Gut besucht war der Dom im Januar 2020, in diesem Jahr werden einige Plätze frei bleiben.
+
Gut besucht war der Dom im Januar 2020, in diesem Jahr werden einige Plätze frei bleiben.

Karlsamt im Frankfurt Dom

Die Anmeldung beginnt

  • vonJürgen Walburg
    schließen

Weil nur 107 Sitzplätze vergeben werden können, heißt es schnell sein um dabei zu sein, wenn Vatikan-Kritiker Bischof Feige predigt.

Das traditionsreiche Karlsamt in Erinnerung an den Todestag Kaiser Karls des Großen (28. Januar 814) feiert die Katholische Stadtkirche am Samstag, 30. Januar, 18 Uhr, im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Hauptzelebrant und Prediger ist der Magdeburger Bischof Gerhard Feige.

Wegen der Corona-Pandemie wird der festliche Gottesdienst anders sein als in den vergangenen Jahren, in denen der Dom stets voll besetzt war. Nach Auskunft des Dompfarramts wird es in der Kirche wegen der geltenden Abstandsregeln diesmal nur 107 Sitzplätze geben.

Wer am Karlsamt teilnehmen möchte, muss sich anmelden. Dies ist von heute, Mittwoch, an entweder per E-Mail möglich (pfarrei@dom-frankfurt.de) oder telefonisch unter der Rufnummer 069-297032-0. Die Gottesdienstbesucher dürfen nicht singen. Die liturgischen Höhepunkte des Karlsamts, die gregorianischen Gesänge (Karlssequenz und Kaiserlaudes) werden vom Domchor und von der Choralschola in kleiner Besetzung vorgetragen.

Bereits seit 1332 wird in Frankfurt des Todestages Karls des Großen gedacht. Doch das Karlsamt als Festgottesdienst in der heutigen Form gibt es erst seit 1959. Nach Informationen des Historikers Erwin Hoheisel (Eppstein) konnte zunächst der Erzbischof von Riga (Lettland), Zbignevs Stankevics, als Hauptzelebrant für das Karlsamt 2021 gewonnen werden. Er hat jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Die einzigartige Liturgie mit den mittelalterlichen Gesängen wird seit Jahrhunderten nur in Aachen (in der Gruft des dortigen Doms wurde Kaiser Karl der Große begraben) und in Frankfurt gefeiert, wo im Mittelalter deutsche Könige und Kaiser gewählt und gekrönt wurden. Karl der Große ist Patron der Stadt Frankfurt, die ihre erste urkundliche Erwähnung als "Franconofurd" einer Synode des Kaisers im Jahr 794 verdankt.

Der diesjährige Hauptzelebrant und Prediger, der Magdeburger Bischof Gerhard Feige (69), wurde in Halle (Saale) geboren. Er studierte in Erfurt Katholische Theologie und wurde 1978 in Magdeburg von Bischof Johannes Braun zum Priester geweiht. Papst Johannes Paul II. ernannte den promovierten Theologen am 23. Februar 2005 zum Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen Magdeburger Diözesanbischofs Leo Nowak.

Gerhard Feige ist seit 2012 Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz. 2014 wurde er von Papst Franziskus zum Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen berufen.

Der Magdeburger Bischof hat sich in den vergangenen Jahren immer mal wieder kritisch zu offiziellen Lehrmeinungen des Vatikans geäußert. So hält er verheiratete Priester in der römisch-katholischen Kirche für ebenso denkbar wie die Frauenordination (Zulassung von Frauen zu kirchlichen Ämtern bis hin zum Priesteramt). wa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare