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Die Corona-Pandemie und wir

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Von: Stefanie Liedtke

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Das sind die Redakteure der Frankfurter Lokalredaktion beim Posieren für 75 Jahre FNP. Manche von ihnen sahen sich an diesem Tag im September 2021 zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren wieder. Hier teilen sie ihre ganz persönlichen Gedanken zum Virus. FOTO: Salome Roessler
Das sind die Redakteure der Frankfurter Lokalredaktion beim Posieren für 75 Jahre FNP. Manche von ihnen sahen sich an diesem Tag im September 2021 zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren wieder. Hier teilen sie ihre ganz persönlichen Gedanken zum Virus. © Salome Roessler

14 Frankfurter Lokalredakteure schildern ihre ganz persönliche Sicht auf das Virus und die vergangenen zwei Jahre.

Immer noch Pandemie, zwei Jahre fast geht das jetzt so. Die vierte Welle - gebrochen? Zumindest sinken aktuell die Zahlen, doch wie eine dunkle Gewitterwolke hängt die Omikron-Wolke am Horizont, kommt unaufhaltsam näher. Und das, obwohl wir wohl alle coronamüde sind. Jeder hat in dieser Pandemie sein Päckchen zu tragen. Manche sind größer, wiegen schwerer als andere. Aber jeder hat seine Last mit diesem Virus. Heute werfen wir einen ganz persönlichen Blick auf die Corona-Zeit. 14 Mitarbeiter der Stadtredaktion erzählen, wie es ihnen gerade geht, welche Sorgen und Ängste sie plagen und was sie dennoch Hoffnung schöpfen lässt. Möchten auch Sie uns erzählen, wie es Ihnen mit der Pandemie geht? Schreiben Sie uns an frankfurt@fnp.de , Betreff: Pandemie.

Stefanie Liedtke: Ohnmächtig, aber auch dankbar

Was für ein Jahr - schon wieder! Wenn ich zurückblicke, kann ich kaum fassen, dass wir immer noch gefangen sind in dieser Endlosschleife der Pandemie. Ich bin es leid. Der Blick zurück macht mich aber auch dankbar. Mir ist klar, dass wir als Familie bisher weit besser durch die Pandemie gekommen sind als andere. Ich versuche, mich an den schönen Momenten festzuhalten, die wir trotz Pandemietristesse erlebt haben. Am rauschenden Sommerfest, an gemütlichen Spieleabenden mit unseren Kindern, an schönen Erlebnissen mit Freunden, an spannenden Ausflügen, an den großen und den kleinen Dingen, die uns Kraft und Freude schenken.

Dankbar bin ich auch dafür, dass wir als Familie ebenso wie unser Freundeskreis bisher weitgehend von Corona verschont blieben. Doch die Einschläge kommen näher. Wenn meine an Covid-19 erkrankte Freundin davon erzählt, wie ihr Zweijähriger vor ihrer verschlossenen Tür sitzt und weint, weil er zur Mama möchte, dann bricht es mir das Herz. Dann fühle ich mich ohnmächtig gegenüber diesem Virus, das schon zu lange unser aller Leben bestimmt. Lassen wir nicht zu, dass es die Oberhand behält. Helfen wir mit, diese Pandemie zu überwinden. Und schenken wir anderen ein Lächeln, ein freundliches Wort, einen schönen Moment. Wir alle brauchen das in dieser Zeit mehr denn je.

Sören Rabe: Tiefe Gräben

Als wir uns Mitte März 2020 in den ersten Lockdown begaben, waren wir alle optimistisch: Wir sehen uns bald wieder. Doch nun, nach 21 Monaten, sitze ich noch immer im Homeoffice und kommuniziere mit den Kolleginnen und Kollegen nur digital. So langsam schleicht sich der Gedanke ein, dass es noch Jahre dauern wird, bis das Leben wieder einigermaßen "normal" verläuft.

