+

 Probleme gibt es noch in Berkersheim und Ginnheim

Bahn plant Baustellenverkehr für den S 6-Ausbau

  • schließen

Anfang nächsten Jahres werden täglich Hunderte Lastwagen auf die Baustellen der Main-Weser-Bahn im Norden und Westen Frankfurts rollen. Dafür gibt es definierte Routen, zumeist auf großen Straßen. Doch an einigen Stellen tüftelt die Bahn noch an der bestmöglichen Strecke.

Aktuell hält sich die Zahl schwerer Lastwagen, die zur Baustelle der Main-Weser-Bahn fahren, in Grenzen, sagt Julian Fassing von DB Netz. Acht bis zehn Lastwagen, schätzt der Bauleiter, rollen derzeit täglich über die Zufahrten dorthin, wo zwischen Frankfurts Westbahnhof und Bad Vilbel die Strecke von zwei auf vier Gleise wächst. Wenn im ersten Quartal 2019 im großen Stil der Erdaushub beginnen und dann neues Material geliefert wird, starten die „Massentransporte“, wie Fassing sagt. Am Tag werden es 100 bis 200 Fahrzeuge auf fest definierten Routen sein. „Natürlich ist das eine große Belastung für die Anwohner“, sagt der Ingenieur. Deshalb feilt DB Netz an mehreren Stellen daran, die Störungen zu minimieren.

Etwa in Berkersheim, wo die Lkw noch durch den Ortskern zum Bahnübergang und zur Baustelle rollen. Die Fertigstellung der geplanten Zufahrten verzögert sich: Erst in einigen Wochen wird die Baustraße fertig, die „im Baufeld“ vom Frankfurter Berg bis Berkersheim führt. „Im Baufeld“ heißt: Die Laster fahren dort, wo der Damm für die zwei neuen Gleise entsteht. Noch länger dauert es, bis die Behelfsabfahrt an der B 3a fertig ist, nahe der Stadtgrenze zu Bad Vilbel. Dort müssen die Lkw über eine neue Brücke über die Nidda. Diese Brücke wird wegen „technischer Herausforderungen“, so Fassing, erst im zweiten oder dritten Quartal 2019 fertig. Dann haben die „Massentransporte“ längst begonnen.

Ein Jahr Verzögerung 

droht Bleibt noch die kleine Brücke über die Nidda an der Berkersheimer Bahnstraße. Über dieses Bauwerk legt die Bahn eine Behelfsbrücke für schwere Laster. „Die Brücke brauchen wir. Nur wenn auch Rettungswagen und Feuerwehr über sie die Häuser im Niddatal erreichen, dürfen wir den Bahnübergang abreißen“, so Fassing. Eigentlich wollte DB Netz bald mit dem Bau beginnen. Nun fordert der Harheimer Ortsbeirat Helmut Seuffert (Grüne), die Bahn müsse für jene drei Monate, während denen die Nidda-Brücke gesperrt ist, eine Behelfsbrücke für Radler und Fußgänger, um zum S-Bahn-Halt Berkersheim zu kommen, errichten (wir berichteten). „Wir wissen noch nicht, wie wir das machen sollen“, sagt Fassing. Um ein Jahr könne das die Planung zurückwerfen. Klar ist aber auch: Die „Massentransporte“ durch Berkersheim zu schicken, ist den Anwohnern nicht zuzumuten. Zumal diese Route nicht planfestgestellt, also nicht genehmigt ist. Ein weiteres Problem hat DB Netz zwischen Ginnheim und Eschersheim. Hier kommen die Lastwagen über die Rosa-Luxemburg-Straße an. Eigentlich wollte die Bahn hier eine Art „Kreisverkehr“ einrichten: auf der einen Seite des Bahndamms nach Eschersheim hinein, auf der anderen über die Niedwiesenstraße zurück. Doch die Unterführung unterm Bahndamm kann aufgrund des hohen Grundwassers nicht erweitert werden. Bleibt da nur der Zwei-Richtungs-Verkehr auf der schmalen Niedwiesenstraße, an der selbst Autos kaum aneinander vorbeikommen? Keine gute Lösung, weiß Fassing: „Wir arbeiten noch daran.“ Bei der Brücke über die Gleise am S-Bahn-Halt Frankfurter Berg ist die Bahn auf die Hilfe der Landesstraßenbehörde Hessen Mobil angewiesen. Diese plane, die Brücke zu verstärken, sodass die Lastwagen darüberfahren können. Das würde den Weg vom Autobahnanschluss Eckenheim zur Baustelle verkürzen. Können sie die Brücke nicht nutzen, müssten sie von der Homburger Landstraße links abbiegen, den Berkersheimer Weg entlang und am Bahndamm entlang zurück zum Frankfurter Berg fahren.

Nicht durch Alt-Bonames 

Oder sie fahren in Heddernheim ab und über die Marie-Curie-Straße, Alt-Eschersheim und die Bonameser Straße zum Frankfurter Berg. Beides wären große Umwege, die DB Netz vermeiden möchte, auch wegen des Lärms für die Anwohner. Kürzer wäre der Weg durch Alt-Bonames. „Aber wer die Straßen dort kennt, will dort nicht mit schweren Lastwagen durchfahren.“ Andere Zufahrten sind problemlos, etwa über die Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße in Hausen, die gut über A 66 und Ludwig-Landmann-Straße zu erreichen ist. Hier von der anderen Seite durch Bockenheim zu kommen, mache keinen Sinn, so Fassing: Zu viele Ampeln, zu volle und schmale Straßen. Zumal die Bahn Straßen braucht, auf denen die Fahrzeit etwa zur Schuttentsorgung im Osthafen planbar ist. Und das seien nunmal große Straßen und Autobahnen, nicht Wohnstraßen und enge Gassen.

Infos zum Baustellenverkehr Unter www.s6-frankfurt-friedberg.de gibt es Infos zum Ausbau der Main-Weser-Bahn und Karten zur Bau-Logistik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare