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Die Führungsriege der Frankfurter CDU soll jünger werden

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Von: Thomas Remlein

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Will zurück an die Spitze der Frankfurter CDU: Staatssekretär Uwe Becker FOTO: leonhard hamerski
Will zurück an die Spitze der Frankfurter CDU: Staatssekretär Uwe Becker © Hamerski

Der Frankfurter CDU-Vorstand hat seine Wunsch-Nachfolger bekanntgegeben. Folgt der Parteitag am 12. März den Vorschlägen, sinkt der Altersdurchschnitt der Führungskräfte deutlich - egal, wer das Spitzenamt übernimmt.

Frankfurt -Wird es ein friedlicher Parteitag? Am 12. März wählt die Frankfurter CDU turnusgemäß ihren neuen Vorstand für die nächsten zwei Jahre. Für die Veranstaltung hat der noch amtierende Vorstand unter Führung des Ehrenvorsitzenden Udo Corts (66) am Montagabend eine Empfehlung abgegeben. Fest steht, dass es an der Spitze einen Zweikampf zwischen dem ehemaligen Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (52) und der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Bettina Wiesmann (55) geben wird. Corts sieht seine Schuldigkeit getan: "Meine Aufgabe hat geendet." Er habe für das Personaltableau rund 90 Telefonate geführt. Das Ergebnis wurde bei einer Enthaltung vom Vorstand einstimmig angenommen.

Becker ist der Mann beider Flügel

Becker hat gestern sein neues Amt als Staatssekretär für Europa bei der hessischen Landesregierung in Wiesbaden angetreten. Seine Tätigkeit als Beauftragter der Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus wird er weiterhin ausüben. Nach Informationen dieser Zeitung haben sich die beiden Flügel der CDU, die wirtschaftsliberale Mittelstandsvereinigung MIT und der soziale Arbeitnehmerflügel CDA, intern bereits für Becker ausgesprochen. Becker gehört dem CDA-Flügel an, Wiesmann der MIT.

Weil offenbar Vertreter beider Flügel Becker favorisieren, werden Wiesmann nur Außenseiterchancen eingeräumt. Gleichwohl hat die heute 55-Jährige Erfahrung mit Kampfkandidaturen. Bei der Nominierung als Bundestagskandidatin 2017 hatte sie den damaligen Fraktionschef der CDU im Römer, Michael Prinz zu Löwenstein, ausgebootet. Im Vorfeld hatten sich die beiden Bewerber bei den Stadtbezirksverbänden der CDU vorgestellt, wobei Wiesmann offenbar stärker punkten konnte als Löwenstein.

Ihre Frankfurter Wähler ließen Bettina Wiesmann im Stich

Auch dieses Mal sollen sich Becker und Wiesmann in drei Vorstellungsrunden in Präsenz vorab den Delegierten des Parteitages präsentieren. Becker war bereits von 2012 bis 2017 CDU-Kreisvorsitzender und ist derzeit stellvertretender CDU-Vorsitzender. Wiesmann sucht nach ihrer Abwahl als Bundestagsabgeordnete neue Aufgaben. Bei der Bundestagswahl im Frankfurter Wahlkreis 183 landete sie hinter dem Sieger Omid Nouripour (Grüne) und dem Newcomer Kaweh Mansoori nur auf dem dritten Platz. Sie bewarb sich auf dem CDU-Bundesparteitag als Beisitzerin und landete mit 32 Prozent abgeschlagen unter ferner liefen.

Frankfurter CDU: Jan Schneider will Beisitzer werden

Folgt der Parteitag den Vorstellungen des Kreisvorstandes, könnten die Stadtverordneten Martin-Benedikt-Schäfer, Yannick Schwander und Sara Steinhardt sowie Susanne Serke stellvertretende Parteivorsitzende werden. Serke, die in Höchst auch Ortsvorsteherin ist, gilt dort als "die kleine Oberbürgermeisterin". "Wir haben eine junge Truppe von Stellvertretern in einem Durchschnittsalter von unter 36 Jahren", freute sich Corts. Die Reihenfolge könnte auf dem Parteitag durcheinander gewirbelt werden, wenn sich der oder die Unterlegene um den Parteivorsitz danach um einen Stellvertreterposten bemüht. Der Chef der Jungen Union, Leopold Born, soll als Schriftführer zur Verjüngung beitragen. Schatzmeister soll der Unternehmer Stefan Knoll werden. Der scheidende Parteivorsitzende Jan Schneider stellt sich als Beisitzer zur Verfügung. Neben Schneider streben Claudia Korenke, die Vorsitzende der Senioren Union, Christiane Loizides von der MIT, sowie Albrecht Kochsiek, Ulf Homeyer und Frank Nagel Beisitzerposten an. Nachwuchskräfte wie Esra Kahraman und Pavlos Tsachidis könnten neu dazustoßen. Die Stadtverordnete Veronica Fabricius ist als Mitgliederbeauftragte vorgesehen. Solchermaßen könnte der Altersdurchschnitt des CDU-Vorstandes auf knapp 43 Jahre sinken. Das wäre unter dem deutschen Altersdurchschnitt von 44,6 Jahren.

Sucht nach der Abwahl als Frankfurter Bundestagsabgeordnete neue Aufgaben: Bettina Wiesmann FOTO: tobias koch
Sucht nach der Abwahl als Frankfurter Bundestagsabgeordnete neue Aufgaben: Bettina Wiesmann © Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoc

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