Das größte Problem wird sein, die tiefen Gräben, die zwischen Geimpften und Ungeimpften aufgerissen sind, wieder zuzuschütten. Ich spreche nicht von den Extremisten der Corona-Leugnerer oder Impfgegner, sondern von den Menschen wie du und ich, die sich aus vielschichtigen Gründen nicht impfen lassen können oder wollen. Ich werde diese Menschen, Nachbarn, Bekannten, Freunde nach wie vor so behandeln, wie ich auch selbst behandelt werden möchte: mit Respekt.

Simone Wagenhaus: Glaube, Hoffnung, Liebe

Normalerweise sitzen mein ältester Freund und ich zwischen den Jahren in unserem Stamm-Weinlokal in Bockenheim, lassen das alte Jahr Revue passieren und sagen uns, was wir für das neue erwarten. Heuer werden wir uns so treffen wie 2020. Digital. Jeder vor seinem Rechner. Jeder mit einer Flasche Rotwein. Was ich ihm sagen werde?

2021 ist das Jahr in meinem bisherigen Leben, mit dem ich so wenig anfangen kann wie nie zuvor - und hoffentlich auch nicht mehr danach. Es ist das Jahr, in dem ich Glauben verloren habe: an Menschen, die ihren Verstand einsetzen und sich nicht selbst der nächste sind, an eine vorausschauende Politik, die die Bürger mitnimmt, an Massenmedien, die ihre Sorgfaltspflicht ernst nehmen und ihre Leser nicht gegen Wissenschaft und Politik aufhetzen.

2021 ist auch das Jahr, in dem ich Hoffnung verloren habe: in die Rückkehr in die Redaktion aus dem Homeoffice, in ein unbeschwertes Leben nach den Impfungen, in ein Weihnachtsfest mit all meinen Lieben.

Ich fühle mich, als sei ich in einer Zeitschleife gefangen, dabei geht es mir doch eigentlich gut. Ich habe Freunde und eine Familie, die mit Vernunft und Selbstdisziplin dazu beitragen, dass diese Pandemie endet. All meine Lieben und ich sind gesund, wir hatten bislang keinen Covid-19-Fall, und wir alle sind bereits geboostert - und, nicht das Schlechteste in diesen Zeiten - bin ich gerne mit mir alleine. Und doch merke ich, dass ich dünnhäutiger werde, auch meinen Liebsten gegenüber, dass mir Geduld, ohnehin keine meiner Stärken, vollends abhandenkommt, dass ich Covidioten (mindestens) niederschreien möchte... Ja, ich habe 2021 auch Liebe in meine Mitmenschen verloren.

Glaube, Hoffnung, Liebe - erstmal verloren. Ob ich sie 2022 wiederfinde? Ich weiß es nicht.

Dennis Pfeifer-Goldmann: Alle schützen einander

Wenn ich am Morgen auf dem Weg in die Redaktion in die U7 steige, überkommt mich seit April 2020 jedes Mal ein Gefühl großer Zufriedenheit. Denn hier in der Öffentlichkeit tragen nahezu alle Fahrgäste ordentlich ihren Mund-Nasen-Schutz. Und schützen damit die anderen. Dass die Menschen in unserem Städtsche so selbstverständlich zusammenstehen und solidarisch sind - das ist eine äußerst positive Erkenntnis der Corona-Zeit. Gespeist wird sie wohl aus Frankfurter Pragmatismus, gewürzt natürlich mit einer ordentlichen Prise Egoismus: Selbstredend ist es für jeden, der Covid-19 schadlos überstehen mag, sinnvoll, sich bestmöglichst zu schützen. Darüber muss ich weder diskutieren, noch auf Vorgaben von Regierungen warten. Und erst recht gestatte ich keiner Pandemie, meine Laune zu verschlechtern.

Judith Dietermann: Eine Kindheit hinter Masken

Als meine Zwillinge im August sechs Jahre alt wurden, war ich schockiert. Schockiert darüber, dass sie es gefeiert haben, fortan zu den Großen zu gehören. Aber nicht, weil sie in die Schule kommen. Nein. Weil sie jetzt Masken tragen dürfen.

Das macht mich traurig. Traurig und wütend. Denn während ich die Möglichkeit hatte, unbeschwert, sorglos und glücklich aufzuwachsen, leben meine Kinder seit zwei Jahren in Angst. Bei jedem Schnupfen fragen sie mich, ob sie Corona haben. Warum sie schon wieder einen Test machen müssen oder der Besuch am Wochenende im Schwimmbad nicht klappt.

