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Der Oberräder Weihnachtsmarkt verzaubert alle

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Von: Sabine Schramek

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Die Besucher lauschen dem Kinderchor der Erlösergemeinde. Auf dem Buchrainplatz war nach zwei Jahren Pause endlich wieder Weihnachtsmarkt. FOTO: rainer rüffer
Die Besucher lauschen dem Kinderchor der Erlösergemeinde. Auf dem Buchrainplatz war nach zwei Jahren Pause endlich wieder Weihnachtsmarkt. © Rainer Rüffer

Nach zwei Jahren Pause lebt die Tradition im Frankfurter Gärtnerdorf wieder auf - mit Bekanntem, aber auch ungewöhnlichen Angeboten.

Mächtig wirkt der Weihnachtsbaum, der voller kunterbunter Kugeln und heller Lichter hängt, auf dem Buchrainplatz. Er scheint der Skihütte und den vielen Pavillons zuzuzwinkern und schickt sogar Schneeflocken vorbei, damit die Lust auf Glühwein und Punsch, auf Bratäpfel und heiße Suppen, auf Waffeln, Plätzchen, Bratwürste und noch mehr Punsch noch größer wird.

Auch nach zwei Jahren Corona-Pause ist die Tradition der Oberräder, ihren Weihnachtsmarkt zu besuchen, geblieben. Schon kurz vor Beginn können viele es kaum abwarten, an den kunterbunten Ständen vom Vereinsring entlang zu schlendern. „Diesmal nicht alle Jahre wieder, sondern endlich, endlich wieder“ sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU), der sich darüber freut, dass die „Vereine und die Bürger unvermindert große Anziehungskraft zeigen. Das macht stolz auf die Oberräder und auf Peter Keller.“ Der erste Vorsitzende des Oberräder Vereinsrings bleibt wie immer leise und lächelt. „Ja, es ist schön zu sehen, wie stolz die Vereine auf ihr Gärtnerdorf sind und alle an einem Strang ziehen.“

Lange Schlangen beim Blutorangen-Punsch

Auch er lauscht andächtig dem Kinderchor der Erlösergemeinde, der unter der Leitung des 2,02 Meter großen Matthias Helms „Tochter Zion, freue Dich“, „Oh Heiland, reiß die Himmel auf“ und „Adeste fidelis“ singt. Am Stand des Oberräder Heimat- und Geschichtsvereins bilden sich lange Schlangen, um selbst gemachten Blutorangen-Punsch und heißen O-Saft zu holen, den Guido Neumann ausschenkt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr brutzelt die Bratwurst auf dem Grill, und die Pfadfinder der Dreililien haben ihre Tische mit Zweigen dekoriert.

Am Stand der Freunde und Förderer der Gruneliusschule verkaufen Schulkinder Schokolade in Elch-Verpackung, selbstgebastelte Holzsterne und Weihnachtsbäume aus Kugeln und Filz. Henry (8) aus der 3a hat eine Schokoladentafel verpackt, die Klasse 4b von Eleni (10) hat zwar nichts gebastelt, aber die Kleine verkauft mit Feuereifer und glücklichem Lächeln. Beim Oberräder Skiclub dampfen Kinderpunsch und heißer Äppler aus der Hütte um die Wette. An kleinen Tischen stehen die Besucher und schwärmen: „Der Weihnachtsmarkt ist das schönste Fest von Oberrad. Da kommen einfach alle zusammen und reden miteinander“, sagt Angela Jung, die mit ihrem Mann Thomas anstößt und die Zeit ohne Gemüsestand auf dem Buchrainplatz „bei de Leud“ genießt.

Es wird gebabbelt, was das Zeug hält

Grüne-Soße-Königin Susanne I. trägt ihre grüne Schärpe über einem knallroten Anorak und ihr Krönchen vor einem Elf-Reif. Bestens gelaunt nippt auch sie am Glühwein und mischt sich unter die vielen Besucher, die babbeln, was das Zeug hält.

Bei der Frankfurter Ruder-Gesellschaft Oberrad 1879 gibt es selbst gebackenen Kuchen, frische Waffeln und Kaffee, der zwischen Glühwein und heißem Äppler für einen klaren Kopf sorgt. Stefan Buchwald (47) ist schon dabei, seit er neun Jahre alt ist, und betreut die Jugend zwischen neun und 20 Jahren. „Eins unserer Mädels ist in der Nationalmannschaft. Wenn alles gut geht und niemand krank wird, geht es nächstes Jahr zur Weltmeisterschaft“, sagt er strahlend.

Bei den Wespen gibt es duftenden Bratapfel, heißen O-Saft, Schneemann und gute Laune, beim Frauenfußball der Spvgg Oberrad 05 verführen selbst gebackene Plätzchen, Marmeladen, Schmalzbrote, Gulaschsuppe und Crêpes. Der große Lacher ist die Erbsensuppe im Bierglas beim Dreitakter Rollerclub, in der ein Würstchen fast bis zum Glasrand steckt.

Idee kommt aus dem Sauerland

„Im Sauerland gibt es das ganz oft“, sagt Manfred Filbert. Seit 20 Jahren sind die zehn Rollerfahrer beim Vereinsring aktiv. „Nicht beim Weihnachtsmarkt in Oberrad dabei zu sein, ist ausgeschlossen“, so Flibert lachend. OB-Kandidat Uwe Becker (CDU) amüsiert sich über die Erbsensuppe im Glas und staunt über die vielen Besucher. Er greift zum Kinderpunsch, „weil es heute so viele Orte gibt, zu denen ich noch gehe. Es ist toll, dass die Vereine in Frankfurt so viel tolle Weihnachtsstimmung zaubern und sie alle nach Corona wieder richtig anpacken“. Beim Oberräder Vereinsring sind 25 Vereine dabei. Auch wenn einige wegen Krankheit absagen mussten, ist die Stimmung wunderbar. Der Weihnachtsmann trägt seinen Sack durch die Menge. Zu hören sind die Klänge vom Posaunenchor der Erlöserkirche und vom Singkreis Frohsinn. Weihnachten kann kommen.

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