Dort, wo sonst die Taxifahrer vor dem Hauptbahnhof auf Fahrgäste gewartet haben, steht jetzt alles voller Container.
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Dort, wo sonst die Taxifahrer vor dem Hauptbahnhof auf Fahrgäste gewartet haben, steht jetzt alles voller Container.

Ärger um Container

Hauptbahnhof Frankfurt: Deutsche Bahn wehrt sich gegen Vorwürfe von Taxifahrern

  • VonMichelle Spillner
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Der Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs erfordert Container - doch die sorgen bei Taxifahrern für Frust. Sie beklagen weniger Platz. Die Deutsche Bahn hält dagegen.

Frankfurt - Noch bis 2026 wird die räumliche Situation auf dem Vorplatz des Frankfurter Hauptbahnhofs anhalten, unter der unter anderem die Taxifahrer leiden. Das teilte jetzt eine Bahn-Sprecherin mit. Die Taxifahrer beklagen unter anderem, dass kaum noch Platz für sie sei. Die Deutsche Bahn hält dagegen, dass die Taxifahrer vor dem Bahnhof trotz der räumlichen Einschränkungen auch jetzt immer noch mehr Warteplätze hätten, als ihnen eigentlich zustehen.

Seit vergangenem Oktober wird der Bahnhofsvorplatz als Baustelleneinrichtungsfläche für den Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs und hier insbesondere der B-Ebene und des Nordbaues benötigt. Nach und nach wurden auf die 3000 Quadratmeter immer mehr Container gesetzt. In den insgesamt 72 Containern befinden sich die Aufenthalts- und Besprechungsräume der Mitarbeiter der Baufirmen, und es wird Material aufbewahrt. Richtig eng wurde es im Juli, als die letzten Container dazukamen. Seitdem stehen den Taxifahrern nur noch zwei Reihen vor den Baucontainern als Warteplatz zur Verfügung und es können nur noch fast halb so viele Taxen vorm Hauptbahnhof stehen wie sonst. Das mache ihnen das Geschäft kaputt, sagen die Taxibetreiber.

Ärger am Hauptbahnhof Frankfurt: Taxifahrer fordern mehr Stellplätze – DB äußert sich

Die Bahn hält dagegen: "Grundsätzlich standen immer mehr Taxen vor dem Hauptbahnhof als vereinbart, was von uns geduldet wurde. Die aktuell dort vorhandenen Taxis entsprechen noch immer einem erhöhten Stand." Die Taxifahrer kritisieren, dass sie mehr Stellplätze brauchen, und jetzt gerade eigentlich noch mehr, weil durch das Ausbleiben der Fluggäste auch immer mehr Kollegen vom Frankfurter Flughafen vor den Hauptbahnhof drängten. Gerade nach der schwierigen Corona-Zeit müssten sie dringend Geld verdienen, und das werde ihnen durch die Einschränkungen nun zusätzlich erschwert. Tatsächlich aber seien im Vorfeld der Einrichtung der Containerfläche "die Anpassungen der Taxis und deren Stellflächen am Hauptbahnhof mit der Taxi-Innung erarbeitet und abgestimmt", so die Bahn-Sprecherin.

Da sei auch klar kommuniziert worden, dass die Taxen, dort, wo sie jetzt Fahrgäste ein- und aussteigen lassen, gar nicht stehen dürfen. Die DB: "Die Fläche hat eine Einfahrt (Poststraße) und eine Ausfahrt (Am Hauptbahnhof). Diese Ein- und Ausfahrten sind freizuhalten, da hier regelmäßig Lkw ein- und ausfahren müssen. Es sind keine Warteflächen für Taxis." Es handele sich also nicht um ein Planungs-Versäumnis der Bahn, sondern um eine Missachtung der vereinbarten Regelung. Denn viele Taxen stünden in der Lkw-Zufahrt. Komme ein Brummi, müssten sie die Fläche räumen, umständlich rangieren, und täten dies sogar über die Fahrspuren vorm Bahnhof, und das bringe ein "Riesenchaos". Betroffen von der Platzbelegung seien nicht nur die Taxen, so die Bahn. "Die Fläche wurde vorher auch für die Anlieferung der Läden auf der Nordseite des Bahnhofs, als kleiner Parkplatz und als Feuerwehrzufahrt genutzt. Die Feuerwehrzufahrt ist weiterhin möglich. Die Belieferung der Läden erfolgt nun über die Südseite des Vorplatzes. Parkplätze stehen im Parkhaus im Hauptbahnhof zur Verfügung."

Taxi-Chaos am Hauptbahnhof Frankfurt: Kuriose Wegführung für Fußgänger

Kritik gibt es auch an der Wegführung für die Fußgänger. Bahnkunden, die sich beim Verlassen des Bahnhofsgebäudes vor dem Bauzaun wiederfinden und entgegen der Empfehlung, rechtsherum um die Containerburg zu laufen, linksherum über die Fahrspur gehen, sagt die Bahn: "Es ist nicht vorgesehen, außen an der Anlage vorbeizulaufen. Hier ist kein Gehweg. Der vorgeschriebene Gehweg führt sicher am Gebäude entlang." Will sagen: Wer auf der Fahrbahn läuft, ist selbst schuld. Vom Rhein-Main-Taxi-Verband ist eine Stellungnahme dazu bislang ausgeblieben. (Michelle Spillner)

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