1. Startseite
  2. Frankfurt

„Manni“: Der Frankfurter Weihnachtsbaum 2022 ist gefunden

Erstellt:

Kommentare

In den Tiefen des Spessarts suchte die Stadt Frankfurt nach einem Baum, der sie während des Weihnachtsmarkts auf dem Römer angemessen repräsentiert. Und wurde fündig.

Spessart/Frankfurt - Bewundernd steht Thomas Feda vor dem perfekt gewachsenen Baum. „Wenn wir diese Fichte nehmen, wäre das der schönste Weihnachtsbaum jemals auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt“, sagt der Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus+Congress GmbH. Zusammen mit einer Delegation aus Medienvertretern und dem Bürgermeister der Gemeinde Flörsbachtal schaut er auf die saftigen, dunkelgrünen Nadeln der Fichte, deren Äste keinerlei Lücken aufweisen und majestätisch in die Breite sprießen.

Zu weit in die Breite. „Er ist zwar perfekt, aber wir können ihn nicht transportieren“, lautet das Urteil. „Das ist unser Notfallbaum. Der nächste muss sitzen“, sagt Feda zu Matthias Krug.

Frankfurt: Seit Mitte Juli auf der Suche

Seit mehr als 55 Jahren ist Krug Weihnachtsbaumverkäufer in Frankfurt. „Letztes Jahr sagte ich, dass es mein Traum ist, einmal den Weihnachtsbaum zu stellen. Dieses Jahr erfüllt er sich zum zweiten Mal.“ Zusammen mit seinem Kollegen Robert Bonhard aus Darmstadt sucht Krug schon seit Mitte Juli den perfekten Baum: „Wenn ich mit dem Motorrad am Wald entlang fahre, halte ich immer meine Augen offen.“

Dieses Jahr sei die Suche nach einem Weihnachtsbaum besonders knifflig gewesen: Durch die Trockenheit im Sommer haben viele Fichten ihre Nadeln verloren oder die Äste sind so ausgetrocknet, dass sie keinen Weihnachtsschmuck aushalten würden. „Den perfekten Weihnachtsbaum in dieser Größe zu finden ist wie ein Sechser im Lotto.“ Die Form müsse gleichmäßig sein. Die Zweige müssten etwas aushalten können und der Baum müsse an einem Ort stehen, der mit einem Kran erreichbar sei. Zum dritten Mal kommt der Weihnachtsbaum aus dem Spessart, bereits 2021 war die Auswahl nicht besonders groß. Aber die Suchenden bleiben tapfer.

Weihnachtsbaum in Frankfurt: Klein, aber super in Form

Als Feda und die übrige Delegation am zweiten Baum ankommen, fragt Feda noch im Auto: „Wo ist denn der Baum?“ Als er aussteigt, sieht er ihn: Die 60 Jahre alte Fichte steht am Rand eines Parkplatzes, um sie herum Laubbäume. „Er ist kleiner als sonst“ - 26 Meter - „aber die Form ist super und die Zufahrt hier ist ideal“, analysiert der Tourismus-Chef. „Auch ich dachte erst, dass der Baum etwas klein ist, aber er eignet sich super“, bestätigt Bonhard. Feda läuft um den Baum und kommt zufrieden zurück: „Es gibt nur paar Lücken. Sonst ist der Baum toll. Das wird er.“

Frank Soer, Bürgermeister von Flörsbachtal, ist stolz: „Für meine Gemeinde ist es etwas Besonderes, dass einer der größten Weihnachtsmärkte Hessens den Baum aus unserer Gemeinde hat. Ich werde ihn definitiv mal in Frankfurt besuchen.“ Spontan tauft die Delegation den Baum Manni.

Man sagt, Manni sei klein - aber größer als Thomas Feda ist er allemal. FOTO: Tourismus+Congress GmbH
Man sagt, Manni sei klein - aber größer als Thomas Feda ist er allemal. © Tourismus+Congress GmbH

Manni kommt am 1. November nach Frankfurt

Wie genau „Manni“ auf dem Römer aussehen wird, sei schwierig zu prognostizieren, sagt Feda. Es käme auf den Transport an und wie die Äste die Fällung am 26. Oktober überstehen. An diesem Tag wird der Baum oben und unten mit einem Seil festgezurrt, das an einem Kran hängt. Das sorgt dafür, dass die Fichte nach dem Sägen nicht auf den Boden knallt, sondern sanft auf einen Verlader schwebt. Drei Tage lang verpacken Krug und seine Helfer den Baum, damit er am 1. November nach Frankfurt transportiert werden kann. „Wahrscheinlich müssen wir Äste abschneiden und später wieder dranmachen.“

Wenn alles gut läuft, soll Manni zwischen 13 und 14 Uhr fertig geschmückt sein. Weil er kleinwüchsig ist, werden wohl nur rund 4000 Lichter am Baum hängen, schätzt Feda. „Dadurch sparen wir auch Energiekosten.“ Außerdem soll die Beleuchtung erst ab Einbruch der Dunkelheit brennen, was 70 Prozent des Stroms einsparen würde. Ist der Weihnachtsmarkt vorbei, wird Manni zu Brennholz verarbeitet. Denn: „Der Baum wäre in den nächsten Jahren wahrscheinlich sowieso gefallen.“ (Nikolai Kunert)

Der letztjährige Frankfurter Weihnachtsbaum „Gretel“ hatte im Netz reichlich Hohn und Spott geerntet. Der Wunsch nach einem märchenhaften Winterwunderland auf dem Römerberg verpuffte schon beim ersten Anblick des Baumes.

Auch interessant

Kommentare