Bastian Bernhagen ist der Geschäftsführer des "Gibson" an der Zeil, das jetzt wegen des neuen Konzepts "The Club Formerly Known As Gibson" heißt.
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Bastian Bernhagen ist der Geschäftsführer des "Gibson" an der Zeil, das jetzt wegen des neuen Konzepts "The Club Formerly Known As Gibson" heißt.

Neues Konzept

Nach langer Corona-Pause: „Gibson“-Club in Frankfurt erfindet sich neu

  • VonEnrico Sauda
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Das „Gibson“ ist in Frankfurt eine Institution. Seit März 2020 ist der berühmte Club wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun soll es wieder losgehen.

Frankfurt - Das alte „Gibson“-Schild ziert eine Wand des Zimmers im Backstage-Bereich des Zeil-Clubs „Gibson“, auch viele Poster von vergangenen Konzerten hängen hier. In diesem Raum bereitete sich - neben etlichen anderen - auch mal Weltstar Boy George auf seinen Auftritt im Club vor. Das waren Zeiten.

So schnell kommen sie nicht wieder. Aber ein kleiner Schritt zur „Normalität“ ist gemacht. Denn die Disco auf der Zeil in Frankfurt hat seit gut einem Monat wieder geöffnet - aber unter einem anderen Namen. In Anspielung auf Prince , der sich wegen des Zoffs mit seiner Plattenfirma eine Zeitlang „The Artist Formerly Known As Prince“ nannte, heißt jetzt das Gibson „The Club Formerly Known As Gibson“. Aber nur vorübergehend.

Das berühmte Gibson in Frankfurt ist nun „ein neuer Laden“

„Es ist ein neuer Laden“, erklärt Geschäftsführer Bastian Bernhagen. Der Club war gut 15 Monate wegen der Pandemie geschlossen, am 12. März 2020 war das letzte Mal geöffnet. Danach hieß es: Kurzarbeit für 42 Mitarbeiter. „Aber wir haben wahnsinnig gut gewirtschaftet“, sagt Bernhagen. Trotzdem: „So wie es mal war, wird es wohl so schnell nicht mehr werden“, erklärt er den Grund für die Umbenennung.

Statt der bisher 1000 Gäste, die dort einst Platz fanden, können jetzt nur noch bis zu 400 hinein. So sieht es das Hygienekonzept vor, „das wir mit Professor Keck ausgearbeitet haben und welches an das, was für die Innengastronomie gilt, angelehnt ist“, sagt Bernhagen. Nur, wer reserviert hat, bekommt Zutritt. Laufwege sowie Abstände sind genau festgelegt - und auch einzuhalten. Das bedeutet: „Wir sind viel mehr unterwegs als früher, weil wir nur noch Tischgäste haben.“

Das berühmte Gibson in Frankfurt erfindet sich neu und startet nach gut 15-monatiger Corona-Pause mit einem neuen Konzept.

Neues Konzept: Gibson in Frankfurt will weiter auf internationale Künstler setzen

Bislang funktioniert das neue Konzept sehr gut. „Entscheidend ist unsere Lüftungsanlage, die einen sehr hohen Luftwechsel garantiert“, erklärt Bernhagen. Zwar läuft der Betrieb wieder und auch Stars wie die Band „Frida Gold“ sollen dort auftreten. Aber es ist nicht mehr so wie vor der Pandemie. „Wir bieten explizit keine Tanzfläche an“, sagt Bernhagen, der weiß, dass nichts planbar ist. „Wir fahren auf Sicht“, umschreibt er die Situation.

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Das gilt etwa für das Booking der Musiker und Künstler aus dem Ausland. „Das ist durchaus abenteuerlich. Da kann es schon mal passieren, dass ein Künstler eine Woche im Hotel übernachtet, statt wie früher eine Nacht“, sagt Bernhagen. „Aber die Internationalität war und ist das, was uns ausmacht“, stellt er klar. Der 42-jährige Diplom-Betriebswirt ist froh, dass der Laden wieder läuft und lobt den „engen und sehr guten Austausch mit dem Gesundheitsamt“. Eines sei klar: „Wir sind immer noch in der Pandemie.“

Gibson in Frankfurt: Verantwortung gegenüber der Mitarbeiter

Dem Familienvater fehlte vor allem das abendliche Beisammensein mit den Gästen, die Rolle als Gastgeber. Nur zwei Mitarbeiter sind gegangen; alle anderen blieben. „Das ist gut, denn das Thema Personal ist zurzeit essenziell, weil viele in andere Branchen abgewandert sind.“ Nicht so beim „Gibson“. Vielleicht, weil auch das Bernhagen wichtig ist: „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den vielen Freien Mitarbeitern, die wir haben“. (Enrico Sauda)

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