Der Virus hat meinen und allen anderen Kindern die Unbeschwertheit genommen, die sie so sehr verdient hätten. Sie aber nicht bekommen, weil einige Menschen, die eine sorglose Kindheit hatten, mit Verweigerung, queren Gedanken und abstrusen Theorien dazu beitragen, dass dies den Jüngsten verwehrt bleibt.

Michael Forst: "Die Maske muss über die Nase!"

Corona erwischte meine Familie und mich zur Unzeit. Andererseits: Seit wann klopfen Krisen höflich an und fragen, ob sie wohl mal stören dürfen? Mein Vater musste sich im Sommer 2020 eine künstliche Hüfte einsetzen lassen, aus der Narkose erwachte er mit Störungen der Gehirnfunktion (Delir), unter denen er bis heute leidet. In der Folge mussten meine Eltern ihr Haus auf dem Land aufgeben und in ein Seniorendomizil in der Großstadt umziehen. All das wäre für sich genommen herausfordernd genug gewesen. Nun aber, unter Pandemiebedingungen, war jede Aktion, jeder Besuch für meine Schwester und mich mit besonderer Vorsicht und Ängsten verknüpft.

Mein Satz des Jahres? "Papi, deine Maske muss ÜBER die Nase!" Dass sich selbstverständlich Geglaubtes im Nu auflösen, das Leben mal eben auf den Kopf gestellt werden kann: Corona hat es uns allen schmerzlich vor Augen geführt. Aber an uns liegt es wohl, die Chancen zu finden, die Krisen ja auch bergen sollen. Etwa die Freundschaften, die meine immer eher eigenbrötlerischen Eltern gerade in ihrem neuen Zuhause knüpfen.

Julia Lorenz: Hoffen, bangen, warten

Veränderungen? Mag ich nicht. Mochte ich noch nie. Veränderungen bereiten mir Bauchschmerzen. Das Coronavirus jedoch hat die ganze Welt, unser aller Leben verändert. Und das bereitet mir jetzt, mitten in der vierten Welle, nicht nur Bauchschmerzen. Nein. Ich habe regelrecht Angst. Ja, ich bin geimpft, sogar geboostert. Mein Mann, die Verwandten, die Freunde auch. Das beruhigt natürlich.

Aber mein Sohn ist erst vier Jahre alt. Er ist noch nicht geimpft, darf die Spritze, die so viel Hoffnung mit sich bringt, auch noch gar nicht bekommen. Das bereitet mir zunehmend Angst. Angst, dass er sich doch noch mit dem Virus infiziert, obwohl wir bisher - toi, toi, toi - so gut durch die Pandemie gekommen sind. Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass er schwer erkrankt, ist gering. Aber was ist mit Long-Covid? Mit PIMS? Was ist mit der Omikron-Variante? Ist sie für Kinder gefährlicher? Oder nicht? All diese Fragen kreisen durch meinen Kopf. Tag für Tag.

Jeden Vormittag fürchte ich den Blick auf mein Handy. In meine E-Mails. Es könnte ja wieder ein Kind im Kindergarten infiziert sein. Es wäre nicht der erste Fall. Dann wird der Kindergarten wieder geschlossen. Alle müssen zum PCR-Test. Warten. Hoffen. Bangen. Lass das Ergebnis bloß negativ sein. Deshalb haben wir für uns den Entschluss gefasst, unseren Sohn impfen zu lassen, sobald es möglich ist. Unsere Kinderärztin befürwortet dies zum Glück. Jetzt zählen wir die Tage, bis er seinen fünften Geburtstag feiert. Im Februar ist es soweit.

Friedrich Reinhardt: Ansteckende Virusvariante Wut

Eine noch ansteckendere Virusvariante breitet sich in der vierten Pandemiewelle aus: Wut.

