Der Jurytag des Kerativwettbewerbs der 1822-Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Neuen Presse im vergangenen Jahr mit Andreas Fischler (Städel Frankfurt), Martin Glomm (Mitte) und Sigrid Domke.
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Der Jurytag des Kreativwettbewerbs der 1822-Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Neuen Presse im vergangenen Jahr mit Andreas Fischler (Städel Frankfurt), Martin Glomm (Mitte) und Sigrid Domke.

Kreativwettbewerb

Die Investition in Kunst lohnt sich immer

  • VonKatja Sturm
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Vorjahressiegerin Sandra Eickmeier sitzt diesmal in der Jury

Frankfurt -Sandra Eickmeier ist schon ganz gespannt auf ihre neue Aufgabe. Wenn die Juroren des 46. Kreativwettbewerbs der Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Neuen Presse die Werke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerten, wird die 47-Jährige als Vorjahressiegerin erstmals selbst in der Jury sitzen. "Ich habe so etwas noch nie gemacht", sagt die Frankfurterin. Aber sie freue sich schon sehr auf den Dialog mit den verschiedenen Künstlern.

Gemälde hängt jetzt im Wohnzimmer

Im vergangenen Jahr hatte Eickmeier mit ihrem Ölbild "Begegnung (Selbst und Stolperstein)" zum Thema "Frankfurt" das Gremium der Kritiker überzeugen können. Das Werk, nach einem Foto gemalt, hängt mittlerweile über der Tür in ihrem Wohnzimmer. "Ich freue mich bis heute daran", sagt die Freizeitmalerin.

Ausgestellt wurde es leider nicht. Die Exposition der besten Zeichnungen, deren Eröffnung traditionell mit der feierlichen Preisverleihung verbunden ist, fiel aufgrund der Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie aus. Die Gewinnerin bedauert das sehr. Gerne hätte sie sich vor Ort angesehen, welche kreativen Vorstellungen andere zu der in diesem Fall eher allgemein gehaltenen Vorgabe entwickelt hatten. Im virtuellen Raum konnte man sich zwar einen Eindruck der verschiedenen Schöpfungen verschaffen; aber das sei doch etwas anderes, als sie vor sich hängen zu sehen und das gemeinsame Betrachten zum Anlass zu nehmen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

Zudem hätten die in der Forschung arbeitende Volkswirtin die Reaktionen anderer auf ihr eigenes Gemälde interessiert. "Man hat ja das Bedürfnis, sein Kunstwerk mit anderen zu teilen", sagt sie. Bis heute liege ihr das Bild "sehr am Herzen". Es zeigt sie selbst mit einem der kleinen goldenen Gedenksteine, die, über die Stadt verteilt ins Pflaster integriert, an die Menschen erinnern sollen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

"Es war das Ergebnis eines Prozesses, in dessen Verlauf ich mir viele Gedanken gemacht habe", erklärt Eickmeier. Auch wenn die reine Arbeitszeit für das Endergebnis zusammengefasst nur etwa vier Tage betrug und sie erst kurz vor dem Jury-Tag damit angefangen hatte. "Aber man beschäftigt sich viel länger damit." In eine Kunstschau bei ihrem Arbeitgeber war das Bild später noch mal integriert, aber auch da hatten es nur die Kollegen und keine Besucher gesehen.

"Offen an das eigene Bild herangehen"

Für diejenigen, die sich in diesem Jahr, das unter dem Motto "Maskerade" steht, an dem Kreativwettbewerb beteiligen wollen, hat Eickmeier ein paar Tipps parat. Mit "Offenheit" solle man an die Sache herangehen und abwarten, "was auf einen zukommt". Richtig planen könne man so ein Vorhaben nicht, man müsse schon ein bisschen ausprobieren. "Mir ist es wichtig, dass das Dargestellte eine Verbindung zu mir selbst hat", sagt sie. "Daraus sollte jede Kunst entstehen."

Das Preisgeld, das Eickmeier, die sich die Grundlagen ihres Könnens vor neun Jahren in einem Kurs beibringen ließ, gleich bei ihrer ersten Teilnahme an dem 1822-Wettbewerb gewann, investiert sie im Übrigen wieder in die Kunst. Malen verursache schon "ziemliche Ausgaben", gerade wenn man wie sie mit Ölfarben experimentiert. Aber auch wenn sie selbst meist wenig zielgerichtet und "ohne große Absichten" vor der Leinwand steht: Die Investition lohne sich in vielfacher Hinsicht.

So kann man mitmachen

Der 46. Kreativwettbewerb der Frankfurter Sparkasse 1822 und der Frankfurter Neuen Presse steht unter dem Motto "Maskerade". Künstlerinnen und Künstler ab 16 Jahre, die sich daran mit einer Malerei, einer Zeichnung oder einer Grafik beteiligen wollen, müssen ihre Werke abfotografieren und per E-Mail als JPEG-Datei an veranstaltungen@frankfurter-sparkasse.de senden. Das Bild sollte bei Tageslicht und ohne Blitz fotografiert werden. Einsendeschluss ist der 16. Juni 2021.

Zusätzlich zu dem Kreativwettbewerb ist erstmals auch ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Die Bilder, die aus den Einsendungen dafür ausgesucht wurden, sind seit Montag im Internet zu betrachten. Bis 6. Juni kann jeder per Like an der Abstimmung über die besten Motive teilnehmen. Unter allen, die bei der Abstimmung mitmachen, verlost die FNP Karten für die Messe „Kreativ Welt“. Weitere Informationen, auch über die ausgeschriebenen Preise, gibt es unter www.frankfurter-sparkasse.de.

Katja Sturm

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