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Noch ist das Hemingway's mehr Baustelle als Bar, doch wird sich das in den kommenden Wochen ändern. Asim Caliskan hofft auf eine Eröffnung am 20. Dezember.

Bergen-Enkheim: Gastronomie

Der neue Mann und das Hemingway's

  • vonFriedrich Reinhardt
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Die Lounge ist nach 30 Jahren Geschichte - Betreiber und Stil wechseln

Wer mit aufmerksamen Augen durch die Markstraße in Bergen-Enkheim läuft, dürfte bemerkt haben, dass die Fenster der Berger Lounge aktuell wenig Einblick ins Innere gewähren. Das liegt an umfassenden Umbauten, denn seit dem 1. Dezember ist die Berger Lounge Geschichte. Nach über 30 Jahren verabschiedete sich Mitte November das Team der ehemaligen Lounge mit einer kurzen Facebook-Nachricht und bedankte sich auf diesem Wege bei den langjährigen Kunden und Stammgästen.

Hintergründe bleiben ungewiss

Wieso die Lounge schließt, wird auf Facebook nicht genannt. Auch auf die Anfrage reagieren die früheren Betreiber nicht. Dafür kann nun bereits ein Blick in die Zukunft des in der Martkstraße liegenden Gebäudes geworfen werden, das die Berger seit Jahrzehnten für Kaffee und Drinks ansteuern.

Wo etwas verschwindet, entsteht bekanntlich Platz für Neues. Und dafür verantwortlich zeigt sich in diesem Fall Asim Caliskan. Auch einen neuen Namen hat er bereits: "Hemingway's" soll seine neue Café-Bar heißen, die in der Marktstraße 34 entsteht. Caliskan befindet sich derzeit mitten in den Umbauten. Die Wände werden gestrichen, neuer Boden verlegt und Tische und Stühle sind in der Ecke aufeinandergestapelt. Diese sollen zeitnah ersetzt werden und auch die Decke will Caliskan neu machen.

Seine Pläne sind ambitioniert, doch kündigt er mit großer Zuversicht an: "Wir wollen am 20. Dezember eröffnen. Natürlich nur, wenn Corona da keinen Strich durch die Rechnung macht", sagt der Gastronom. Caliskan ist ursprünglich ausgebildeter Innenarchitekt und arbeitet derzeit selbstständig als Grafik-Designer. Die Gastronomie ist für ihn ein zweites Standbein, beschreibt er. Denn jahrelang führte Asim Caliskan zuvor die Mona-Lisa-Bar im Maintaler Stadtteil Bischofsheim, die er allerdings nicht weiter betreiben wird. Seit etwa einem Jahr habe er die Martkstraße in Bergen im Auge und zugeschlagen, als sich nun die Chance bot: "Ich wohne seit acht Jahren in Bergen-Enkheim und ganz in der Nähe, deshalb habe ich mich entschieden, hier neu zu eröffnen, als ich hörte, dass verkauft werden soll." Die Marktstraße sei einer der wenigen Orte in Frankfurt, die im Laufe der Jahre ihren alten Charme behalten hat, findet er.

Für die Einwohner Bergen-Enkheims seien die Straße und auch die ehemalige Berger Lounge ein Bezugspunkt. "Deshalb hatte ich schon immer Interesse daran, hier etwas zu eröffnen", schildert Caliskan. Wenn auch die aktuelle Situation ihm Sorgenfalten ins Gesicht treibt.

Ein großes Risiko ist die Neueröffnung für den Bergen-Enkheimer, schließlich macht die Corona-Pandemie das Leben für Gastronomen im Augenblick nicht gerade leichter. "Ich habe schon Bedenken. Aber das ist eben das Geschäftsrisiko momentan." Sein "Hemingway's" soll in der gastronomischen Landschaft Bergen-Enkheims gleich mehrere Lücken füllen. Tagsüber will Caliskan hier ein Café im italienischen Stil betreiben, welches sich am Abend in eine hochwertige Bar verwandelt. "Wir werden alles etwas dunkler einrichten. Es soll wirklich hochwertig aussehen."

Mitarbeiter gesucht

Speisen anzubieten, plant Asim Caliskan derzeit nicht. "Ich habe auch schon zwei Mitarbeiter eingestellt, suche im Augenblick aber noch zwei weitere", berichtet er. Insgesamt liegt er mit den Umbauten im Zeitplan, berichtet der neuen Inhaber mit Blick auf die Baustelle im Innern des Hauses.

"Ich freue mich sehr auf die Eröffnung und hoffe, dass der Lockdown nicht mehr zu lange anhält", meint Caliskan. "Ich habe nun viel investiert und hoffe, dass ich das schnell wieder reinholen kann." Niklas Mag

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