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Beliebter Club legt am neuen Ort bald wieder los

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Von: Enrico Sauda

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Der Elfer hat ein neues Zuhause gefunden - in der Kleinen Rittergasse. Die beiden Besitzer und Betreiber Janina Barkmann und Dennis Kreim (hier im Bild) freut's.
Der Elfer hat ein neues Zuhause gefunden - in der Kleinen Rittergasse. Die beiden Besitzer und Betreiber Janina Barkmann und Dennis Kreim (hier im Bild) freut's. © Enrico Sauda

Der fast schon legendäre Elfer-Club in Frankfurt musste umziehen. Die neue Heimat liegt nur 200 Meter vom alten Standort entfernt.

Frankfurt – Der Elfer-Club hat eine neue Heimat gefunden. Nur gut 200 Meter vom alten Domizil an der Klappergasse entfernt, kommt der Club an der Kleinen Rittergasse im ehemaligen "Voices" unter.

Vor einigen Monaten sah es noch anders aus: "Am 28. September erreichte uns aus heiterem Himmel die Mail, dass uns gekündigt wurde", erzählt Janina Barkmann, die mit Dennis Kreim den Club führt. "Wenn wir genau wüssten, warum wir dort raus mussten...", so Barkmann. "Das Verhältnis zu unserem Vermieter war immer gut", so Kreim. Ursprünglich wollten sie Anfang Oktober wieder eröffnen. Doch dazu kam es nicht. Umso größer ist nun der Stein, der ihnen vom Herzen fällt. "Es ist definitiv ein Berg", seufzt Kreim.

Wenig Platz für Clubs in Frankfurt: Wenn man Räume findet dann nur zu hohen Preisen

Weil in den Medien viel über das Aus für den "Elfer" berichtet wurde, meldete sich der Frankfurter Immobilienmann Kilian Bumiller bei den beiden Betreibern und bot ihnen den neuen Laden an. "Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass es klappt", so Kreim. Hat's aber nun doch und auch noch zu guten Konditionen. "Das ist nicht aus Selbstlosigkeit passiert", stellt Immobilienentwickler Bumiller klar. Der wurde durch Freunde auf die Situation des "Elfer" aufmerksam gemacht. "Da habe ich ihnen blitzartig per Facebook eine Nachricht geschrieben - und die waren ganz aus dem Häuschen", erinnert sich Bumiller. Warum wohl? "Dazu ist die Situation in Frankfurt hinlänglich bekannt: Es gibt kaum freie Läden und wenn, dann mit entsprechenden Mieten. Das wäre bei uns nicht machbar gewesen", schildert Dennis Kreim die Situation.

Nun stehen Janina Barkmann und er mitten in der Baustelle der ehemaligen Karaoke-Bar, die ihre beste Zeit schon hinter sich hatte. "Deshalb passt das auch gut, denn mit lauter Musik ist die Umgebung dort vertraut", findet Bumiller. "Diese circa 300 Quadratmeter große Fläche ist großartig, braucht aber guten Inhalt", meint der Unternehmer. Den hat er nun gefunden. "Wo bitte kannst du in Frankfurt mitten in der Stadt sonst echte Livemusik machen?", stellt er eine rhetorische Frage.

Eine Viertelmillion steckt Vermittler in die neue Infrastruktur des Elfer

Die neue Fläche an der Kleinen Rittergasse ist ungefähr so groß wie die in der Klappergasse. Bumiller hat drei Ziele mit seiner Vermittlung. "Ich möchte von der Nacht in den Tag, vom Saufen zum Essen und weg vom nur jugendlichen Publikum hin zu einem gemischten erwachsenen Publikum", zählt er auf. Wie der "Elfer" da in diese Zielsetzung passt? "Ganz klar, hier geht es um Kultur", sagt Bumiller, der Geld in die Hand nimmt, um die Infrastruktur am neuen Standort wieder auf Vordermann zu bringen. "So ungefähr 250 000 Euro werden es wohl schon sein", rechnet er vor. "Wir wollen das Konzept ein wenig ändern, denn es ist einfach ein anderer Laden und wir werden uns den neuen Begebenheiten anpassen", sagt Kreim.

Der vorherige Elfer war ein industrieller Keller. Hier nun können die Macher mit Tageslicht arbeiten, denn sie haben sogar eine Terrasse. "Das eröffnet uns andere Möglichkeiten", erklärt Janina Barkmann, deren Geschäftspartner in die Wohnung direkt neben den neuen Laden gezogen ist. "Wir versuchen natürlich, so kundenfreundlich zu bleiben, wie es geht", sagt Kreim.

Das Konzept des Elfer in Frankfurt bleibt erhalten

Allerdings liegen gut zwei Jahre Schließzeit hinter den Betreibern, "und eine kleine Preiserhöhung werden wir wahrscheinlich machen müssen. Wir versuchen es natürlich so human wie möglich zu machen", so Kreim. Die Pandemie hat schon mächtig reingehauen. "Wobei ich aber auch sagen muss, dass viele unserer Partner sehr kooperativ waren. Da haben wir viel Positives erfahren", berichtet Janina Barkmann. Anfangs wären auch noch Rücklagen da gewesen. Doch irgendwann waren die alle. Aber mit den Überbrückungshilfen gelang es ihnen, die Fixkosten zu begleichen.

"Der Elfer ist einer der wenigen Läden in Frankfurt, in dem unbekannte und Nicht-Mainstream-Bands auftreten können - das möchten wir beibehalten", kündigt Barkmann an, die schon zu Zeiten beim Elfer hinter der Theke stand, als der sich noch unter der Batschkapp in der Maybachstraße befand. Damals waren Wolf und Thomas die Macher, die jetzt den Ponyhof in der Klappergasse betreiben. "Am Elfer hing schon immer mein Herz", so Barkmann, die als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei arbeitet. "Deshalb habe ich ihn damals auch gekauft."

Frankfurt: Zeitpunkt für Neueröffnung des Elfer noch unklar

Doch nicht nur aus diesem Grund. Denn Janina Barkmann ist ein Kind der Gastronomie, deren Eltern im Hunsrück ein Hotel hatten. "Ich bin praktisch hinter der Theke groß geworden", scherzt sie.

Wann sie den Elfer wieder eröffnen, ist allerdings noch unklar. "Wenn wir das wüssten", sagen beide unisono. "Wir hoffen auf den April, wenn die Pandemie-Lage sich bessert." Angst davor, dass die Gäste ausbleiben, habe sie nicht. "Das ist altersabhängig. Unsere Zielgruppe ist bis Mitte 20, da mache ich mir keine Sorgen, dass sie nicht kommen." (Enrico Sauda)

Zwischenzeitlich stand der Elfer-Club sogar schon vor einem Umzug aus Frankfurt.

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