Soll Alarm schlagen, wenn in der Schule die Luft dick wird: Die Sauerstoffampel, die Bildungsdezernentin Sylvia Weber zeigt.
+
Soll Alarm schlagen, wenn in der Schule die Luft dick wird: Die Sauerstoffampel, die Bildungsdezernentin Sylvia Weber zeigt.

Sauerstoffampel vorgestellt

"Dicke-Luft-Melder" kommt in der Rebstockschule zum Einsatz

  • Thomas Remlein
    VonThomas Remlein
    schließen

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hat gestern eine Sauerstoffampel im Schulausschuss vorgestellt. Das Gerät meldet, wenn die Luft stickig wird und dringend gelüftet werden muss.

Es ist ein Lieblingsprojekt vor allem der Grünen in der Koalition mit CDU und SPD: Der Passivhausstandard für sämtliche städtischen Gebäude. Doch wenn die Lüftungsanlage wie in der Rebstockschule ausfällt, kann das zum Problem werden.

17 Schüler und Lehrer mussten am 20. Dezember vergangenen Jahres wegen Atemproblemen und Augenreizungen ins Krankenhaus. Die Stadt gab anschließend bekannt, dass Methylmethacrylat-Dämpfe eines frisch verlegten Fußbodenklebers der Auslöser für die Symptome waren. Weil noch immer Schüler und Lehrer über Symptome klagen, wird ein baubiologisches Gutachten erstellt. Teilergebnisse verkündete Bildungsdezernentin Sylvia Weber gestern. Eine erste Messreihe im Winterbetrieb mit Lüftung habe keine Auffälligkeiten ergeben. In den Osterferien sei die Turnhalle überprüft worden. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. Eine dritte Messreihe im Mai soll bei Temperaturen über 12 Grad Celsius im Sommerbetrieb testen, ob die Luft rein ist. Nach Abschluss der Messungen werden die Resultate Ende Mai oder Anfang Juni bei einem Elternabend vorgestellt.

Die Teilergebnisse seien den Eltern bereits mitgeteilt worden, betonte Weber. Die Eltern seien froh, „dass wir Messungen machen und zeigen Geduld. Gleichwohl gingen die Beschwerden über gesundheitliche Beeinträchtigungen weiter. „

Nun kommen sechs „Dicke-Luft-Melder“ an der Rebstockschule zum Einsatz. Sie messen wie eine Ampel die Kohlendioxid-Konzentration (CO2). Grün bedeutet, dass im Innenraum die Luftqualität der Außenluft entspricht. Bei Gelb sei die Luftqualität immer noch hoch, erklärte Weber. Erst wenn das Gerät rot anzeige, sei dies ein Signal für Lehrer und Schüler zu lüften.

Solche „Dicke-Luft-Melder“ sollen für alle Schulen im Passivhausstandard eingeführt werden. Für den bildungspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Römer, Stefan von Wangenheim, war dies Anlass den „überflüssigen Passivhausstandard“ zu kritisieren. Er bat, „diesen sinnlosen Standard abzuschaffen“. Die Bildungsdezernentin widersprach ihm: Der Passivhausstandard stehe im Koalitionvertrag; „er ist eine gute Sache.“

Neue Berufschulen

Nicht nur die Gymnasien in Frankfurt boomen, auch die Berufsschulen erfreuen sich steigender Schülerzahlen. Nach dem Schulentwicklungsplan sei bis 2028 mit einer Steigerung von 15 Prozent zu rechnen, sagte die Bildungsdezernentin. Das entspreche 4100 Schülern. „Wir müssen uns nicht mehr unterhalten, ob wir eine Berufschule schließen, im Gegenteil: Es sind zwei bis drei neue Berufschulen nötig.“ Alle Schulen seien sehr gut ausgelastet, sagte Weber. In der Bert-Jourdan-Schule sei die Situation „sehr beengt“. Dort werden Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet.

Kooperation mit Hanau

Die Heinrich--Kraft-Schule in Fechenheim will sich von einer integrierten in eine kooperative Gesamtschule umwandeln. Die Pläne dazu lägen vor und würden jetzt im Kultusministerium und im Schulamt geprüft. Die Heinrich-Kraft-Schule plant eine Kooperation mit der Berufsschule in Hanau, um das Thema Berufsorientierung voranzutreiben. Die Heinrich-Kraft-Schule wolle damit als Versuchsschule starten, bei der die Mindestklassengröße ausgesetzt ist. Für Weber ist das neue Konzept schlüssig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare