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Daumen hoch für die Fortuna-Jugend

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Von: Katja Sturm

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Mit viel Engagement und frischen Ideen hat Mehmet Sentürk seinen Job als Jugendtrainer angetreten.
Mit viel Engagement und frischen Ideen hat Mehmet Sentürk seinen Job als Jugendtrainer angetreten. © Michael Faust

Mehmet Sentürk hat große Pläne für die neu gegründete Nachwuchsabteilung

Nur eine Handvoll Jungs kickt sich an diesem Mittwochabend in einem der Soccer Courts auf dem Gelände des FC Fortuna Frankfurt die Bälle zu. Doch nicht allein diese D-Jugend des Vereins, der am Oberräder Mainufer beheimatet ist, soll schnellstmöglich weiter wachsen. Seit Januar existiert die schon länger vom Vorstand geplante Nachwuchsabteilung, und der, dem das zu verdanken ist, hegt ambitionierte Pläne.

Mehmet Sentürk wünscht sich, dass Mannschaften für Sieben- bis 15-Jährige auf dem Areal üben, dessen umfangreiche Modernisierung im vergangenen August abgeschlossen wurde. Dass Gemeinschaft, Spaß und Toleranz hier eine große Rolle spielen. Und dass es neben Fußball auf den verschiedenen Feldern auch mal ein E-Sport-Turnier und eine Auslandsreise gibt.

Der Richtige für die "Kleeblattschmiede"

Der 52-Jährige bietet seit zwei Wochen montags, mittwochs und freitags, jeweils ab 17 Uhr, Jugendtraining bei den Fortunen an. "Kleeblattschmiede" nennen die das und hatten schon eine Weile nach einem passenden Übungsleiter Ausschau gehalten. Das bekam Sentürk mit, als sich der C-Lizenz-Inhaber nach einem neuen Engagement umschaute.

Fünf Jahre lang war der Familienvater, dessen Söhne seine sportliche Leidenschaft teilen, bei der Spielvereinigung 05 Oberrad ehrenamtlich tätig gewesen. Zuletzt habe er dort mit der C-Jugend die Herbstmeisterschaft in der Kreisklasse gewonnen. Doch mit dieser Truppe habe er nicht mehr weiterarbeiten sollen. Sentürk war damit nicht einverstanden und begann sich für eine neue Aufgabe zu interessieren. Mit seiner Philosophie passe er sehr gut zur Fortuna. "Bock auf Fußball" sei hier die Maxime.

Ein Team gewinne und verliere zusammen. Für Sentürk bedeutet das, dass jeder Einzelne zählt. "Man braucht die guten Spieler, um zu siegen, und die anderen, um eine Mannschaft zu sein", erklärt er. Dass manche Nachwuchstrainer einigen Jungen oder Mädchen so gut wie keine Einsatzzeiten geben, könne er nicht nachvollziehen. "Die wissen gar nicht, was sie damit kaputt machen in diesen kleinen Kinderköpfen", sagt Sentürk, der, in der Türkei geboren, seine ersten Erfahrungen am Ball beim TuS Schwachhausen und bei Werder in Bremen sammelte.

Die Fortuna will der Unternehmer, der im Bereich Sprach- und Weiterbildung tätig ist, auch als neuer Jugendleiter voranbringen und viele Dinge bewegen. "1000-prozentig" lasse sich hier, nach fast 49 Jahren ohne Nachwuchsarbeit, sehr viel aufbauen.

Fußballcamps sollen Begeisterung schüren

Der Club genießt nicht nur den Vorteil einer eigenen Anlage mit neuem Kunstrasen. Eine Bushaltestelle gegenüber und die Nähe zum Kaiserlei sorgten für eine gute Verkehrsanbindung, betont Vereinsvertreter Jörg Fredrich. Unter den Jugendlichen, die sich zuerst von Aufrufen in den Sozialen Medien, einem Banner am Tor oder Mund-zu-Mund-Propaganda locken ließen, seien einige aus dem benachbarten Offenbach.

Fußballcamps in den Ferien sollen weiteres Interesse hervorrufen; an Ostern wird laut Sentürk ein Eintracht-Trainer dabei sein. Ein erstes Testspiel der C-Jugend am 12. Februar in Hochheim stehe fest, eigene Turniere, auch für die Kleinsten, sind angedacht. "Als Verein muss man sich etwas einfallen lassen, um zu überleben", sagt der neue Trainer. Fredrich stimmt zu. Die Coronavirus-Krise habe überall die Mitgliederzahlen sinken lassen. Die Jugendarbeit soll bei der aktuell etwa 140 Leute zählenden Fortuna für Aufschwung sorgen. Dass er, sollte das funktionieren, nicht alles allein stemmen kann, ist Sentürk klar. Man werde die älteren Jugendlichen als Betreuer miteinbinden und so nicht nur zukünftige Trainer heranziehen, sondern damit auch gleichzeitig ihre eigene Treue fördern. Anmeldung und Informationen gibt's auf fortuna-frankfurt.de.

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