Eingangshalle Hauptbahnhof

Denkmalschutz stoppt Bahn-Pläne für Frankfurt

Der geplante offene Zugang von der Haupthalle des Frankfurter Hauptbahnhofes hinunter zur B-Ebene stößt bei den Denkmalschützern auf Widerstand. Andere Pläne finden dafür die Zustimmung der Behörden.

Von Hermann Wygoda

Die Computeranimation der Deutsche Bahn AG zeigt eine schöne neue Welt: Besucher des Frankfurter Hauptbahnhofes können über eine große Öffnung die darunterliegende B-Ebene erreichen. Die Frankfurter Denkmalschützer sind davon jedoch ebenso wenig begeistert wie die Landesdenkmalschützer in Wiesbaden.

Die Bahn möchte bei der Umgestaltung des Hauptbahnhofes im nördlichen Bereich des Querbahnsteigs die Geschäfte, die zurzeit noch vor den historischen Säulen stehen, zurückversetzen; so, wie es bereits auf der Südseite vor einigen Jahren getätigt wurde. Diese Maßnahme begrüßen die Denkmalschützer von Stadt und Land als Fortschritt für den Denkmalschutz. Die Planungen für den Umbau der Eingangshalle stoßen dagegen auf umso größeren Widerstand und Protest. Wie berichtet, will die Bahn AG im Zusammenhang mit dem Bau eines kürzeren Durchgangs zwischen der S-Bahn und der U-Bahn-Ebene ein großes Loch in den Hallenboden schneiden. Eine breite Treppe soll dann in eine darunterliegende, neue Einkaufsmall führen.

Gegen das Leitbild

Heinz Wionski, im Landesamt für Denkmalpflege auch für die Mainmetropole zuständig, erklärte auf Anfrage, er habe bereits im August letzten Jahres in einem Schreiben an die Bahn AG, Bereich Station und Service, darauf hingewiesen, dass die bis dahin vorgestellten Pläne noch kein Urteil darüber zuließen, wie die Umgestaltung der Eingangshalle zu bewerten sei. Allerdings machte er im Gespräch mit der FNP deutlich, dass die auf den Animationen gezeigte breite Treppe in einem „Lichtschacht“ nicht dem „historischen Leitbild“ für das denkmalgeschützte Bauwerk Rechnung trage.

Stadt finanziert mit

In einem Bericht des Frankfurter Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung, in dem die Mitfinanzierung der Stadt für die „Verbesserungen der Verkehrsbeziehungen innerhalb des Hauptbahnhofes“ mit 27,5 Millionen Euro festgelegt ist, wird ausdrücklich auf die historische Bedeutung des Frankfurter Hauptbahnhofes und den Denkmalschutz verwiesen. Wörtlich heißt es: „Somit sind die denkmalrechtlichen Belange beim Umbauprojekt zu würdigen“. Die Leiterin des städtischen Denkmalamtes, Andrea Hampel, wies auf Anfrage darauf hin, dass die derzeitigen Pläne „nicht genehmigungsfähig“ seien.

Am Rande der Pressekonferenz zum Modernisierungsprogramm 2015–2019 der Bahn AG überraschte die Vertreterin von „Station und Service“ mit dem Hinweis, dass ihr Einwände der Denkmalschützer gegen die Umbaupläne für die Haupthalle „nicht bekannt“ seien. Man darf nun gespannt sein, wie sich die Deutsche Bahn AG und die Stadt Frankfurt über die künftige Gestaltung der Eingangshalle des Hauptbahnhofs einigen wollen.

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