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Der Mann, bei dem Weltstars Gesicht zeigen

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Von: Enrico Sauda

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Fotograf Manfred Baumann stellt sein neues Buch "Face to Face" vor, in dem zahlreiche seiner Porträts von Berühmtheiten abgebildet sind.
Fotograf Manfred Baumann stellt sein neues Buch "Face to Face" vor, in dem zahlreiche seiner Porträts von Berühmtheiten abgebildet sind. © enrico sauda

Manfred Baumann stellt neuen Bildband vor.

Ein Bild soll Geschichten erzählen. Das tun die von Manfred Baumann . Hinzu kommt, dass er zu jedem seiner Fotos mindestens eine Geschichte erzählen kann. Jüngst stellte der 54-Jährige bei Leica an der Berliner Straße seinen neuen Bildband "Face to Face" vor. Er saß am großen Tisch und blätterte vor begeisterten Fans von einer Seite zur nächsten. "Bilder sollten fesseln", findet der Mann, der in den vergangenen fünf Jahren weit mehr als 500 Stars vor der Linse hatte - Schauspieler, Sportler, Musiker.

Kleine Auswahl gefällig? Bitte sehr: Bastian Schweinsteiger , Martin Sheen , Jack Black , Bruce Willis - um nur einige zu nennen. "Wenn du liebst, was du tust, bist du anders bei der Sache, als wenn du das, was du machst, tun musst", erklärt er. Beim Erzählen über die Entstehungs- und Hintergrundgeschichten plaudert der Fachmann auch aus dem Nähkästchen. Die Fototechnik habe sich zwar entwickelt, viel wichtiger sei aber, dass sich jemand sich als Fotograf weiterentwickelt. "Als Fotograf musst du eins können: gut zuhören", sagt der geborene Wiener. "Und du musst wissen, wann du den Auslöser drückst." Das Gespräch aber sei wichtiger als das Fotografieren. "Als Porträtfotograf bist du auch ein bisschen Psychologe", sagt er.

Gelernt hat er all das in den vergangenen fast drei Jahrzehnten bei unzähligen Begegnungen. So berichtet er über sein erstes Zusammentreffen mit Captain-Kirk-Darsteller William Shatner , der verschwitzt war vom Reiten, ihm, Baumann, nur eine Viertelstunde seiner Zeit gönnte. Und wie das Foto in fünf Minuten entstand und doch so gut wurde, dass Shatner es für seine Biografie verwendete. Oder von dem Tag, an dem er mit einem Hexenschuss zu Olivia Newton-John fahren musste, deren Mann Arzt ist und ihn mit einer besonderen Creme im Schlafzimmer den Rücken einrieb. Oder über "Kiss"-Bassist Gene Simmons , der leidenschaftlicher Kaffee-Trinker sei, sehr große Tassen bevorzuge und mit den kleinen in Wiens Kaffeehäusern nichts habe anfangen könne. Mit manchen seiner Porträtierten würde er nur ungern Kaffee trinken, verrät Baumann, nennt aber keine Namen. Arnold Schwarzenegger gehört nicht zu dieser Riege, denn mit dem "Terminator"-Darsteller gehe er gern ins Fitness-Studio.

Dabei sah's zu Anfang gar nicht so aus, als ob der junge Manfred Baumann zum gefragten Starfotografen reifen würde. Denn bekanntlich gilt der Prophet nichts im eigenen Land. So beschlossen er und seine Frau Nelly auszuwandern. Nicht in die USA zog's das Paar, sondern nach Kanada. Aber auch da klappte es nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatten. Also standen sie nach einer Weile vor der Wahl, jenseits des Großen Teiches einen normalen Job zu machen, oder zurückzuziehen. Sie flogen in die Heimat, und da funkte es plötzlich. Er war jetzt ein Fotograf aus Kanada.

Den Grundstein zu Baumanns internationaler Laufbahn legte ein Weltstar: Sir Roger Moore , bekannt als James Bond. Er kaufte in einer Hamburger Galerie ein Baumann-Foto von einer New Yorker Straßenansicht. Klar, dass Manfred Baumann später auch Moore auch ins rechte Licht gerückt hat. es

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