Oft ist, wie hier gestern, auf dem Höchster Marktplatz an Markttagen vor lauter Autos kein Durchkommen mehr.
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Oft ist, wie hier gestern, auf dem Höchster Marktplatz an Markttagen vor lauter Autos kein Durchkommen mehr.

Höchster Markthalle

Frankfurt Höchst: Parkplatzchaos am Markt bleibt ungelöst

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Rund um den Marktplatz in Frankfurt-Höchst sorgen zu viele Autos für Verärgerung. Trotzdem: Händler lehnen eine Zufahrtssperrung gegen das Parkplatzchaos während des Marktes vehement ab.

Frankfurt – Die erhitzte Diskussion um die Parkplatznot an den Tagen des Marktes nimmt kein Ende. Die Bürgervereinigung Höchster Altstadt versucht vergebens, den Marktbeschickern die Sperrung der Zufahrt an der Ecke Melchiorstraße/Antoniterstraße schmackhaft zu machen.

Mit einem ausführlichen Brief an die Marktbeschicker, in dem sie auch auf deren Bedenken und Ängste eingeht, wollte die Bürgervereinigung Höchster Altstadt (BVHA) nach eigenem Bekunden die emotionale Debatte um die Lösung des Parkplatzchaos' entschärfen und Missverständnisse aus dem Weg räumen. Denn immerhin, so schickt der Vorstand voran, beschäftige sich seit fast zwei Jahren eine bürgerschaftliche Arbeitsgemeinschaft, an der man auch selbst beteiligt ist, mit der Verkehrssituation am Wochenmarkt. In vielen "konstruktiven Gesprächen", auch mit Markus Schaetzle, Sprecher der Marktbeschicker, seien gute Ideen entstanden, die allen nützten und den Marktständen nicht schadeten.

Frankfurt-Höchst: Parkende Autos behindern Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen

Dennoch bleibt die BVHA bei dem von den Händlern kritisierten Vorschlag, die Zufahrt an der Ecke Melchiorstraße/Antoniterstraße zu schließen, um so die Zufahrt zu den etwa 20 Parkplätzen an der Marktsüdseite zu verhindern. Für den Bürgerverein ist diese Maßnahme unabdingbar, um den Problemen an den Markttagen Herr zu werden: Autofahrer auf der Suche nach Parkplätzen auf der Marktsüdseite umkreisen den Markt und behindern die Fußgänger zwischen Markt und Markthalle; andere parken widerrechtlich an den Markträndern und Gehwegen, wobei sie insbesondere Rollstuhlfahrern und Menschen mit Kinderwagen in die Quere kämen.

"Absolut nachvollziehen" könne der Vorstand die Sorgen der Marktbeschicker über einen solchen Schritt. Die lauten: Kunden bleiben weg, weil zu wenige Parkplätze in Marktnähe vorhanden sind oder weil sie schwere Einkäufe wie Kartoffelsäcke nicht zum Auto tragen können; und der Erzeugermarkt könnte zum "Schicki-Micki-Treff" verkommen.

Das Parkplatzargument kontert die BVHA unter anderem mit diesem Vorschlag: Die Längsparkplätze an der Melchiorstraße von der Justinuskirchstraße bis zur Leverkuser Straße könnten als Kurzzeitparkplätze während der Marktzeit - ohne Ausnahmegenehmigung für Anwohner - ausgewiesen werden. Damit, so argumentiert der Vorstand, stünden sogar wesentlich mehr, nämlich etwa 36 Kurzzeitparkplätze für Marktkunden zur Verfügung als bisher auf der Marktsüdseite, wo es nur 20 seien.

Markt in Frankfurt-Höchst – Bringdienst und Sackkarren für weiter entfernte Autos

Hinzu kämen für samstags die bereits als Kurzzeitparkplätze, jedoch nur von Montag bis Freitag ohne Anwohnerparken, ausgewiesenen 14 Plätze an der Südseite der Melchiorstraße von Justinuskirche bis Antoniterstraße. Das Schleppen schwerer Einkäufe über längere Strecken will die Bürgervereinigung verhindern, indem Stellplätze an der Südseite der Melchiorstraße ausschließlich für die Abholung von schweren Einkäufen ausgewiesen werden. Für die anderen Kunden schlagen sie einen Bringdienst für die Einkäufe zum weiter entfernt geparkten Auto oder die Bereitstellung von Sackkarren vor.

Im Übrigen, greift der Vorstand eine weitere Befürchtung auf, "würde aus dem Höchster Markt gewiss kein Schicki-Micki-Markt, wenn ein paar Sitzgelegenheiten vor der Markthalle vorhanden wären", Kaffee und belegte Brötchen gebe es ja in der Markthalle. "Das ist doch auch für die ältere Kundschaft begrüßenswert."

Frankfurt-Höchst: Weniger Parkplätze kann Umsatzrückgänge für Marktbeschicker bedeuten

Markus Schaetzle freilich kann der jüngste Vorstoß der BVHA nach eigenen Worten nicht überzeugen. "Wir, die Marktbeschicker, sind gegen Sperrungen in jedweder Form, die die südlichen Parkplätze berühren", betont er. Grund: Die Mehrzahl der Kunden komme aus dem Main-Taunus-Kreis, sei oft älteren Semesters und brauche marktnahe Parkmöglichkeiten.

Die Parkplätze an der Südseite dürften nicht angetastet werden, auch nicht testweise sagt Schaetzle - und verweist auf "Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent in der Zeit, in der diese Parkplätze durch die Baustelle am Ettinghausen-Platz gesperrt waren".

Die Maßnahmen des Kurzzeitparkens hingegen befürworteten die Marktbeschicker ausdrücklich. Auch sollten Straßen der Umgebung wie die Paulistraße als Parkalternative für Marktbesucher kenntlich gemacht und zusätzlich Wegemarkierungen zum Markt angebracht werden. (Michael Forst)

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