Endlich mal wieder in Aktion und das in den lange nicht mehr getragenen Kostümen: das Ensemble der Schelmenspieler hatte seinen Spaß. Und tolles Wetter.
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Endlich mal wieder in Aktion und das in den lange nicht mehr getragenen Kostümen: das Ensemble der Schelmenspieler hatte seinen Spaß. Und tolles Wetter.

Stadtteilfest in Bergen-Enkheim

Der ganze Ort war diesmal Bühne

  • VonNiklas Mag
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Schelemspieler zeigen historische Szenen - Auch Vereine sind zufrieden

Überall in Bergen-Enkheim wurde am Wochenende gefeiert. Das gab den aktiven Vereine im Ort endlich wieder die Chance, sich präsentieren zu können. Und dennoch ist es am Samstagmittag recht ruhig in Bergen. Durch die dezentralen Veranstaltungsorte entzerrt sich das Festpublikum. Bei den Landfrauen im Bergener Ortskern geht es ruhig zu, wenn die Tische am Stand auch voll besetzt sind. "Uns war klar, wir müssen einfach zeigen, dass wir noch da sind", sagt Vorstandsmitglied Elfi Kneussel.

Marmelade und Gelee

Vor der Buchhandlung Bergen Erlesen hat sich der Verein mit einem Tisch, Sonnenschutz und sämtlichen für die Hygiene nötigen Utensilien platziert. "Unser Programm halten wir etwas kleiner. Marmelade, Gelee und Kuchen gibt es heute. Es ist das erste Mal seit Pandemiebeginn, dass wir wieder unterwegs sind." Die Standbesucher seien sehr vorsichtig, berichtet Kneussel. "Die Saalbau hat uns einen Raum zur Verfügung gestellt, wo wir alles lagern können. Wir sind zufrieden, dass die Leute an den Stand kommen." Trotz allem hofft Kneussel, dass der Berger Markt in Zukunft wieder wie gewohnt stattfinden kann.

Im Nordring hat die Katholische Kirche geöffnet. Auch hier besiegt die Vorsicht die Partylaune. So bietet die Heilig-Kreuz-Gemeinde einen corona-sicheren "Segen-To-Go" an. In der Kirche liegen die kleinen Segenssprüche zum Mitnehmen bereit, dazu ein QR-Code, hinter dem sich nach dem Scannen mit dem Smartphone, Musik verbirgt.

Auf dem Schelmenburgplatz steigt am Samstagnachmittag das Herzstück der Bergener Festlichkeiten. Das Schelmenspiel konnte 2017 zum letzten Mal aufgeführt werden. "Mit der Pandemie und der Aussicht darauf, dass der Schelmenburgplatz bald umgebaut wird, war uns klar, wir müssen jetzt die Gelegenheit nutzen und einfach mal wieder etwas machen", erklärt Hans Meurer, Projektleiter des Vereins der Schelmenspieler. Die Idee für die szenische Führung durch den Ort sei bereits über zwei Jahre alt. Das Format hätte nun perfekt für das Stadtteilfest gepasst. "Die einzelnen Szenen wurden ganz neu konzipiert. Es ist nur eine Szene aus dem Schelmenspiel dabei. Dann zeigen wir weitere kleine Szenen passend zur Stadtgeschichte."

Michael Würtz, Leiter des Heimatmuseums übernimmt an dieser Stelle, führt die Besucher in die Historie rund um die Schelmenburg ein und schon startet die erste kurze Szene. Die Besucher blicken gebannt auf die kostümierten Gestalten, die viel Applaus erhalten. Der Museumsleiter lässt die Bergen-Enkheimer im weiteren Verlauf der Rundtour sogar einen Blick in die Hacht werfen. Im Weißen Turm in der Gangstraße ist dieses uralte Verließ normalerweise durchweg abgeschlossen. Auch an dieser Stelle sehen die Zuschauer eine kurze Szene der Schelmenspieler und nutzen begeistert die Gelegenheit, einen Blick in den Weißen Turm werfen zu dürfen.

Beatrix Müller-Mamerow, Vorsitzende des Vereinsrings, zieht am frühen Sonntagmittag ein erstes und sehr positives Fazit: "Beim Oldtimertreffen vor dem Hessencenter ist es rappelvoll, es ist wirklich toll", freut sie sich. Der Vereinsring habe viel Arbeit in die Organisation gesteckt: "Ich finde es so toll, dass so viele Vereine mitmachen und ich glaube, es ist sehr wichtig für sie, sich endlich mal wieder zeigen zu können." Das tue dem Stadtteil gut. Sie halte das Fest in dieser Form für eine sehr gelungene Alternative - den Umständen wegen der Pandemie entsprechend. "Die Vereine wachen aus dem Dornröschenschlaf auf und vielleicht ist das ja eine gute Vorlage für andere Stadtteile, etwas ähnliches zu machen." Niklas Mag

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