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Der "Ice-Man" unterstützt kranke Kinder

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Von: Alexandra Flieth

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Das Weltrekord-Rad, mit dem Rekordhalter Dirk Leonhardt (rechts) den längsten Triathlon auf Eis gefahren ist, daneben Sabine und Thomas Schaller, die das Rad für Kinderengel Rhein-Main ersteigerten und dann wieder spendeten.
Das Weltrekord-Rad, mit dem Rekordhalter Dirk Leonhardt (rechts) den längsten Triathlon auf Eis gefahren ist, daneben Sabine und Thomas Schaller, die das Rad für Kinderengel Rhein-Main ersteigerten und dann wieder spendeten. © Kinderengel-Rheinmain

Der Spitzensportler nutzt seine Höchstleistungen für den karitativen Zweck.

Knapp einen Monat liegt es zurück, als Dirk Leonhardt (40) seinen Weltrekord im Eis-Triathlon aufstellte - nicht irgendwo, sondern in der Eissporthalle in Frankfurt. Ähnlich wie bei einem regulären Triathlon, für den man 3,8 Kilometer schwimmt, eine Strecke von 180 Kilometern auf dem Fahrrad absolviert und im Anschluss daran noch einen Marathon läuft, verlegte Leonhardt diese Disziplinen einfach aufs Eis. Nur statt des Schwimmens lief er die Strecke auf Schlittschuhen, dafür aber dann gleich 42,2 Kilometer. Mit Spikes an den Rädern ausgestattet fuhr er im Anschluss mit einem speziellen Fahrrad auf dem Außenring der Eissporthalle 80 Kilometer und lief dort auch noch den erforderlichen Marathon. Mit dieser Aktion stellte er den Weltrekord für den längsten Triathlon auf einer Eisfläche auf. Seitdem wird Leonhardt, der ein Ultra-Triathlet ist, der "Ice-Man" genannt.

Es ist nicht sein erster Weltrekord. Die Idee hierfür entstand in der Corona-Zeit, in der er sich vorbereitet hat. Der Triathlon ist seine Leidenschaft, eine, die ihn an seine körperlichen Grenzen kommen lässt. Wie beim längsten Non-Stop-Triathlon im Sommer 2020, der ihm ebenfalls einen Weltrekord und einen Eintrag ins "Guinnessbuch der Rekorde" einbrachte. Ein bisschen verrückt klingt es schon, wenn man die Zahlen hierzu liest: 200 Kilometer Schwimmen, 5400 Kilometer Radfahren und 1336 Kilometer Laufen in 45 Tagen. Auch für seinen jüngsten Weltrekord in der Eissporthalle wird es noch einen Eintrag ins "Guinnessbuch der Rekorde" geben. Noch drei weitere Weltrekorde hat er aufgestellt, unter anderem den längsten Non-Stop-Treppenlauf (28:06 Stunden).

"Es liegt mir dabei immer auch sehr am Herzen, das Sportliche mit dem karitativen Zweck zu verbinden", sagt Leonhardt, der mit seiner Familie in Bruchköbel lebt und im Berufsleben für die Deutsche Bundesbank arbeitet. Leonhardt möchte die Arbeit der Kinderengel Rhein-Main mit Sitz im Frankfurter Riederwald unterstützen, einem 2020 gegründeten Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Alltag von Familien mit schwer oder lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen durch kleine Lichtblicke zu erhellen, zum Beispiel mit tiergestützten Therapien wie der Reittherapie. Zu diesem Zweck stellte der Triathlet dem Verein sein für den Weltrekord in der Eissporthalle verwendetes Fahrrad zur Verfügung, dass die Kinderengel Rhein-Main gegen eine Spende zunächst verlost hatten. Der Einsatz war 10 Euro pro Los. Das Geld fließt in die heilpädagogische Reittherapie für zwei Geschwister-Mädchen, insgesamt 1106,11 Euro. Ein Betrag, der die Finanzierung für zwei Monate möglich macht.

Die Gewinner wurden per Zufallsgenerator ausgelost, und das Fahrrad des "Ice-Man" ging an Sabine und Thomas Schaller , die von der Aktion in einem Beitrag im Regionalfernsehen erfahren hatten. "Wir haben eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass wir etwas gewinnen und waren umso überraschter, als wir das Fahrrad zugelost bekommen haben", erzählt Thomas Schaller. Alleine Fahrrad zu fahren, das komme für ihn aber nicht infrage. "Meine Frau und ich fahren Tandem", sagt er. Deswegen hat sich das Ehepaar dazu entschieden, dass Fahrrad des Ultra-Triathleten beim Verein zu belassen, damit dieser es erneut für den guten Zweck versteigern kann, um die Reittherapie auch über den Zeitraum von zwei Monaten für die beiden Mädchen möglich zu machen.

"Aktuell unterstützen wir acht Kinder. Sie sind teils schwerstbehindert und haben meistens Muskelerkrankungen", sagt Anja Pflug vom Vereinsvorstand. Wenn man sieht, wie diese Kinder auf dem Pferderücken sitzend aufblühen, das sei schon etwas ganz Besonderes.

"Ich habe mich dafür entschieden, den Verein zu unterstützen, weil er sehr gute Arbeit in der Region leistet", sagt Leonhardt. Dadurch, dass dieser aber noch ein recht junger, kleiner Verein sei, sei es für die Akteure nicht so einfach, Spenden zu akquirieren. "Ich hoffe, dass ich andere Menschen inspirieren kann." alf

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