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Verbindung zwischen Gutleut und Gallus ist zwei Jahre dicht

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Von: Gernot Gottwals

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Die Camberger Brücke in Frankfurt ist bis Ende 2024 voll gesperrt. Um die Verkehrsbelastung abzuschwächen, will die SPD die Behelfsauffahrt am Messeparkplatz öffnen.

Frankfurt - Das Hinweisschild für Autofahrer auf der Gutleutstraße mit Fahrtrichtung Innenstadt macht unmissverständlich klar: Die Camberger Brücke in Frankfurt ist bis Ende 2024 vollständig gesperrt, Umleitungen führen über die Zander-, Speicher- und Hafenstraße. Grund sind umfassende Sanierungsarbeiten zur Ertüchtigung auch für schwere Fahrzeuge.

Die nötigen Reparaturen auf dem „kombinierten Straßen- und Brückenbauwerk mit großer verkehrlicher Bedeutung“, so die Klassifizierung des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE), führen für die Auto- und Radfahrer, Fußgänger und den ÖPNV im Gutleutviertel und Gallus zu einigen Umstellungen und Einschränkungen, die der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) durch mehrere Anträge abzumildern versucht.

In der kommenden Sitzung fordern die Linke eine Behelfskonstruktion für eine Fuß- und Radverbindung parallel zur Camberger Straße und die SPD die Öffnung der bisher nur für große Messen geöffneten Behelfsausfahrt Rebstock für die Dauer der Sperrung der Camberger Brücke. So solle die Verkehrsbelastung im Gutleutviertel abgeschwächt und eine schnelle und einfache Verbindung zwischen dem Gutleutviertel und dem Gallus sichergestellt werden.

Camberger Brücke in Frankfurt: Umfahrungen werden diskutiert

Durch diese Öffnung wäre es für Autofahrer aus dem Gutleutviertel möglich, alternativ zum Hafentunnel die Autobahn A5 zu nutzen und an der Behelfsausfahrt Messe weiter Richtung Gallus und Europaviertel abzufahren. Sollte die Ausfahrt in der Zuständigkeit einer anderen, nicht städtischen Behörde liegen, so wird der Magistrat aufgefordert, sich auch mit dieser Behörde ins Benehmen zu setzen.

„Durch die zweijährige Brückensperrung sind die Verbindungen zwischen dem Gutleutviertel und dem Gallus auf den Hafentunnel, die Umfahrung des Hauptbahnhofs sowie einen großen Umweg über die A5 beschränkt“, erläutert die Antragstellerin Tanja Ayesha Pösl. „Doch durch die Sperrung hat die Verkehrsbelastung in der Gutleutstraße noch einmal deutlich zugenommen.“ Daher hätten Bürger aus dem Gutleutviertel die Behelfsausfahrt als deutliche Abkürzung vorgeschlagen, da hier die große Umfahrung um den Hauptbahnhof entfallen würde.

Bei anderen Ortsbeiratsmitgliedern gibt aber es auch Bedenken: „Es ist eine Maßnahme, die nur in der Fahrtrichtung vom Gutleutviertel ins Gallus Vorteile bringt und nicht in die Gegenrichtung“, findet die CDU-Fraktionsvorsitzende Sara Steinhardt. Man könnte einen Probebetrieb versuchen, meint sie.

Frankfurt: „Erhöhte Reisezeiten“ im Hafentunnel

Nach Einschätzung von Michael Stein, stellvertretender Sprecher des Straßenverkehrsamts, hat sich die allgemeine Verkehrslage um die Camberger Brücke vier Wochen nach der Sperrung beruhigt: „Nach unseren Verkehrsdaten und den subjektiven Beobachtungen hat sich die Lage wieder normalisiert.“ Der im SPD-Antrag skizzierte Vorschlag sei vorab von den Behörden geprüft und verworfen worden: „Die Autobahn GmbH hat auch schon in Vorgesprächen mitgeteilt, dass eine Öffnung von Behelfsabfahrten aufgrund der Verkehrsbelastung auf der Autobahn nicht möglich ist.“

Zudem wäre der Zeitgewinn durch die Öffnung der Behelfsabfahrt in nördlicher Richtung marginal und die Nutzung der freigegebenen Straßen im Umfeld des Rebstocks nicht zeitaufwändiger. Insgesamt hätten die Autofahrer offensichtlich andere Wege gefunden, die Verkehrsbehinderungen zu umgehen. „Lediglich im Hafentunnel haben wir noch deutlich erhöhte Reisezeiten.“ Das Straßenverkehrsamt werde für Linksabbieger von der Hafenstraße in die Mainzer Landstraße ein zusätzliches Programm für die Ampel erstellen.

Für Autos ist an der Camberger Brücke kein Durchkommen. FOTO: rüffer
Für Autos ist an der Camberger Brücke kein Durchkommen. © Rainer Rüffer

Frankfurt: Beobachtungskameras sollen Verkehrsbelastung verringern

Wenn es der Verkehr auf der Mainzer Landstraße erlaubt, sollen die Grünzeiten für Linksabbieger verlängert werden. Die Verkehrsleitzentrale des Straßenverkehrsamts könne diese Kreuzung mithilfe von Verkehrsbeobachtungskameras überwachen und die Ampelschaltung den jeweiligen Situationen anpassen, um die Verkehrsbelastung und Verlustzeiten im Hafentunnel zu verringern.

Bereits im Amtsgang ist außerdem ein Antrag an den Magistrat, sich bei der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq dafür einzusetzen, dass die vor allem für Senioren aus der Wurzelsiedlung wichtige Buslinie 87 während der Bauzeit für die Camberger Brücke durch den Hafentunnel geführt wird. Denn das Umsteigen auf andere Linien am Hauptbahnhof werde durch Bauarbeiten gerade für ältere Menschen deutlich erschwert. „Wir werden auf Antrag des Magistrats Alternativen prüfen“, erklärt VGF-Sprecherin Christina Spannuth. (Gernot Gottwals)

Der Ortsbeirat 1 tagt am Dienstag, 1. November, um 19 Uhr, im Gemeindesaal der Evangelischen Gemeinde Frieden und Versöhnung, in der Frankenallee 150.

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