Besonders bei Familien beliebt: der Heinrich-Kraft-Park.
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Besonders bei Familien beliebt: der Heinrich-Kraft-Park.

Fechenheim: Erholen in Frankfurt

Dem Kraft-Park eine Chance geben

  • VonFriedrich Reinhardt
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Viele Ideen, doch an der Umsetzung hapert es - Zukunft ohne Minigolf

Nach jahrelangem Warten soll die Grunderneuerung des Heinrich-Kraft-Parks nun in Gang kommen. Der Plan steht, sagt Katharina Peter vom Grünflächenamt. Sie leitet seit einem Jahr das Projekt. Die Bau- und Finanzierungsvorlage solle noch in diesem Sommer von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden, dann könnten die Ausschreibungen für das 1,8 Millionen Euro teure Projekt im Herbst beginnen. Ab Frühjahr 2022 startet der Landschaftsbau. "Da es viele kleine Bauabschnitte sind, kann der Park währenddessen weiter genutzt werden", sagt Peter.

Allein mit diesem Zeitplan war der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) zufrieden. Lange hat er darauf gewartet. 2016 hatte das Stadtteilgremium im Heinrich-Kraft-Park das Grillen verbieten lassen, in der Erwartung, dass die Neugestaltung baldigst beginnen würde. Die Ortsbeiratsmitglieder erarbeiteten "einen ganzen Katalog an Ideen für den Park", sagte Thomas Dorn (Grüne) auf der jüngsten Sitzung am Montagabend. Etwa eine Parkouranlage oder eine BMX-Strecke zählt Fraktionskollegin Sandra Neubauer auf. Enttäuscht äußerte sich der Ortsbeirat darüber, dass aus all diesen Ideen nichts werden wird. Auch nichts mit dem Wasserspielplatz. "Die werden in anderen Stadtteilen gebaut", kritisierte Dorn. "Nur in den Randbezirken ist die Stadt da knauserig."

Viele Kleinigkeiten und einige Highlights

Die meisten Flächen sollen mit Kleinigkeiten attraktiver werden: Zusätzliche Sitzbänke am Spielplatz und an der Rollschuhbahn oder neue Tore für die beiden Bolzplätze und neue Netze für die Badmintonfelder. "Neue Highlights", wie sie Peter nennt, sollen etwa drei Turngeräte sein, eines für Klimmzüge und Liegestützen, ein Parallelbalken und eine Sprossenwand. Zwei Badmintonfelder sollen zudem Platz machen für eine Seniorenfitnessanlage.

Das Herzstück ist der neu zu ordnende Eingang. "Hier gibt es bisher keine Sichtbeziehungen, die Orientierung im Park bieten", sagte Peter. "Auch keine Bänke und keinen Orientierungsplan." Das soll sich ändern. Hecken sollen gerodet werden, um den Blick in den Park zu öffnen. Mobile Gastronomie soll hier Platz bekommen. Etwa ein kleiner Kaffeewagen, ein Würstchengrill oder Eisverkäufer wären denkbar.

Am Eingang werde auch das neue Toilettenhäuschen gebaut. Das alte Holzhaus in der Mitte des Parks, wo derzeit die Toiletten sind, habe keinen Kanalanschluss. "Im Sommer muss deshalb drei Mal in der Woche die Grube geleert werden. Das geht ins Geld", erklärte Peter.

Auch die Skateanlage bleibt wie sie ist. Sie soll aber erweitert werden um einen Basispark für Anfänger. Mit dem Skate-Verein "Concrete Sk8" gebe es eine Vereinbarung, dass er dort kostenlose Anfängerkurse anbietet.

Uneins waren sich Ortsbeirat und Grünflächenamt darin, was mit der Minigolfanlage passieren soll. Für sie gibt es derzeit keinen Pächter, der Minigolfschläger verleiht. Auch deshalb sieht man dort selten Menschen golfen.

Skulpturen abreißen

Das Grünflächenamt möchte die Anlage "behutsam ertüchtigen", drückte es Peter aus. Stefan Klee und Ricarda Grünberg (beide Linke) plädierten dafür, die Betonteile und Skulpturen abzureißen. "Was wollen wir mit einer Minigolfanlage ohne Pächter", sagte Fraktionsvorsitzender Klee. Peter argumentierte, dass es für den Abriss schweres Gerät braucht. Das würde den Boden über den Wurzeln verdichten und die Wurzeln abtöten. "Der Abriss wäre der Tod für die Bäume rundherum".

Der Ortsbeirat stimmte der Planung dennoch nur unter der Maßgabe zu, dass die Minigolfanlage verschwindet. msr

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