Die Stadträtinnen Stephanie Wüst (links) und Annette Rinn halten mit ihrem FDP-Kollegen Stefan von Wangenheim die Stellung im Römer.
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Die Stadträtinnen Stephanie Wüst (links) und Annette Rinn halten mit ihrem FDP-Kollegen Stefan von Wangenheim die Stellung im Römer.

Wahl 2021

Bundestagswahl in Frankfurt: Die FDP feiert ihre Optionen für die Regierung

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 sorgen bei der FDP Frankfurt für Beifall. Nun stellt sich die Frage: Ampel oder Jamaika? "Wir wollen gestalten", sagt Berlin-Aufsteiger Thorsten Lieb.

Frankfurt - Nein, er habe noch keine Wohnung in Berlin, sagt Dr. Thorsten Lieb. Der Frankfurter FDP-Vorsitzende rechnet allerdings fest mit einem Sitz im neuen Bundestag. Es ist kurz vor 18 Uhr, rund 120 Mitglieder und Freunde warten auf die erste Prognose. Hans-Joachim Otto, der lange für die FDP im Bundestag saß, aber nicht mehr kandidierte, sagt: "Ob wir elf oder zwölf Prozent bekommen, ist mir gar nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass Rot-Rot-Grün verhindert wird." Kurz darauf wird im Fernsehen die erste Prognose der Bundestagswahl 2021 übertragen. Gespannte Stille im Hotel Mainhaus des Kolpingverbands in der Lange Straße in der Innenstadt. "CDU 20 Prozent" - "Oooh. "CSU fünf Prozent." Der Rest geht im Gelächter und Stimmengewirr unter. Dann, als die ARD verkündet, dass es für Rot-Rot-Grün nicht reicht, ertönt ohrenbetäubender Lärm und Beifall. Was seit Wochen wie ein Alptraum über den liberalen Seelen gehangen hat, scheint abgewendet.

"Toll", sagt Lieb und schaltet sofort wieder um auf Profi-Politiker, als er gefragt wird, was ihm jetzt lieber sei: Ampel oder Jamaika? Oder gar, wie 2017, lieber nicht regieren als schlecht regieren? "Wir wollen gestalten. Bei den Koalitionsverhandlungen geht es um Inhalte." Klar sei, dass es mit der CDU mehr Schnittpunkte gebe als mit der SPD.

FDP Frankfurt zu Ergebnissen der Bundestagswahl 2021: „Das ist großartig“

Hans-Joachim Otto glaubt: "Wenn wir den Wahlkampf als Regierungspartei geführt hätten, wäre das Ergebnis nicht so gut." So habe sich Lindners Entscheidung, die Koalitionsverhandlungen damals platzen zu lassen, ausgezahlt. Und als es auch die ersten Hochrechnungen bestätigen, ist Lieb mächtig stolz auf die zweistellige Zahl unter dem gelben Balken. "Die FDP war fast nie zweistellig, jetzt zweimal hintereinander. Das ist großartig."

Und es bedeutet auch, dass der Landesverband Hessen mindestens vier Abgeordnete in den Bundestag entsendet. Thorsten Lieb, Listenplatz zwei, wird sich doch bald eine Wohnung in Berlin bemühen müssen. (Thomas J. Schmidt)

Für die CDU in Frankfurt war die Bundestagswahl ein schwarzer Tag. SPD und Grüne feierten in Frankfurt dagegen ihre Erfolge.

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