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Die Quartiersmanager Maximilian Förtner (links) und Friederike Weyh eröffneten gestern einen interaktiven Stadtteilrundgang zum Fotoprojekt "#933 Griesheim. Mein Zuhause". Zentraler Anlaufpunkt ist das Nachbarschaftsbüro in der Waldschulstraße 17a. Foto: Maik Reuß

Griesheim: Photoprojekt

Der eigene Blick auf die Nachbarschaft

  • vonAlexandra Flieth
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Interaktiver Stadtteilrundgang zeigt, wie Bewohner ihr Lebensumfeld sehen

Die mediale Berichterstattung über Griesheim sei häufig einseitig und immer mit dem Blick von Außen, kritisiert Maximilian Förtner. Er ist Quartiersmanager des IB im Frankfurter Programm "Aktive Nachbarschaft" und für den Stadtteil zuständig. Mit einem Projekt des Aktionsbündnisses "Gemeinsam in Griesheim", eines Zusammenschlusses mehrerer Träger sozialer Einrichtungen und Institutionen, hatten Bewohner die Gelegenheit, mal selbst zu Wort zu kommen und ihr Lebensumfeld fotografisch und mit einem Zitat einzufangen. Die Aktion stand - in Anlehnung an die Postleitzahl - unter dem Motto "#933.Griesheim. Mein Zuhause",

Vielschichtige Perspektiven

Entstanden ist ein interaktiver Stadtteilrundgang, quasi eine Ausstellung, die an 14 verschiedene Orte in Griesheim führt und die Möglichkeit bietet, diese auch neu zu entdecken. Mit der Aktion soll verdeutlicht werden, wie vielschichtig auf Griesheim geblickt werden kann - Altbekanntes und Neues werden nebeneinandergestellt; die Perspektiven sollen dabei helfen, Vorurteile abzubauen und konstruktive Diskussionen zu ermöglichen. "Die Zitate, die wir bekommen haben, und die Fotos stammen nicht zwangsläufig von denselben Personen", sagt Förtner.

Wer wollte, konnte auch anonym mitmachen. "Seinen Namen zu nennen war freiwillig", sagt der Quartiersmanager und verweist auf zwei Zitate. Das eine ist von Musa (22), der sich etwas Praktisches für seine Umgebung wünscht: "Ein Kiosk wäre top!" heißt es dort. Das andere Zitat ist anonym und verweist auf das menschliche Miteinander: Der Urheber wünscht sich "einen respektvollen, toleranten und wertschätzenden Umgang mit seinen Mitmenschen". Derzeit sind 22 Fotos und Zitate an den 14 Standorten zu sehen, zu denen zum Beispiel die Stadtteilbibliothek im Schwarzerlenweg 57 oder das Kai-Uwe-Gärtner-Haus in der Ahornstraße 98 zählen. Dort aufgehängt wurden die Exponate von Förtner und seiner Kollegin Friedrike Weyh. Die beiden Quartiersmanager sind auch Ansprechpartner für die Menschen im Stadtteil. Zentrale Anlaufstelle ist das Nachbarschaftsbüro in der Waldschulstraße 17 a, das ebenfalls eine Etappe des interaktiven Stadtteilrundgangs ist.

Fotos und Zitate wechseln die Orte

Die Schau im Stadtteil verändert regelmäßig ihr Erscheinungsbild: Alle sechs Wochen sollen die Fotos rotieren und weitere dazukommen. In kleinen Pappkästen, die jeweils an den Orten des interaktiven Stadtteilrundgangs befestigt sind, können Besucher ihre Rückmeldung zur Aktion geben. "Insgesamt gibt es 50 Fotografien und 50 Zitate, die auch in einem Bildband zusammengefasst sind, das in der kommenden Woche aus dem Druck kommen wird", sagt Förtner. Das Buch kann gegen eine Spende erworben werden. Teil der Projekt-idee war ursprünglich auch, zu einer Diskussionsveranstaltung einzuladen. Das musste wegen der Corona-Pandemie entfallen. Die Schau soll auf jeden Fall so lange wie möglich zu sehen sein. "Die Idee ist, am Ende alle Arbeiten an einem Ort zusammenzuführen und die Diskussionsrunde nachzuholen", sagen Weyh und Förtner, die hoffen, dass sich so eine konstruktive Diskussion entwickeln wird. Alexandra Flieth

14 Orte zum Entdecken

Infos zum Projekt unter https://gemeinsam-in-griesheim.de im Internet.

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