Sebastian Stoll fotografiert das Innere von Steinen, die er in der Natur findet.
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Sebastian Stoll fotografiert das Innere von Steinen, die er in der Natur findet.

Höchst: Jahrhunderthalle

Die Pandemie dämpft auch die "Lebensfreude"

  • vonAlexandra Flieth
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Bei der Mitmachmesse sind weniger Besucher da

Im Kasino der Jahrhunderthalle sind nur wenige Besucher unterwegs. In Absprache mit dem Gesundheitsamt der Stadt achten die Veranstalter der "Lebensfreude"-Mitmachmesse darauf, dass sich nicht mehr als 100 Besucher gleichzeitig in den Räumen aufhalten. "Wir sind froh, dass wir unsere Veranstaltung durchführen dürfen", sagt Projektleiter Johannes Markus Stettner, der sich auf ein Gespräch mit einem der 50 Aussteller vorbereitet, die sich an der zweitägigen Veranstaltung beteiligen. Die Angebote, die auf dieser Messe vorgestellt werden, drehen sich um Gesundheit, Spiritualität oder alternative Heilmethoden. "Es geht um das Wohlbefinden für Körper und Geist", so fasst es der Projektleiter zusammen.

Ein kleines Podium ist aufgebaut. In regelmäßigen Abständen können die Aussteller sich und ihr Angebot dort kurz vorstellen. Auf den Stühlen haben nur eine handvoll Besucher Platz genommen; die anderen, die sich an diesem frühen Sonntagmittag auf der Messe bewegen, sind in Gesprächen mir Ausstellern vertieft. Nicht jeder Besucher achtet dabei auf den korrekten Sitz seines Mund-Nasen-Schutzes, Mitarbeiter des Organisations-Teams sprechen die Leute an und weisen sie auf das Tragen der Maske hin. Ausgenommen von dieser Pflicht sind nur diejenigen, die vom Arzt ein entsprechendes Attest vorweisen können. Alle Türen sind geöffnet, so dass die Räume permanent gelüftet werden.

Weniger Besucher, weniger Aussteller

"Die ,Lebensfreude'-Mitmachmessen gibt es bereits seit 30 Jahren", sagt Stettner. "In Frankfurt sind wir jetzt zum siebten Mal." Wegen der Corona-Pandemie hätten dieses Mal rund 20 Aussteller ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. Insgesamt 50 Aussteller beteiligen sich. "In der Regel haben wir an den zwei Tagen zwischen 3000 und 4000 Besucher", erzählt der Projektleiter weiter. Er rechne damit, dass es dieses Mal nur rund 1 500 Besucher geworden sind.

Am Stand von Georg Garbowski liegen besondere Stimmgabeln aus - in unterschiedlichen Größen und Stärken. Mehrere davon bilden ein Set, das für einen bestimmten Bereich von Körper und Seele angewendet werden und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann. Dabei spielen die unterschiedlichen Frequenzen, die beim Anschlagen der verschiedenen Stimmgabeln auf einem massiven Holzstück erzeugt werden, die zentrale Rolle. Garbowski nimmt ein bedrucktes DIN-A4-Blatt in die Hand, von denen er gleich mehrere an seinem Stand liegen hat, und verdeutlich den Gedanken hinter der von ihm angebotenen Stimmgabel-Therapie. Dargestellt ist ein menschlicher Körper, auf dem verschiedene Punkte markiert sind. Auf jeden dieser Punkte könne die entsprechende Stimmgabel aufgelegt werden, um über die von ihr ausgehende Vibration die Energiezentren des Körpers, sogenannte Chakren, zu aktivieren. Durch die Vibrationen sollen Stress abgebaut, die Selbstheilungskräfte angeregt und Entspannung ermöglicht werden können.

Magische Stein-Innenwelten

Viele Angebote, die auf der "Lebensfreude"-Messe vorgestellt werden, setzen die Bereitschaft voraus, sich darauf einzulassen, es auszuprobieren und daran zu glauben. Die Besucher jedenfalls wirken interessiert. Es werden an den Ständen teils lange Gespräche geführt. Vorträge und Mitmach-Workshops ergänzen das Programm.

Die Kunst von Sebastian Stoll kommt demgegenüber ganz bodenständig daher. Er fotografiert "magische Stein-Innenwelten" und nimmt zum zweiten Mal an einer Messe teil, um seine Werke einen größeren Publikum zugänglich zu machen. Was mit den "magischen Stein-Innenwelten" gemeint wird, ist für den Betrachter auf den ersten Blick ersichtlich. Es sind die Strukturen und Farben in der Natur vorgefundener Schmucksteine, die er in Makro-Fotografie herausarbeitet. Stoll erzählt, dass er seit frühester Kindheit Steine sammelt, die er in der Umgebung von Idar-Oberstein gefunden hat. In der rheinland-pfälzischen Edelsteinstadt, wo sein Vater heute noch immer lebt, wird er auch heute noch fündig. Seine Fundstücke werden von einem professionellen Edelsteinschleifer geschnitten und geschliffen. Gleich mehrere Exemplare hat er mitgebracht, um den Besuchern die Schritte hin zur Fotografie zu verdeutlichen. Seine Fotos zeigen, dass die in den Steinen sichtbar gewordenen Formen vielfältig sind.

"Eigentlich habe ich die Fotos für mich gemacht", erzählt er. "Über mehrere Jahre hinweg haben einige davon im Flur gehangen, bis eine Nachbarin zu mir sagte, dass ich die Fotos doch ausstellen sollte." Diese Idee setzte er in diesem Jahr erstmals um und zeigte seine Arbeiten Anfang des Jahres in einer Galerie in Mainz, wo er selbst auch lebt, sowie im Rondo der Verbandsgemeinde Rhein-Selz, das ebenfalls in Rheinland-Pfalz liegt. Neben dieser Möglichkeit zur Ausstellung hat Stoll dann die Messen für sich entdeckt. "Die Lebensfreude-Messe ist die zweite, an der ich teilnehme", erzählt er. Die Erfahrungen seien sehr gut. Er freut sich: "Es gibt viele Menschen, die sich für meine Arbeit interessieren." Alexandra Flieth

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