Sie waren an der Umsetzung maßgeblich beteiligt: (v.l.) Heike Appel, Leiterin des Grünflächenamts, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Ortsbeirätin Ilona Klimroth und Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung. FOTO: Maik Reuß
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Sie waren an der Umsetzung maßgeblich beteiligt: (v.l.) Heike Appel, Leiterin des Grünflächenamts, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Ortsbeirätin Ilona Klimroth und Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung.

Straßenbau in Frankfurt

Der kurze Schwenk zum Mainufer

  • Holger Vonhof
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Neuer Fußgängerüberweg in Schwanheim braucht aber noch Verbesserungen im Umfeld

In Betrieb ist sie seit Freitag, gestern ist sie offiziell übergeben worden. Die neue Fußgängerampel über die vierspurige Schwanheimer Uferstraße. Sie führt von der Hänggasse zum neu gestalteten Uferbereich, soll das auf einer Länge von 2,5 Kilometern neu angelegte, parkähnliche Areal besser an den alten Schwanheimer Ortskern anbinden. Denn die 1964 angelegte Uferstraße hat Schwanheim von seinem Mainufer abgeschnitten; die Übergänge am Friedhof oder die Brücken auf Höhe der Hegarstraße und der Griesheimer Schleuse liegen für weniger mobile Fußgänger zu weit auseinander oder sind nicht barrierefrei.

Die Querung hat 242 000 Euro gekostet

Um das zu ändern, gab es eine Kooperation zwischen dem Straßenverkehrsamt, dem Amt für Straßen und Erschließung, dem Amt für Informations- und Kommunikationstechnik und dem Grünflächenamt. Zudem brachten sich engagierte Bürger aus dem Ortsbeirat, dem Heimatmuseum und der Bürgerinitiative "Schwanheim bewegt sich" mit ein. Jetzt ist der neue Übergang da: 242 000 Euro, also fast eine Viertelmillion, hat er gekostet, was sich aus Ampeltechnik und Straßenbauarbeiten aufsummiert.

Der neue Übergang ist, wie so oft, Ergebnis einen langen Prozesses. In den 1990er Jahren hatte die Stadt Frankfurt beschlossen, sich gestalterisch mehr dem Main als Lebensader der Stadt zuzuwenden. Es ging darum, die Räume entlang des Flusses auch unter dem Freizeit-Aspekt neu zu gestalten - so auch am Schwanheimer Ufer, das im Sommer 2019 der Öffentlichkeit übergeben worden ist, samt neuem Fuß- und Radwegenetz. Damals endete ein Weg-Stummel an der Uferstraße: Die Stadt musste den Bau des Fußgängerübergangs drei mal ausschreiben, bis ein akzeptables Angebot eingegangen ist.

Gestern zur Einweihung sprach Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) mit den Schwanheimer Ortsbeiräten Ilona Klimroth (CDU) und Jürgen Storjohann (SPD) über weitere Verbesserungsmöglichkeiten. So will Ilona Klimroth die Grünphase für Fußgänger verlängern lassen, damit niemand mit Rollstuhl oder Rollator zwischen zwei Schaltzeiten auf der schmalen Mittelinsel warten muss. Jürgen Storjohann, dessen Ortsbeirats-Vorgänger Michael Wanka den neuen Überweg in der vergangenen Legislaturperiode noch kategorisch abgelehnt hatte, fordert einen besseren Lärmschutz für die Anlieger der Uferstraße, wie es ihn etwa entlang des Goldsteiner Abschnitts gibt.

Geht es nach Rosemarie Heilig, könnte ein verminderter Verkehrslärm aber auch ohne Lärmschutzwände erreicht werden: Ihr Ansicht nach ist es jetzt mit dem Fußgängerüberweg nötig, die erlaubte Geschwindigkeit auf dem Abschnitt der Uferstraße "mal mindestens auf 50 zu drosseln". Derzeit gilt dort etwa in Richtung Friedhof Tempo 70; das Schild, das Tempo 50 vorgibt, steht zwischen dem Übergang und der Kreuzung Geisenheimer Straße.

Ilona Klimroth kennt noch einen Punkt, an dem etwas geschehen muss: "Die Hänggasse ist das Problem. Dort wird rechts und links geparkt, trotz Verbot." Fußgänger, die zum neuen Überweg wollen, müssten deshalb auf der Fahrbahn laufen. Rosemarie Heilig gab die Verbesserungsvorschläge den Vertretern von Straßenverkehrsamt und -bauamt, die zur Einweihung anwesend waren, mit auf den Weg. Holger Vonhof

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