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Die Fahne zum Felgaufschwung

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Von: Friedrich Reinhardt

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Klaus Böttger, ehemaliger Vorsitzender des TV Preungesheim mit der restaurierten Vereinsfahne.
Klaus Böttger, ehemaliger Vorsitzender des TV Preungesheim mit der restaurierten Vereinsfahne. © rüffer

Ausstellung zeigt Geschichte des Turnvereins

Anlässlich der 1250-Jahr-Feier des Stadtteils widmet sich von heute an eine Ausstellung im Museum der Kreuzgemeinde der Geschichte des Turnverein Preungesheim. Alte Fotos, Bilder und Pokale führen in die über 140 Jahre alte Historie des Vereins. Preungesheim war da noch selbstständig. Die Euphorie, die 1880 das 5. Deutsche Turnfest auslöste - Gastgeber war Frankfurt - schwappt auch nach Preungesheim über. Die Folge: am 1. August des selben Jahres wird der TV gegründet.

Übungsstunde hinter der Kneipe

Der Start läuft schleppend. Geräte und Vorturner müssen sich die Sportler leihen. Sie sammeln Geld, um sich eine Vereinsfahne nähen zu lassen - sie wird im Museum gezeigt. Die Männer turnen im Garten eines Gasthauses an der Homburger Landstraße. Erst 1900 kann der Verein „Am Dorfgarten 31“ ein Grundstück kaufen. Eine Turnhalle wird ab 1905 errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges werden dort Geflüchtete untergebracht. Im Winter 1940 ist das Holz knapp, Teile der Halle werden verbrannt.

Zusammengetragen hat Klaus Böttger die Ausstellung. Böttger war von 2003 bis 2017 der Erste Vorsitzende. Für eine Chronik des TV hat er die Vorstandsprotokolle, die teilweise aus den 1880er Jahren stammen, durchgearbeitet und alte Preungesheimern zur Geschichte des Vereins befragt.

In den Interviews erzählten ihm die Preungesheimer etwa von August Pinkernelle, wie er mit dem Laster durch die Straßen kurvte, Sportbegeisterte einsammelte und mit ihnen zum Lohrberg fuhr, um dort zu turnen.

Pinkernelle führte den Verein durch seine größte Krise. In den 50er Jahren verlangte Frankfurt Mieten von den Vereinen. Der TV musste die Mitgliedsbeiträge erhöhen, viele traten aus, der Vorstand schmiss hin. Mit einem Notvorstand hielt Pinkernelle den Verein am Leben, bis es in den 60ern wieder aufwärts ging.

Die große Aufgabe in der Amtszeit von Böttger war der Sportpark Preungesheim. Ab den 80er Jahren machte er mit Hilfe des Ortsbeirats, dem Sportkreis und dem TV Berkersheim und dem TSV Frankfurter Berg Druck auf die Politik. Bis 2011 der damalige Sportdezernent auf einer Podiumsdiskussion dieser Zeitung seine Zusage gibt: In sechs Wochen würden die ersten Pläne für den Sportpark vorliegen. Nach seiner Fertigstellung melden sich 120 junge Leichtathleten und 150 Fußballer neu beim TV Preungesheim an. Friedrich reinhardt

Öffnunszeiten

Freitag, 14.Oktober, von 17 bis 19Uhr; Sonntag, 16. Oktober 11 bis 13Uhr; Freitag 21. Oktober 16 bis 18 Uhr ist die Ausstellung im Museum der Kreuzgemeinde, Weinstraße 27, zu sehen.

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