Nicht mehr nur die Verschwörungstheoretiker, und Corona-Leugner sind wütend, nachdem sie sich bei ihrer Fake-News-Dusche im Internet das erfrischende Gefühl abgeholt haben, es besser zu wissen als alle anderen. Nein, plötzlich sind alle wütend. Auch die, die sonst zuerst sich selbst hinterfragen. Ich verstehe das, auch wenn ich eher Verzweiflung fühle. Impfverweigerer haben uns um hart erkämpfte, niedrige Inzidenzzahlen gebracht und damit um ein entspanntes Fest mit der Familie. Ein Akt der Verantwortungslosigkeit oder eines "Ich-blicke-hinter-die-Kulissen-Selbstbetrugs". Meine Eltern, beide über 60, wohnen in Sachsen, zeitweise gab es ihrer Stadt eine 1800er Inzidenz. Ich mache mir Sorgen um meine Eltern. Aber nicht nur um sie. Irgendwann ist diese Pandemie vorbei, dann müssen wir noch miteinander leben, reden, streiten können. Sonst geht unsere Demokratie vor die Hunde. Wenn nun alle wütend sind, werden wir uns gegenseitig verzeihen können? Uns selbst in denen erkennen können, die eine andere, vielleicht blödsinnige Sicht auf die Welt haben? Oder blicken wir fortan nur von unserer Seite des Risses durch die Gesellschaft auf die andere - mit gerümpfter Nase und Wut in den Augen?

Stefanie Wehr: Keine Panik

"Don't panic and carry a towel" - "Keine Panik und hab' stets ein Handtuch dabei" - der Überlebensspruch aus "Per Anhalter durch die Galaxis" des Briten Douglas Adams passt auch in Krisen wie dieser. Als wichtigstes Utensil fürs Trampen durchs All gilt das Handtuch, weil man es zum Sonnenbaden und Wärmen braucht. Mein "Handtuch" ist der Blick auf das Schöne, das immer noch möglich ist, und das Notwendige, das es eben zu beachten gilt. Ohne Panik. Vielen von uns verlangt die Pandemie doch glücklicherweise nicht mehr ab als das längst zur Gewohnheit gewordene Maske tragen oder das Arbeiten von zu Hause aus. Weniger Angst, dafür mehr Freundlichkeit und Zuversicht würde ich mir da draußen deshalb sehr wünschen.

Thomas J. Schmidt: Blick zurück im Zorn

Wie sehr vermisse ich inzwischen das normale Leben: Die Arbeitskollegen, ihre Witze, ihr Lachen, den gemeinsamen Stress. Auch wenn ich als Pendler immer reinfahren muss - und dann einen Parkplatz suchen. Trotzdem, die Decke fällt mir auf den Kopf, und es wird höchste Zeit, dass bald wieder Normalität einsetzt. Aber wie lange kann das noch dauern? Alle haben wir gedacht, das wird eine Sache von ein paar Wochen, und inzwischen sind es fast zwei Jahre. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und es sind enorm viele Fehler gemacht worden in dieser Zeit. Wir erinnern uns an das Desaster, als die EU es nicht geschafft hat, frühzeitig Impfstoff zu besorgen. Inzwischen kümmert sich der Gesundheitsminister wieder selbst darum. Wir erinnern uns an das Versprechen, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben, wird das Leben wieder normal. Inzwischen blasen alle zur Hatz auf die Impfgegner. Aber sind wirklich sie die Schuldigen? Wer hat denn veranlasst, dass Intensivbetten abgebaut wurden? Jetzt sind die Ungeimpften schuld, wenn bei jeder neuen Variante die Intensivstationen voll sind? Das passt doch nicht zusammen, und das macht mich wütend. Es sind Fehler gemacht worden, wir müssen einander vergeben - und nicht alle Wut bei den Impfgegnern abladen.

Astrid Kopp: Müde, wütend, hoffnungsvoll

Jeden Morgen um 8.20 Uhr halte ich die Luft an. Um diese Uhrzeit sind 15 Minuten vergangen, seit mein Sohn sich mit dem "Kitzelstäbchen" in der Nase gepopelt hat, und die Lehrerin seiner zweiten Klasse schaut sich die Ergebnisse der Coronatests an. Sechs Mal musste sie danach schon Kinder nach Hause schicken, seit den Herbstferien. Jedes Mal hatten sich die Kinder nachvollziehbar in den eigenen Familien angesteckt.

