Ohne weitere Zwischenfälle liefen die Kontrollen der Polizei in der Hauptwache-B-Ebene ab. Viele Passanten zogen schnell ihre Masken über Mund und Nase, wenn sie die Beamten erspähten
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Ohne weitere Zwischenfälle liefen die Kontrollen der Polizei in der Hauptwache-B-Ebene ab. Viele Passanten zogen schnell ihre Masken über Mund und Nase, wenn sie die Beamten erspähten

Corona-Pandemie

Kontrolle in Bussen und Bahnen in Frankfurt: Werden Maskenpflicht und 3G-Regel befolgt?

  • VonSabine Schramek
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Zwischen Weihnachtsmarktbesuchern und Demo-Teilnehmern kontrollierte die Polizei Frankfurt am Wochenende die Einhaltung der Corona-Regeln.

Frankfurt – Es sieht aus der Ferne aus, als würde das Paar knutschen. Blass ist die junge Frau, die an einer Säule in Bahnbereich der Hauptwache lehnt, die Arme des jungen Mannes sind um ihren Hals gelegt. Sie gucken erstaunt, als sie von einem Polizeibeamten gefragt werden, warum sie keine Maske tragen. Der junge Mann erklärt, dass seiner Freundin schlecht sei und sie Bauchschmerzen habe. Die Masken hängen an ihren Handgelenken. Der Beamte erklärt ihnen freundlich, wo die Apotheke ist. Sie nicken dankbar, er setzt die Maske auf, stützt die Frau, die sich krümmend den Bauch hält, und sie gehen Richtung Apotheke.

Andere schieben hastig Masken vom Kinn oder dem Mund über die Nase, sobald sie in der Ferne Polizeiuniformen sehen. Nicht nur sie werden nach 3G-Nachweisen gefragt. Die meisten haben ihn. Wenige nicht. „Ich habe keinen Test und weiß nicht, wo ich ihn machen kann“, sagt ein Mann. Auch er bekommt Auskunft, wo er sich in der B-Ebene testen lassen kann. Der Mann stellt sich in die Schlange.

Polizei kontrolliert Corona-Regeln in Frankfurt: In Bahnen und Bussen gilt 3G

„Wir gehen kommunikativ auf die Leute zu, klären auf und geben Informationen, wenn sie keine Nachweise haben“, so ein Beamter. „Die meisten sind zum Glück einsichtig“, sagt er. Seit dem 24. November gilt nicht nur Maskenpflicht, sondern auch die 3G-Regel geimpft, genesen oder getestet. Die Leute zeigen ihre Impfausweise oder die QR-Nachweise auf ihren Handys. Wer völlig uneinsichtig ist, bekommt Post. Es drohen hohe Bußgelder. Im Infektionsschutzgesetz, Paragraf 73, Absatz 2 heißt es: „Die Ordnungswidrigkeit kann [...] mit einer Geldbuße bis 2500 Euro geahndet werden.“

Von der Hauptwache aus sind an diesem Samstag (27.11.2021) Querdenker-Rufe laut zu hören. „Widerstand“, „Wollt ihr euch zwei Mal im Jahr zwangsimpfen lassen?“, tönt bis in die B-Ebene. Unverkennbar kommen einige ohne Maske die Treppen runter, werden von der Polizei gestoppt. „Ich bin gesund“, blökt der Mann. Er muss umdrehen. Fluchend geht er die Treppe zurück und schimpft.

Protest gegen Corona-Regeln: Polizei Frankfurt kontrolliert Maskenpflicht und Impfausweise

Eine Frau ohne Maske und rotem Herzluftballon steht am Fahrkartenautomaten, am Jackenärmel ein Schild mit den durchgestrichenen Worten: „Geimpft, getestet, genesen.“ Darunter, nicht durchgestrichen: „gesund“ und „nur in einer kranken Gesellschaft muss man beweisen, gesund zu sein“. Die rosa Maske zieht sie auf Aufforderung auf und zeigt nach einigem Hin und Her auf dem Handy ihren Testnachweis. Das Ärmelschild nimmt sie ab, als sie auf der Rolltreppe zur Bahn ist.

Mehrere Männer mit Maske unter der Nase versuchen, mit Polizisten über Regelungen zu diskutieren. Ein 16-Jähriger am Bahnsteig will erklären, dass er nichts von Maskenpflicht wisse. Er erntet einen langen zweifelnden Blick, dann fällt ihm ein, dass er eine Maske dabei hat. Geimpft ist er auch. Impfausweise werden massenhaft gecheckt.

Kritik und Lob für Polizei in Frankfurt: Kaum jemand hat Probleme mit Kontrolle

Zwei Männer werden frech. Sie werden überprüft. Ein dritter will zwischen den Beamten und den Männern pöbelnd durchlaufen. Auch er wird aufgehalten. Eine ältere Dame mit Maske kommt auf die Uniformierten zu und sagt: „Danke, dass Sie kontrollieren. So vielen scheint es völlig egal zu sein, ob sie selbst oder andere krank werden.“ Bis auf Querdenker und einige Jugendliche hat kaum jemand Probleme damit, Maske zu tragen und den 3G-Nachweis zu erbringen. Meist genügen kleine Hinweise.

Bei ihrer Demo am Samstag in Frankfurt tragen Querdenker statt Masken im Gesicht Plakate in den Händen mit der Aufschrift „Heimatschutz statt Mundschutz“, sie spielen Pink Floyd, „we don‘t need no education“. Medienvertreter werden beschimpft und bedroht. Auf Twitter erntet die Frankfurter Polizei für ihre Kontrollen einen Shitstorm von Querdenkern. Die Kontrollen gehen weiter. Am Abend wurde zum Beispiel in Lokalen und Bars auf der Berger Straße die Einhaltung der Corona-Regeln geprüft. (Sabine Schramek)

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