weshalb unklar ist, ob der Walther-von-Cronberg-Platz die Kriterien für einen Umbau erfüllen würde und welche Dringlichkeit und welches Verbesserungspotenzial eine Investition in den Platz hätte. "Anzumerken bleibt allerdings, dass der Cronberg-Platz trotz mangelhafter Verschattung über eine elementare klimawirksame Ausstattung, nämlich das Wasserspiel, verfügt", so Martin Hunscher.

Der Platz im Deutschherrnviertel ist übrigens nach einem Hochmeister des Deutschen Ordens benannt. 1477 wurde der Namensgeber Walther von Cronberg auf der Burg Kronberg geboren, 1543 verstarb er in Mergentheim. Auf der Stadtteilhistoriker-Seite www.deutschherrnviertel.org ist die Geschichte des Ordenshochmeisters aufgearbeitet. Dieser hatte seinen Posten bekommen, nachdem sein Vorgänger zum evangelischen Glauben wechselte und deshalb den Orden verlassen musste. Walther von Cronberg verlegte zudem den Hauptsitz von Königsberg ins bayerische Mergentheim. Mit dem Colosseo und dem 88 Meter hohen Main-Plaza dominieren zwei große Gebäude die Optik des nach ihm benannten Platzes. (Niklas Mag)

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