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An diesem Tag auch in der Uni ausdrücklich erwünscht: Probieren geht über studieren.

Bunter Basar

So war die Designmesse Stijlmarkt auf dem Campus Westend

Von Artischocken-Pesto bis Zeitmessern reichte die Angebotspalette bei der Designmesse Stijlmarkt mit rund 120 Ausstellern. Ein Besuch.

Im Erdgeschoss des Casinos auf dem Uni-Campus Westend, wo sonst Studierende zu Mittag essen oder Seminare besuchen, reihten sich am Wochenende die Stände von jungen Designern aneinander: Schmuck, Gin, Pesto, Mäntel, Pullis, Rucksäcke, Handtaschen, Bilder gab es unter anderem zu kaufen, bei der Designmesse „Stijlmarkt“, von rund 120 Ausstellern, davon 40 aus der Region.

Julia und Marion laufen zusammen über die Messe – und bleiben am Stand von Hanna Ligeti stehen. Unter dem Künstlername Ligarti – wegen des englischen Wortes „art“ – verkauft die Künstlerin „verrückte Tier-Illustrationen“, wie sie selbst sagt – ein Lama mit weit aufgerissenen Augen, Elster und Fuchs, die sich umarmen, einen Bär im Boot mit Geburtstagstorte.

Julia kauft ein Bild mit einem Eichhörnchen, das Chips isst. Auf dem „Stijlmarkt“ gebe es ungewöhnliche Dingen zu entdecken, die es auf der Frankfurter Zeil so nicht gebe, sagt sie, und schlendert mit ihrer Bekannten weiter.

Es ist das zweite Mal, dass der „Stijlmarkt“ (Niederländisch: stijl = Stil) in Frankfurt Station macht. 2009 gegründet, gibt es die Designmesse mittlerweile an acht Standorten in Deutschland, mit 100 000 Besuchern im Jahr. In Frankfurt war die Messe für junges Design zuletzt im Mai.

Der Wuppertaler Künstler Wolfgang Philippi war damals schon dabei. Er zeichnet unter anderem Stadtplakate mit Tusche. Ein Bild zeigt die Geschichte von Frankfurt in übereinander liegenden Schichten – etwa „Endsiegschutt aus dem Zweiten Weltkrieg“ oder die „preußische Ordnung“ mit nebeneinander liegenden Skeletten, den Römerberg, und tief unten, noch unentdeckt, Knochen von Dinosauriern. „Das Bild soll erzählen, was in der Stadt los war“, sagte Philippi, der mehr als 40 Städte auf diese Art porträtiert hat. Den „Stijlmarkt“ schätze er, um seine Kunst zu vertreiben. Als Aussteller fahre er im Jahr auf mehr als 20 solcher Messen.

Nicole und Saskia schleppen mehrere Einkaufstüten mit sich herum – nicht nur vom „Stijlmarkt“, sondern auch von einen großen Schuh- und Klamottenladen auf der Leipziger Straße. „Ich wollte eigentlich etwas für Weihnachten kaufen“, meint Saskia, „aber dann habe ich doch nur Sachen für mich gekauft.“ Drei Ohrringe, ein paar Schuhe, eine Sonnenbrille und leckeres Pesto. „Dahinten gibt es auch Alkohol, musst Du unbedingt mal probieren“, sagt Nicole – im Nebenraum werden zum Beispiel Gin-Proben in Plastikbecherchen angeboten. Draußen vor dem Seminarraum des Casinos wummert Musik aus dem Lautsprecher, es gibt Pitas, Waffeln und vegetarische Burger zu kaufen.

Im Frühjahr kommt die Messe wieder in die Region. Dann nach Mainz.

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