Felix Heller, Vorstandsmitglied des Vereins "Wildwiesen", und Sascha Jaeck (r.) haben auf der von Brombeerranken befreiten Streuobstwiese im Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne Nistkästen aufgehängt. Foto: Reuß
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Felix Heller, Vorstandsmitglied des Vereins "Wildwiesen", und Sascha Jaeck (r.) haben auf der von Brombeerranken befreiten Streuobstwiese im Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne Nistkästen aufgehängt.

Verein Wildwiesen

Der Natur in Schwanheim beim Neustart helfen

Der Verein Wildwiesen schafft Lebensräume für Spitzmaus, Igel & Co. Eine Streuobstwiese in Schwanheim war von Brombeeren überwuchert.

Frankfurt - Auf der Streuobstwiese im Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne werden gerade zehn rote Nistkästen an den Bäumen angebracht. Die alten Apfel-, Pflaumen- und Birnenbäume stehen frei und sind daher bestens geeignet für den Vogelnachwuchs. "Das Grundstück haben wir im Februar von einer Familie geschenkt bekommen, die sich sehr freut, dass wir es jetzt wieder pflegen", erzählt Felix Heller, Gründer des Höchster Vereins "Wildwiesen". Die rund 900 Quadratmeter große Streuobstwiese sei lange nicht mehr bewirtschaftet worden. "Sie war von Brombeeren überwuchert."

Brombeerranken

entfernt

Bis Ende Februar haben viele Helfer daran gearbeitet, das Grundstück freizuschneiden - wegen der Schutzzeit für brütende Vögel war Eile angesagt. Denn vom 1. März bis zum 30. September sind Schnittmaßnahmen und Baumfällungen grundsätzlich verboten, um die Vögel nicht zu stören. Das, was bei den Pflegearbeiten zusammengekommen ist - Brombeerranken, altes Wurzelwerk oder abgeschnittene Äste - wird weiter genutzt. Das Material wurde auf dem Grundstück zu drei sogenannten "Totholzhaufen" aufgeschichtet, in denen Käfer, Spitzmäuse oder Igel ein Zuhause finden können, aber auch Amphibien. Das Grundstück selbst grenzt an ein Gewässer an. "Das war früher wahrscheinlich einmal eine Kiesgrube", mutmaßt Heller - womit er recht hat. Die Flächen um das Gewässer herum gehören der Stadt.

Auch Burgen für das Mauswiesel - das ist eine Marderart - haben die Helfer gebaut. "Das Mauswiesel baut nämlich nicht selbst eine Burg, sondern freut sich über solche Maßnahmen", sagt Heller. Zwei Spaziergänger kommen vorbei. Sie erzählen, dass sie wöchentlich beobachtet haben, wie sich das Grundstück zum Positiven hin verändert hat. Das Paar lobt das Engagement der Vereinsmitglieder, deren Ziel es ist, die Artenvielfalt von Fauna und Flora zu fördern. "Gegründet haben wir uns, weil wir mehr Wildwiesen in den Frankfurter Westen bringen wollen - Flächen, auf denen der Natur freien Lauf gelassen wird", sagt Heller. Per Patenschaftsvertrag mit dem Grünflächenamt pflegt der Verein, der als gemeinnützig anerkannt ist, auch eine rund 4500 Quadratmeter große Wildblumenwiese im Höchster Stadtpark. Der Wunsch nach einem Grundstück, das in Zukunft auch als Ort des Lernens genutzt werden soll, bestehe seit geraumer Zeit. "Wir haben uns mit dem Umweltamt in Verbindung gesetzt und hätten gerne Streuobstflächen im Sossenheimer Unterfeld bewirtschaftet", berichtet Heller. Das habe aber nicht geklappt. Umso glücklicher seien sie, dass sie nun diese Wiese an der Schwanheimer Düne geschenkt bekommen haben. Die Vorbesitzer hatten vom Engagement des Vereins für die Artenvielfalt erfahren.

"Wir schauen jetzt erst einmal, was hier so alles wächst, und säen nichts Neues aus", sagt Heller, der viele unterschiedliche Samen im Erdreich vermutet. "Wir lassen uns überraschen." Auch müssten sie sehen, wie es den alten Bäumen so gehe; einzelne Exemplare seien schon umgefallen gewesen. Gemeinsam anpacken, das funktioniere im Verein immer sehr gut, lobt Heller das Engagement der Helfer. Insgesamt 25 Mitglieder seien derzeit aktiv im Verein mit dabei. Noch ein weiteres Projekt liegt Heller am Herzen: "In Kooperation mit Blumen Wesemeyer und ,höchst*schön' haben wir Tüten mit regionalen Wildblumensamenmischungen zusammengestellt", erzählt er. Zu kaufen gebe es diese bei Wesemeyer in der Hostatostraße 17. "Von jeder verkauften Tüte fließen 1,50 Euro in die Arbeit des Vereins." Alexandra Flieth

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