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Nikitas Lironis, Stefan Majer und Hans-Georg Castellan (v.l.) stellen den Defibrillator am U-Bahnsteig vor.

Lebensretter im Nahverkehr

Defibrillatoren sollen Leben retten

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Bei einem Herzinfarkt entscheidet schnelle Hilfe über Leben und Tod. Deshalb installieren die Stadt Frankfurt und die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq bis Ende März 37 leicht bedienbare Defibrillatoren

Bei einem Herzinfarkt entscheidet schnelle Hilfe über Leben und Tod. Deshalb installieren die Stadt Frankfurt und die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq bis Ende März 37 leicht bedienbare Defibrillatoren in den 15 wichtigsten U-Bahn-Stationen des Stadtgebiets. Gestern stellte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) den ersten „Automatisierten Externen Defibrillator“ (AED) in der U-Bahn-Station des Südbahnhofs vor.

Die Geräte werden markant mit einem grünen Herzen gekennzeichnet und sind mit einer bildlichen Bedienungsanleitung ausgestattet, damit die Vorgehensweise der Ersten Hilfe für jedermann schnell ersichtlich wird. Außerdem ertönt eine Stimme die genaue Instruktion zur Verwendung zweier Elektroden gibt – zur Wahl stehen Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch.

Die Elektroden müssen auf dem nackten Oberkörper der Herzinfarkt-Opfer angebracht werden und analysieren vollautomatisch deren Kreislauf, um daraufhin zu entscheiden, ob ein Stromschlag zur Wiederbelebung benötigt wird oder nicht. Ein Stromschlag innerhalb der ersten Minute nach dem Infarkt bringt eine Überlebenschance von 90 Prozent, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit pro Minute um zehn Prozent — ohne Herzaktivität fehlt dem Gehirn die nötige Sauerstoffzufuhr.

„Man kann dem Patienten auf keinen Fall schaden“, sagte Dr. Nikitas Lironis vom Kardiocentrum Frankfurt an der Klinik Rotes Kreuz, welche den Betrieb und die Wartung der AEDs vornehmen wird. Weiterhin bauen die Apparate automatisch eine Sprachverbindung zur Rettungsleitstelle auf und versenden Nachrichten an registrierte freiwillige Helfer in der Nähe.

Am Frankfurter Flughafen, wo bereits über 100 Geräte im Einsatz sind, sei schon vielen Menschen das Leben gerettet worden. Dort habe man also sehr gute Erfahrungen gemacht, erklärten Majer und Hans-Georg Castellan, Aufsichtsratsvorsitzender der Herstellerfirma Castellan AG. Insgesamt kostet die Maßnahme 130 000 Euro, weitere 22 000 Euro pro Jahr sind für Betrieb und Wartung vorgesehen.

(peh)

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