Mindestens 125 Millionen Euro

DFB-Akademie wird deutlich teurer

Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geplante Akademie auf dem Rennbahn-Areal in Niederrad wird noch einmal teurer. Mittlerweile spricht man von einer Summe von mindestens 125 Millionen Euro. Dadurch wird sich das Projekt auch weiter in die Zukunft verschieben.

Als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine geplante Akademie auf der Frankfurter Galopprennbahn einst. Doch immer wieder gerät das Projekt in die Schlagzeilen. Erst schlossen sich einige Frankfurter zu einer Bürgerinitiative zusammen, um den Bau zu verhindern, setzten gar ein Bürgerbegehren durch. Dann weigerte sich der Mieter, der Frankfurter Renn-Klub, das Gelände in Niederrad zu räumen, das Landgericht beschäftigt sich mit mehreren Klagen.

Nicht die erste Erhöhung

Im Nachhinein betrachtet kommen dem DFB all diese Querelen um das Baugelände aber wohl gerade recht. Auf dem 42. Ordentlichen Bundestag des Fußball-Bundes in Erfurt ließ Präsident Reinhard Grindel verkünden, dass der Bau der Akademie nochmals deutlich teurer wird.

Schon vor etwas mehr als einem Jahr hatte der DFB verkündet, dass der Bau statt der veranschlagten 89 Millionen Euro doch 109 Millionen Euro kosten wird. Kein Pappenstiel. Und nun wird es noch einmal teurer. Eine Summe von mindestens 125 Millionen Euro werden derzeit gehandelt. Dafür will sich die DFB-Spitze die Zustimmung der Basis einholen. Im kommenden Jahr soll ein Außerordentlicher Bundestag einberufen werden. Die DFB-Führung will die Pläne „in aller Ruhe diskutieren“, wie Grindel sagte. „Wir werden ausführliche Veranstaltungen in den Regionalverbänden durchführen, um eine intensive Debatte zu ermöglichen.“ Dadurch verschiebt sich natürlich auch der Baubeginn. Ursprünglich sollten schon im kommenden Jahr die Bagger rollen, der Bau sollte 2018 fertig sein. Wann es nun soweit ist steht in den Sternen. Auch die Gründe für die Mehrkosten ließ Grindel offen. Nur so viel war zu hören: „Es zeichnet sich ab, dass der vom Architekten geplante Bau mit dem vom Präsidium verabschiedeten Kostenrahmen nicht zu realisieren ist.“

Der Entwurf für die Akademie in Niederrad, in der alle sportlichen und logistischen Abläufe des Deutschen Fußball-Bundes zentralisiert werden sollen, stammt von den Aachener Architekten Klaus Kada und Gerhard Wittfeld. Vorgesehen war auf dem 15 Hektar großen Areal ein rund 280 Meter langer Komplex, bei dem die verschiedenen Gebäudeteile von einem gemeinsamen Dach überspannt werden. Im Süden des Geländes sollte eine Verwaltungszentrale entstehen, in der es auch ein öffentlich zugänglicher Fanshop und ein Café geben sollte. Zudem waren Sportplätze, ein Athletenhaus, eine Logistikzentrale sowie ein Parkhaus geplant.

„Nicht ungewöhnlich“

„Die Frage, ob das Bauvorhaben so umgesetzt wird, wie vom Architekturbüro vorgeschlagen, ist offen“, sagte Grindel: „Die Alternative wäre selbstverständlich nicht, dass wir nicht bauen. Wir müssten dann einen neuen Prozess aufsetzen mit einer kleineren Lösung. Wir halten aber daran fest, auf der Galopprennbahn zu bauen.“

Solche Worte hört Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) natürlich gerne. „Es ist schön, dass der DFB sich zu dem Vorhaben bekannt hat“, sagte er. Frank habe schon zuvor von den Mehrkosten gewusst, erst vor wenigen Wochen habe er mit Reinhard Grindel zusammen gesessen. „Wenn etwas so lange geplant wird wie die Akademie, ist es nicht ungewöhnlich, wenn das Vorhaben teurer wird. Das ist bei städtischen Bauten auch nie ausgeschlossen.“

(jlo,sid)

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