Hkh_vgfmonitor23_281020
+
Mario Moreira vom Kundendienst der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erklärt Sebastian Fleck die Videofunktion am neuen Fahrkartenautomaten, der mit seiner gelben Front weithin erkennbar ist. Am Höchster Busbahnhof steht bislang der einzige Automat dieses Typus im Frankfurter Westen. Foto: Maik reuß

Höchst: Nahverkehr

Dein Fahrkartenautomat spricht mit dir

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

In einem Versuch können Ticket-Käufer am Busbahnhof nun eine Beraterin zuschalten

"Sprich mit mir!" steht in großen Lettern auf dem neuen Fahrkartenautomaten, der seit gestern am Höchster Busbahnhof im Einsatz ist. Ein Video-Symbol, eingerahmt von einer gelben Sprechblase, visualisiert die neue Funktion des Kastens. Auch die überwiegend in Gelb gehaltene Front des Ticket-Automaten soll darauf aufmerksam machen: Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) können künftig bei Fragen rund um Anschlüsse oder das richtige Ticket per Videotechnik direkt am Bildschirm mit einer realen Beraterin sprechen.

Bei der Video-Funktion am Fahrkartenautomaten handelt es sich um ein von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) initiiertes Pilotprojekt, das derzeit am Höchster Busbahnhof und an vier weiteren Stellen im Stadtgebiet getestet wird (siehe Info-Kasten).

Spezielles Symbol auf Oberfläche integriert

Gemeinsam mit einem Kollegen steht Mario Moreira vom Kundendienst der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) am Automaten und erklärt Interessierten, wie sie die neue Funktion anwenden können. .Sebastian Fleck aus Zeilsheim probiert es aus. Moreira zeigt ihm das zusätzliche Video-Symbol, das neu auf dem Bildschirm zu sehen ist, auf dem Kunden normalerweise ihr Ticket per Berührung über Sensor-Tasten auswählen können. Zusätzlich kann jetzt auch das Video-Symbol mit dem Schriftzug "Videoberatung starten/beenden" berührt und damit die neue Funktion zugeschaltet werden. "Ansonsten ist die Bildschirmoberfläche gleich geblieben - mit allen bereits bestehenden Funktionen", sagt Moreira.

Doch bevor eine Verbindung zu einem beratenden Mitarbeiter aufgebaut werden kann, müsse jeder Nutzer aus datenschutzrechtlichen Gründen sein Einverständnis für die Video-Schalte erteilen, führt Moreira weiter aus. Ein digitales Fenster öffnet sich, in dem explizit darauf hingewiesen wird. Nur, wer auf "Ja" tippt, kann die neue Funktion nutzen. Danach dauert es nur wenige Sekunden, bis die Verbindung zur Beratungszentrale aufgebaut ist.

Mit der Tonqualität hapert es noch

Beim Probedurchlauf möchte Sebastian Fleck wissen, wie er am besten zur Pfaffenwiese nach Zeilsheim kommt. Die Mitarbeiterin macht eine entsprechende Eingabe, sucht die beste Verbindung heraus und teilt sie dem Kunden mit. Mit der Tonqualität hapert es ein wenig: Der Umgebungslärm am Busbahnhof ist recht laut, und der Ton klingt ein wenig abgehackt. Deswegen muss man bei Bedarf näher an den Lautsprecher des Automaten, der in Kopfhöhe angebracht ist, heranrücken. Direkt daneben befindet sich auch die Kamera.

"Wir befinden uns im Feldversuch und achten genau darauf, was funktioniert und was noch verbessert werden kann", sagt Moreira. Sebastian Fleck hat gleich noch einen weiteren Vorschlag: "Das Video-Symbol auf dem Bildschirm ist sehr klein und fällt eigentlich nicht wirklich auf. Das sollte optisch stärker hervorgehoben werden", schlägt der Zeilsheimer vor. Im Prinzip findet er die Idee mit der Videoberatung gut. "Mit so einer Möglichkeit können vorhandene Barrieren abgebaut werden", sagt er. Die Zielgruppe für dieses Projekt seien diejenigen, die mit den bisher angebotenen Funktionen am Automaten ihre Probleme hätten, zum Beispiel nicht wissen, welches Ticket sie für eine geplante Fahrt benötigten, so sagt es Moreira. Das, was jeder dann noch selbst machen müsse, sei lediglich, für die Fahrkarte zu zahlen - entweder in bar oder mit der Karte.

"Selbst nutzen würde ich die Funktion wahrscheinlich nicht, denn ich komme sehr gut mit den Automaten zurecht", sagt Sebastian Fleck und steht damit unter den Stammfahrgästen nicht alleine da. Viele der ÖPNV-Nutzer haben Monats- oder Jahreskarten und müssen sich dadurch erst gar nicht mit den vielen Tasten und Funktionen an den Geräten auseinandersetzen. Weniger sind es mit der neuen Funktion nun nicht geworden. Alexandra Flieth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare