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Die Tour mit Ortsbeiräten und Stadtpolizei führte Dezernent Markus Frank auch an die U-Bahn-Station. foto: sauda

Nieder-Eschbach: Sicherheit

Dezernent schaut nach dem Rechten

  • vonSabine Schramek
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Stadtrat Markus Frank unternimmt mit Ordnungspolizei einen Rundgang.

Die Sonne scheint, als ein Einsatzfahrzeug der Stadtpolizei neben dem Alten Rathaus parkt. Die Polizisten Pascal A. und Patrick Z. steigen in Uniform aus, Oberkommissar Rüdiger Buchta ist in zivil dabei. "So viel Polizei sieht man hier selten", begrüßt Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU) die Gäste. Er freut sich, dass sie sich die Zeit nehmen, mit ihm und Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) den Stadtteil zu begehen, um Missstände aufzuspüren. "Der Schwerpunkt der Stadtpolizei liegt derzeit auf Corona", erklärt Frank. Buchta ist zufrieden mit dem Stadtteil, der bei den Anwohnern als "dörflich" gilt. "Im vergangenen halben bis dreiviertel Jahr gab es in der Statistik kaum Gravierendes in Nieder-Eschbach. Nur einmal wurden wir wegen Lärmbelästigung am Kiosk gerufen", fügt er hinzu.

Bürger wollen gehört werden

Müller blickt auf die Sozialbezirksvorsteherin Beate Lamb (CDU). "Ein bisschen mehr ist es schon. Aber bis jemand kommt, dauert es. Darum wenden sich die Bürger an uns", so Müller. "Für die Bürger ist es schwierig, zwischen Stadt-, Verkehrs- und Landespolizei zu unterscheiden. Wenn Bürger anrufen, hieß es bereits vor Corona, dass zu wenig Personal da sei", fügt Lamb hinzu. "Es ist schön, dass wir im Frankfurter Norden wenig Probleme haben. Gehört werden möchten wir trotzdem", so Müller und erzählt den geladenen Gästen, was die Menschen hier im Nordwesten beschäftigt. Parkzeitbeschränkungen, die nicht kontrolliert werden, Alkoholverkauf an Jugendliche, Müllablagerungen, die das Stadtteilbild verunstalten, und die öffentliche Toilettenanlage an der Bahnhaltestelle, die niemals geöffnet sei, nerven die Nieder-Eschbacher ebenso wie Wildpinkler und Drogendealer an der Bahn und am Friedhof. Die Gruppe spaziert zu den Stellen, die Müller und Lamb ansprechen. "Wem gehört die Toilettenanlage?", fragt Frank auf dem Weg. Müller weiß es nicht. Dort angekommen, rüttelt Frank an den verschlossenen Türen. Auf einem mit Aufklebern verunstalteten Schild stehen die Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten: "Montag bis Samstag 6 Uhr bis 22 Uhr, Sonntag 8 Uhr bis 22 Uhr. Stadt Frankfurt am Main, der Magistrat, Liegenschaftsamt". Frank verspricht, sich darum zu kümmern und herauszufinden, warum sie nicht geöffnet sind. "Die Stadtpolizei ist dafür allerdings nicht zuständig", fügt er hinzu.

Neben einem Mülleimer liegt ein ganzer Haufen zerbrochener Plastikbügel. Die Stadtpolizei notiert es sofort. Müller berichtet von einem Ort voller Sperrmüll am Bolzplatz im Matsch, den die Polizisten nach dem Rundgang sofort anfahren.

Stillgelegtes Auto nur umgeparkt

Ein stillgelegtes Fahrzeug, das trotz Aufkleber umgeparkt, aber nicht entfernt wurde, ist ebenfalls für die Stadtpolizei ein Thema. Aufmerksam hören Buchta und die Männer in Uniform zu. "In Sachen Sperrmüll gibt es mittlerweile eine eigene Dienstgruppe, die Task Force Umwelt, die Beschwerden nachgeht", erklärt Buchta. "Sie fahren die Stellen an und bringen Aufkleber an, damit die Stadtpolizei erkennen kann, ob sich bereits darum gekümmert wird", fügt einer der Polizisten hinzu. "Die Verursacher werden gesucht. Ein Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit wird auf jeden Fall verhängt. Und eine sogenannte Ersatzvornahme. Dabei bekommen die Übeltäter drei Tage Zeit, ihren Müll selbst zu entsorgen. Wenn sie das nicht tun, rufen wir die FES zum Entsorgen und die Kosten für die Entsorgung dafür werden dem Verursacher zusätzlich in Rechnung gestellt."

An einer Straßenkreuzung liegen Pakete mit Wurfsendungen. "Auch das sehen wir immer wieder", so Müller. Die Polizisten lassen den Blick schweifen und sehen, dass die Briefkästen offenbar gerade bestückt wurden. "Wir schauen später noch einmal. Es kann sein, dass sie noch ausgetragen und nur kurz zwischengelagert werden", sagen die Männer in der blauen Uniform.

"Wir wollen unser Nieder-Eschbach lebens- und liebenswert erhalten", sagt Müller. Frank stimmt zu. "Die Lebensqualität ist wichtig und hier eindeutig als positiv zu sehen."

Der Dezernent betont, dass alle Anrufe der Bürger aufgenommen werden. "Manchmal dauert es wegen Überbelastung der Stadtpolizei zwar etwas länger, aber es wird jedem Hinweis nachgegangen." Sabine Schramek

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