Die Inzidenz bei Kindern ist hoch, wie hoch genau - ich weiß es nicht. Weil ich es nicht wissen will. Ich möchte schon lange gar nichts mehr über steigende Inzidenzen, ansteckendere Virusvarianten und demonstrierende Impfgegner lesen.

Zwei Jahre Pandemie und der Umgang unserer Gesellschaft damit haben mich als Mutter so müde gemacht. Und so so wütend. Ich weiß manchmal gar nicht, was überwiegt.

Hätten sich mehr Erwachsene impfen lassen, hätte die Politik mutiger agiert, wäre vielleicht auch für Kinder ein normaler Herbst/Winter möglich gewesen. Mit Geburtstagsfeier im Indoorspielplatz, Übernachtung bei den Großeltern, Fußballtraining in der Halle. So aber sind die Krankenhäuser voll, die Fußballstadien auch, und ich sage ständig "nein" und halte trotzdem die Luft an.

Aber nicht mehr lange, hoffentlich. Heute werden meine Kinder geimpft. In ein paar Wochen atme ich auf.

Julian Dorn: Zwei Jahre und keinen Schritt weiter

Mütend - diese in der Pandemie populär gewordene Wortneuschöpfung aus wütend und müde trifft meine Gemütslage gerade am besten. Müde und erschöpft, weil wir nach fast zwei Jahren Pandemie noch immer keinen Schritt weiter sind. Im Gegenteil: Die Lage ist so dramatisch wie zu keinem anderen Zeitpunkt der Pandemie. Wütend, weil wir das zum großen Teil den Unverbesserlichen zu verdanken haben, die trotz Kliniken am Rande der Triage und Fernsehbildern von mit Militärmaschinen verlegten Patienten immer noch den Ernst der Lage oder gar die Existenz des Virus anzweifeln. Es macht mich fassungslos, dass die Minderheit der Unvernünftigen der Mehrheit der Vernünftigen die Freiheit raubt. Liebe querulatorische Querdenker, wie viele Beweise wollt ihr noch?

Sarah Bernhard: Gut für mich, schlecht für die Gesellschaft

Klingt komisch, ist aber so: Für mich persönlich ist die Pandemie bisher eher positiv denn negativ. Schon immer leide ich an der Angst, etwas zu verpassen. Doch es gibt nicht mehr viel, das ich verpassen könnte - ein deutliches Plus für meinen Seelenfrieden. Außerdem bin ich introvertiert - Homeoffice hurra! Aber natürlich klappt das nur, weil ich nicht ängstlich bin und niemand in meiner Umgebung an Covid gestorben ist.

Auf der anderen Seite sehe ich, dass die Grundfesten der Demokratie erschüttert sind. Nicht durch die Pandemie, aber durch sie verstärkt: Querdenker untergraben nachhaltig das Vertrauen in Politik und Medien, und sogar manche meiner Freunde stimmen ein, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Deshalb hier noch einmal: Demokratie wird immer die beste aller Staatsformen sein! Auch in einer Pandemie.

Thomas Remlein: Ein Riss geht durch Familie und Freunde

Das Schlimmste an der Pandemie ist der Bruch, der durch viele Familien und Freundeskreise geht: Hier Impfbefürworter, dort Impfgegner. Einer meiner besten Freunde (wir haben gemeinsam vor 52 Jahren die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium gemacht): ein Impfgegner. Die Frau eines weiteren guten Freundes: eine Impfgegnerin. Er ist geimpft, sie nicht.

Die Argumente gegen das Impfen: absurd und verschwörungstheoretisch. Diskussionen und Argumente prallen ab. Andere sind wegen der pandemiebedingten Isolation in Depressionen verfallen, suchen aber keine ärztliche Hilfe. Auch wenn die zunehmend radikalisierten Impfgegner in ihrer eigenen Welt nicht mehr mit Fakten zu erreichen sind - dennoch ein Wort von Goethe: "Verachte nie Vernunft und Wissenschaft, des Menschen allerhöchste Kraft!"

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