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Eine Bahn der Linie U7 hält an der Station Gwinnerstraße. Die Linie soll über das Neubaugebiet Leuchte bis nach Bergen weitergeführt werden.

Verkehrsplan 2025+

Der Osten fühlt sich abgehängt

  • vonSabine Schramek
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RIEDERWALD Ortsbeiräte üben heftige Kritik an den Entwurf.

Tempo-40-Zonen in der ganzen Stadt werden sofort eingerichtet. Ab 13. Dezember werden Metrobusse und Expressbusse und mehr Busse im Nachtverkehr eingesetzt. Bis 2025 sollen die im Oktober vom Magistrat beschlossenen Entwürfe im Nahverkehrsplan 2025+ für bessere Anbindungen sorgen.

Für Fechenheim haben die Bürger für Frankfurt (BFF) bereits vor den Gesprächen mit der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq den Nahverkehrsplan abgelehnt. Ellen Wild vom Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim) konnte aus gesundheitlichen Gründen auch nicht daran teilnehmen. Dass der Nahverkehrsplan von ihnen abgelehnt wird, begründet sie damit, "dass es ein Plan ist, der mit vollen Kassen geschmiedet wurde. Nach Corona werden die Kassen aber leer sein. Ich kenne so viele, die ihre Arbeit verloren haben oder leere Auftragsbücher haben. Darum müsste ein ganz neuer Plan aufgestellt werden. Aber unabhängig davon. Das, was im Frankfurter Osten passieren müsste, wird im Nahverkehrsplan ohnehin nicht geplant. Wir bräuchten mehr S-Bahnen, etwa nach Maintal oder Hanau. Bergen-Enkheim ist der größte Parkplatz Frankfurts. Die Leuchte oder das Industriegebiet stehen den ganzen Tag voll mit Autos mit MKK-Kennzeichen. Jeder, der aus dem Osten nach Frankfurt pendelt, kommt hier durch. Im Westen gibt es so viele Verbindungen in den Main-Taunus-Kreis und das Umland. Im Osten gibt es fast nichts".

Eine Variante fehlt in der Untersuchung

Im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) gibt es Kritik aus den Reihen von SPD und den Grünen. Werner Skrypalle (SPD) zeigt sich irritiert darüber, dass etwa "vergessen" wurde. Das U-Bahn-Netz sieht im Plan die Perspektiven vor, die unterirdische Verlängerung der U4 bis zum Atzelberg und weiter nach Bergen zu führen. Und ebenfalls, die U7 via Neubaugebiet Leuchte bis nach Bergen. Verabschiedet wurde im Ortsbeirat 11 eine weitere Variante zur Untersuchung, die in der Stadtverordnetenversammlung am 12. Dezember 2019 auch beschlossen wurde. "Im Rahmen der Gesamtverkehrsplan-Untersuchungen ist auch ein Abzweig von der Stadtbahnstrecke Am Erlenbruch bis Bergen-Ost zu untersuchen", heißt es darin. Skrypalle kann nicht verstehen, dass "dieser Stadtverordnetenbeschluss in den Nahverkehrsplan bisher nicht aufgenommen wurde. Weshalb das so ist, konnte nicht plausibel erklärt werden".

Auch bei der einer unterirdischen Verlängerung bis Seckbach sollte der Atzelberg nicht Endstation, sondern eine Zwischenstation werden. Von dort aus könnte die Bahn weiter in Richtung Süden fahren nach Riederwald, Enkheim oder Bergen. "Das hätte den Vorteil, dass jede U-Bahn den Atzelberg und Riederwald und Enkheim oder Bergen anfahren kann. Auch hierzu konnte keine befriedigende Auskunft gegeben werden", bemängelt er. "Deshalb wird die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 11 diese Ergänzungen und Alternativen zum Nahverkehrsplan weiterhin verfolgen."

Verbesserungen sind sehr bescheiden

Sandra Neubauer, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, ist ebenfalls nicht zufrieden. "Da der Nahverkehrsplan sich nur auf Verbesserungen auf bereits bestehende oder bereits beschlossene Verkehrs-Infrastruktur bezieht, sind die Optimierungsmöglichkeiten für den Ortsbezirk 11 sehr bescheiden ausgefallen", stellt sie fest. Es genügt ihr nicht, die bestehenden Verbindungen nur zu beschleunigen. "Versucht werden soll das mit der Linienführung der Straßenbahnen 11 und 12. Die Linie 11 wird mit Langzügen ausgestattet, um das Fahrgastvolumen zu erhöhen. Erst ab 2024 soll die Linie 15 von Niederrad bis zur Schießhüttenstraße geführt werden. Ab Dezember 2020 fährt die Buslinie 31 vom Zoo, die bisher zwischen Zoo und Kaiserleibrücke verkehrt, bis zur Hugo-Junkers-Straße in Fechenheim. Die Expressbuslinien zum Beispiel zwischen Fechenheim zur Innenstadt sind erstmal im Ortsbezirk 11 nicht vorgesehen."

Die Gründe dafür seien eine schwierige Verkehrsführung, und laut Traffiq würden sie auch keinen Zeitvorteil bringen. Neubauer stellt fest, dass das Verkehrsdezernat "immer noch seine Hoffnungen für eine bessere Verkehrsanbindung von Fechenheim zur Innenstadt und zum Flughafen auf die Nordmainische S-Bahn setzt". Sabine Schramek

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