Fechenheim: Verkehrsplanung

Den Osten besser an den ÖPNV anbinden

  • vonFriedrich Reinhardt
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Mit Bus und Straßenbahn direkt bis ins Zentru. Dezernent gegen U-Bahn nach Bergen.

Stadtteile am Rande des Frankfurter Ostens sehen sich benachteiligt, wenn es um die Anbindungen an die Innenstadt mit Bussen und Bahnen geht. Eine S-Bahnstation, wie es sie in Sindlingen oder Rödelheim gibt, fehlt für Bergen-Enkheim oder etwa den Ortsbezirk 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) gänzlich. U-Bahnen fahren nach Fechenheim gar nicht. Im Riederwald und in Seckbach liegen die Stationen am Rande der Stadtteile.

Der Nahverkehrsplan 2025+ (NVP), den das Verkehrsdezernat im Sommer vorstellte und über den die städtischen Gremien nun beraten, sieht einige Verbesserungen vor. Den Fraktionen im Ortsbeirat 11 gehen die Vorschläge aber nicht weit genug. Vier zusätzliche Verbesserungen schlagen die Fraktionen vor.

So gibt es zwei Vorschläge von den Grünen, wie der Süden Fechenheims besser angebunden werden könnte. Seit Dezember fährt die Buslinie 31 vom Zoo nicht mehr nur bis zur Kaiserleibrücke, sondern bis zur Hugo-Junkers-Straße. So soll das Gewerbegebiet besser angebunden werden. Aus Sicht der Grünen im Ortsbeirat ist diese Änderung allerdings nur halbherzig. "Für die zusätzliche Anbindung Fechenheim-Süd wären nur zwei weitere Haltestellen notwendig", argumentiert die Fraktion in ihrem Antrag. Ihr Vorschlag: Der 31er soll auch die Haltestellen Jakobsbrunnenstraße und Alte Post/Baumertstraße anfahren.

Linie 12 bis zur Schießhüttenstraße

Der zweite Vorschlag der Grünen für Fechenheim-Süd sieht vor, die Straßenbahnlinie 12 bis zur Haltestelle Schießhüttenstraße zu führen. Bisher endet sie am Rande Fechenheims an der Hugo-Junkers Straße unmittelbar am ehemaligen Versandhandel Neckermann. Das sei früher vielleicht sinnvoll gewesen, als dort noch 4000 Beschäftigte arbeiteten. In Zukunft würden es aber nur noch etwa 100 Mitarbeiter in einem Rechenzentrum sein, so die Argumentation. "Mit dem Anschluss an das Kerngebiet Fechenheims würden 11 000 Bürger einen zusätzlichen, attraktiven und schnellen Anschluss an die U4 (westliches Seckbach und Konstabler Wache) und ohne Umstieg direkt nach Bornheim bekommen", heißt es in der Vorlage.

Die SPD hält die mögliche Verlängerung der U-Bahnlinie 4 über den Atzelberg für unzureichend. Vor allem der Bau des Ernst-May-Viertels zwischen Bornheim und Seckbach mache die U4-Verlängerung attraktiver, erklärte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), als er den NVP vorstellte. "Die Strecke ist schon zu 40 Prozent fertig." Den Tunnelstutzen, der bis zur A 661 reicht, nutzt die Verkehrsgesellschaft (VGF) seit Eröffnung der U4 1980 als Wendeanlage. Die SPD fordert nun, die mögliche U-Bahnstation Seckbach-Atzelberg nicht als Endstation, sondern als Zwischenstation zu planen und die U-Bahn-Strecke bis zum Riederwald zu verlängern. So hielte man sich die Möglichkeit offen, dass die U4 nach dem Atzelberg auch die Stationen am Erlenbruch anfährt.

An der alten Linie entlang

Zudem solle geprüft werden, ob eine U-Bahn-Trasse vom Erlenbruch bis nach Bergen geführt werden könnte, nämlich entlang der alten Straßenbahnlinie. Diese Untersuchung hatte die Stadtverordnetenversammlung schon im Dezember 2019 beschlossen. Die Sozialdemokraten verwundert deshalb, dass die Untersuchung nicht im NVP erwähnt wird. Eine Erklärung war vom Verkehrsdezernat gestern nicht zu bekommen. Im Sommer hatte sich Oesterling allerdings schon gegen die U-Bahn-Strecke nach Bergen ausgesprochen. Es fehle für die recht große Distanz das Fahrgastpotenzial, "solange dort keine neue Trabantenstadt entsteht".

Der vierte Antrag im Ortsbeirat nimmt die engen Straßen, insbesondere in Seckbach, in den Blick. So fordern die Grünen, dass "auf den Strecken der Buslinien 38, 43, 44 und der N5 durch kleinere Busse oder solche mit Elektrobetrieb ersetzt werden, wenn das Fahrgastaufkommen das zulässt. Die hohe Verkehrsdichte führe zu hohen Emissionsbelastungen. Gerade in den Nachtzeiten seien die Standard-Busse überdimensioniert. msr

Der Ortsbeirat tagt

Montag, 25. Januar, 19.30 Uhr, Stadthalle Bergen, Schelmenburgplatz 2, Großer Saal. Es gelten die üblichen Hygiene und Abstandsregeln.

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